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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Vier Zeitreise-Erzählungen, die den Blick nach vorne öffnen
Bevor der Kaffee kalt wird erzählt die Geschichte eines Cafés in Tokio, wo Gäste in die Vergangenheit reisen können. Vier Besucher erleben emotionale Begegnungen, die ihr Verständnis von Verlust, Reue und zeitlichem Unglück verändern.
Wer in Tokio das Café mit dem hinreißenden Namen Funiculi Funicula betritt, findet sich in einem Raum ohne Fenster wieder. In dem kleinen, dämmrigen Café scheint die Zeit still zu stehen. Was draußen in der Welt geschieht, scheint hier irrelevant. Es lässt sich auch nicht sagen, ob draußen gerade die Mittagssonne brennt oder ein kalter Winterwind weht. An der Wand hängen drei große Uhren, doch keine davon zeigt die richtige Uhrzeit an – ein Ort, der sprichwörtlich aus der Zeit gefallen ist.
Gegründet wurde das Café im Jahr 1874. Damals galt es als modern, denn Kaffee war in Japan noch eine Seltenheit. Heute ist die Welt hektischer, aber hier herrscht weiterhin Ruhe. Nie spielt Musik, an der Bar können nur drei Personen Platz nehmen und an den drei kleinen Tischen insgesamt nur sechs Menschen. In der schummrigen Atmosphäre spricht man automatisch gedämpfter. Und noch etwas macht das Funiculi Funicula besonders: In der Ecke, an einem der drei kleinen Tische, steht ein magischer Stuhl. Wer sich hier hinsetzt, kann in die Vergangenheit reisen.
Doch das ist mit strengen Regeln verbunden, die dafür sorgen, dass niemand einfach so aus Vergnügen zum Zeitreisenden wird. Die Zeitreise birgt nämlich viele Gefahren und ist mit strengen Regeln verbunden. Regel Nummer eins: Man kann in der Vergangenheit nur Menschen treffen, die ebenfalls irgendwann dieses Café besucht haben. Regel Nummer zwei: Man muss in der Vergangenheit auf diesem Stuhl sitzen bleiben, egal was geschieht. Man darf nichts unternehmen, was den Lauf der Geschichte ändern würde. Was geschehen ist, ist geschehen. Die Zeitreise ist außerdem kurz: Sie dauert nur so lange, bis der extra eingeschenkte Kaffee kalt wird. Vergisst man, seinen Kaffee rechtzeitig auszutrinken – etwa, weil die Erlebnisse der Vergangenheit so mitreißend sind – bleibt man zwischen den Welten als Geist gefangen.
Die meisten Menschen, die das Café besuchen, wissen nichts von dem magischen Stuhl. Selbst wenn sie davon wissen und daran glauben, erachten sie die Zeitreise als sinnlos. Wenn man bei einer Zeitreise ohne dies nichts ändern kann, warum sollte man sie dann überhaupt antreten? Doch manche Gäste spüren, dass es nicht um Veränderung geht, sondern um Begegnungen, um Worte, die nie gesagt wurden, um Gefühle, denen man zu wenig Raum beigemessen hat.
Das Funiculi Funicula ist nach einem neapolitanischen Volkslied aus dem 19. Jahrhundert benannt. Es erzählt von einer Fahrt mit der Seilbahn, damals gefühlt eine Reise in eine andere Welt. Ein Erlebnis, ein Wunder. So wie das Lied verspricht auch das Funiculi Funicula eine Reise in andere Welten. Vier Menschen, die den Mut hatten, auf dem magischen Stuhl Platz zu nehmen, begleiten wir nun. Jede ihrer Reisen ist anders und doch kreuzen sie sich in ihrer gemeinsamen Sehnsucht: Noch einmal etwas erfahren und erleben, was verloren schien.
In einem geheimnisvollen Café in Tokio steht ein magischer Stuhl. Wer auf ihm sitzt, kann sich auf eine Zeitreise begeben, die enden muss, Bevor der Kaffee kalt wird (2022). Wir begleiten vier Menschen, die die Fäden zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft neu weben wollen und dabei viel über sich und die Welt lernen.
Ich bin begeistert. Ich liebe Bücher aber durch zwei kleine Kinder komme ich einfach nicht zum Lesen. Und ja, viele Bücher haben viel bla bla und die Quintessenz ist eigentlich ein Bruchteil.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari