Männer, die die Welt verbrennen Buchzusammenfassung - das Wichtigste aus Männer, die die Welt verbrennen
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Zusammenfassung von Männer, die die Welt verbrennen

Christian Stöcker

Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit

3.8 (145 Bewertungen)
25 Min.

Kurz zusammengefasst

Männer, die die Welt verbrennen untersucht die von Männern dominierte Klimakrise und zeigt auf, wie Macht, Gier und patriarchale Strukturen die Umweltzerstörung beschleunigen. Es fordert ein Umdenken für eine nachhaltigere Zukunft.

Inhaltsübersicht

    Männer, die die Welt verbrennen
    in 6 Kernaussagen verstehen

    Audio & Text in der Blinkist App
    Kernaussage 1 von 6

    Eine mächtige Maschinerie aus Leugnern und Verzögerern verhindert seit Jahrzehnten effektive Klimapolitik.

    Ein Konferenzraum Anfang der 1980er-Jahre: Manager des Ölkonzerns Exxon beugen sich über interne Dokumente. In ihnen stehen eindringliche Warnungen firmeneigener Forscher: Das Klima wird sich gefährlich erwärmen, wenn Öl, Gas und Kohle weiter verbrannt werden. Doch statt Alarm zu schlagen, beschließen die Manager etwas anderes: Nach außen soll Unsicherheit verbreitet werden. Die Öffentlichkeit soll glauben, die Forschung sei sich uneinig.

    In geleakten internen Dokumenten lautete das erklärte Ziel: Der Durchschnittsbürger soll davon überzeugt werden, dass es beim Klimawandel starke wissenschaftliche Unsicherheiten gibt. Dieses Narrativ wurde dann zum Beispiel über Zeitungsanzeigen verbreitet.

    Exxon steht dabei exemplarisch für die Verbrenner-Branche. Auch Shell und andere Ölkonzerne wussten schon in den Achtzigern, was ihre Produkte anrichten. Trotzdem entschieden sie sich dafür, Klimaschutz mit PR-Kampagnen zu torpedieren. Inspiriert wurden sie dabei von der Tabakindustrie, die jahrzehntelang den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs geleugnet hatte. 

    Die Ölkonzerne schlossen sich in Lobbygruppen zusammen. Vor allem die Global Climate Coalition lobbyierte gegen den Klimaschutz. Ja, richtig gehört: Die Globale Klima-Koalition. Der Name war bewusst gewählt und sollte nach einer Umweltorganisation klingen. Ein Trick, um die wahren Interessen zu verschleiern. 

    Wie mächtig diese Koalition war, lässt sich gut am Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 veranschaulichen. Es sollte die Industriestaaten verpflichten, ihre Emissionen verbindlich zu senken. Ein erster ernsthafter internationaler Vorstoß in Sachen Klimaschutz. Exxon und Co. war das natürlich ein Dorn im Auge.

    Die Global Climate Coalition schaltete Anzeigen in großen US-Zeitungen. Kyoto würde der Wirtschaft schaden und die Sache mit dem Klima sei wissenschaftlich gar nicht so eindeutig. Parallel dazu traten zwei Schlüsselfiguren der Anti-Klimaschutz-Lobby auf den Plan: die Koch-Brüder.

    Charles und der mittlerweile verstorbene David Koch sind durch ihren Privatkonzern Koch-Industries zu Milliardären geworden. Der Konzern produziert von Ölraffinerien über Chemie bis hin zu Papier und Dünger so ziemlich alles, was auf fossilen Brennstoffen basiert.

    Mit ihrem Reichtum haben sie ein gigantisches Netzwerk von Thinktanks, Lobbygruppen und Kampagnenorganisationen aufgebaut. Dazu gehören zum Beispiel das Cato Institute und das Competitive Enterprise Institute. Beide Organisationen lieferten fragwürdige Studien, die den Klimawandel kleinredeten und die Kosten von Kyoto übertrieben darstellten. 

    Die PR-Kampagnen hatten Erfolg: Unter Präsident George W. Bush zog sich die USA 2001 offiziell aus dem Kyoto-Prozess zurück. Ohne die USA als größtem Emittenten war das Abkommen massiv geschwächt. Ein Triumph für die Global Climate Coalition und die Koch-Brüder.

    Nicht der einzige. Die Einflussnahme der Koch-Brüder reicht bis in die Justiz. Über Jahrzehnte haben sie mit ihrem Netzwerk immer wieder versucht, konservative Richter an entscheidenden Stellen zu platzieren. Der vielleicht sichtbarste Erfolg: 2022 entschied der Supreme Court im Fall „West Virginia vs. EPA“, dass die US-Umweltbehörde nicht eigenmächtig den CO₂-Ausstoß von Kraftwerken begrenzen dürfe. Damit wurde der wichtigste Hebel der US-Regierung gegen Kohlekraftwerke abgesägt. 

    Heute ist das Narrativ der Klimaschutz-Gegner subtiler. Anstatt den Klimawandel zu leugnen, behaupten Konzerne nun, die Lösung sei nur eine Frage der Zeit oder neuer Technologien. Ein Beispiel: Saudi Aramco stellte auf einer Klimakonferenz „blauen Wasserstoff“ als Zukunftslösung vor. Dahinter verbirgt sich jedoch Wasserstoff aus Erdgas, bei dem weiter CO₂ entsteht.

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    Worum geht es in Männer, die die Welt verbrennen?

    In Männer, die die Welt verbrennen (2024) geht es um ein globales Netzwerk aus Konzernen, Politikern und Meinungsmachern, das seit Jahrzehnten Klimaschutz blockiert. Wir zeigen dir, wie sie mit gezielter Desinformation, Machtspielen und patriarchalen Strukturen die Krise verschärfen.

    Wer Männer, die die Welt verbrennen lesen sollte

    • Klimawandel-Skeptiker
    • Alle, die wissen wollen, warum der Klimaschutz es weltweit so schwer hat
    • Politik-Interessierte

    Über den Autor

    Christian Stöcker ist Professor für Digitale Kommunikation an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Zuvor hat er mehr als zehn Jahre das Ressort „Netzwelt“ bei Spiegel Online geleitet und schreibt dort bis heute eine wöchentliche Kolumne. Er hat mehrere Bücher zu Digitalisierung, Gesellschaft und Klimakrise veröffentlicht und wurde für seine Arbeit als Wissenschaftsjournalist mehrfach ausgezeichnet.

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