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Das Internet muss weg

Eine Abrechnung

Von Schlecky Silberstein
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
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Das Internet muss weg von Schlecky Silberstein
Worum geht's

Fake News, Hate Speech, Filterblasen … Das Internet, das noch vor wenigen Jahren in vielen Kreisen als der Heilsbringer schlechthin galt, offenbart mittlerweile seine Schattenseiten. Woher diese kommen, warum wir einen Großteil der digitalen Probleme Social Media zu verdanken haben, und was wir dagegen unternehmen können, erklärt der Insider Schlecky Silberstein in Das Internet muss weg (2018).

Kernaussage 1 von 9

Das ganz große Geld machen Google und Facebook mit unseren Daten.

Das Internet, unendliche digitale Weiten. Doch trotz dieser Vielfalt landen viele immer wieder bei den Diensten einiger weniger Großkonzerne, die das Territorium unter sich aufgeteilt haben: Google, Facebook, Twitter, Amazon und Co.

Wenn die Frage aufkommt, wie die schwindelerregenden Umsatzzahlen der Internetriesen zustandekommen, wird gerne von Werbeeinnahmen gesprochen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Das Hauptgeschäft besteht im Handel mit unseren Daten, die entweder als Rohdaten oder als Grundlage für personalisierte Werbung an Firmen auf der ganzen Welt verkauft werden.

Und wenn du jetzt denkst, dass du ja nur wenig Informationen von dir preisgibst, ist das vermutlich ein Trugschluss. Solange du irgendeine Seite oder App nutzt, generierst auch du lukrative Daten. Denn diese entstehen durch Interaktionen: Jeder Like, jeder Kommentar, jeder Klick verrät etwas über deine Interessen, Vorlieben, Einstellungen und Gewohnheiten. Für den Milliardengewinn zählt jeder Klick.

Doch das Datensammeln läuft nicht bloß diskret im Hintergrund ab, sondern hat zudem ganz reale, gefährliche Auswirkungen: So sind Nachrichten heute darauf gestrickt, starke Emotionen zu wecken, weil sie dann öfter geteilt, geliked und kommentiert werden. V.a. Wut ist in dieser Hinsicht nützlich. Wer wütend ist, schreibt schneller einen Kommentar und versucht damit, andere auf die empörende Information aufmerksam zu machen. Die Rechnung ist ganz einfach: Im Internet schafft Hass Profit.

Für einige Nutzer kann dieser Mechanismus schnell zu einem Teufelskreis werden. Wenn der Facebook-Algorithmus z.B. registriert, dass jemand besonders häufig auf Beiträge reagiert, die die Wörter „Invasion“, „Heil“ und „Auslöschung“ enthalten, werden diesem User eben mehr Beiträge mit diesen Wörtern präsentiert. Der Algorithmus ist nur dazu da, Bedürfnisse anzusprechen, und wer hasst, bekommt eben noch mehr Gründe, zu hassen. Dass damit eine gefährliche Radikalisierung in Gang gesetzt wird, bleibt unberücksichtigt.

Hier geht es nicht bloß um problematische Einzelfälle. Die sozialen Auswirkungen unserer veränderten Kommunikation zeigen sich im großen Maßstab und sind so komplex, dass wir sie kaum verstehen. Noch 2011 waren die westlichen Medien begeistert: Während des Arabischen Frühlings erschienen Facebook und Twitter als die perfekten Werkzeuge, um den beteiligten arabischen Ländern Freiheit und Selbstbestimmung zu bringen. Für sie war jeder Smartphone-User unter 30 ein moderner, liberaler Demokrat. Heute wissen wir: Das war zu kurz gedacht. Und vom hoffnungsvollen Arabischen Frühling sind vor allem Kriege und eine „Flüchtlingskrise“ inklusive politischem Rechtsruck geblieben.

Das Internet als unser täglicher Begleiter scheint sich seitdem kaum verändert zu haben, doch durch das Datengeschäft der sozialen Medien hat sich die darunterliegende Struktur vollkommen verändert. Die Frage ist, wie sich das auf unser aller Leben und unsere Gesellschaft auswirken wird.

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