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Das sind die Blinks zu

Wir Erben

Was Geld mit Menschen macht

Von Julia Friedrichs
13 Minuten
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Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht von Julia Friedrichs

Es rollt eine Welle auf Deutschland zu, die das Leben vieler Menschen verändern und bestehende soziale Ungleichheiten weiter verschärfen wird: eine Erbschaftswelle. In den nächsten Jahrzehnten werden die Nachkommen einer wohlhabenden Generation große Vermögen übertragen bekommen – und damit neben Reichtum auch Verantwortung und Bürde. Diese Blinks beleuchten, inwiefern das Erben einzelne Schicksale und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft beeinflusst.

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  • Alle, die einen Blick in die Zukunft Deutschlands werfen möchten
  • Zukünftige Erben

Julia Friedrichs wurde 1979 in Westfalen geboren und studierte Journalistik in Dortmund. Heute arbeitet sie als freie Journalistin u.a. für den WDR und die Zeit und schreibt außerdem Sachbücher, in denen sie sich kritisch mit Themen zur sozialen Gerechtigkeit in Deutschland auseinandersetzt. Weitere, teilweise preisgekrönte Bestseller neben Wir Erben (2015) sind Gestatten: Elite und Deutschland dritter Klasse.

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Wir Erben

Was Geld mit Menschen macht

Von Julia Friedrichs
  • Lesedauer: 13 Minuten
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Wir Erben: Was Geld mit Menschen macht von Julia Friedrichs
Worum geht's

Es rollt eine Welle auf Deutschland zu, die das Leben vieler Menschen verändern und bestehende soziale Ungleichheiten weiter verschärfen wird: eine Erbschaftswelle. In den nächsten Jahrzehnten werden die Nachkommen einer wohlhabenden Generation große Vermögen übertragen bekommen – und damit neben Reichtum auch Verantwortung und Bürde. Diese Blinks beleuchten, inwiefern das Erben einzelne Schicksale und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft beeinflusst.

Kernaussage 1 von 8

Es rollt eine Erbschaftswelle auf Deutschland zu, die die Ungleichheit im Land verstärken wird.

Wir reden heute freizügiger denn je über Geld, aber das Thema Erben ist durch dessen Verknüpfung mit Tod und Trauer nach wie vor tabu. Das Problem ist nur: Wenn ein immer größerer Teil des nationalen Vermögens familienintern verwaltet wird, gerät der soziale Zusammenhalt ins Wanken. Und dann geht das Thema alle etwas an.

Tatsächlich steht Deutschland eine geradezu historische Erbschaftswelle bevor. Schätzungen zufolge werden im Laufe der nächsten Jahrzehnte satte 250 Milliarden Euro pro Jahr von einer Generation an die nächste weitergegeben. Die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herangewachsene Generation konnte in dieser langen Phase des Friedens und Wirtschaftswachstums stattliche Vermögen aufbauen. Und sie kommt jetzt in die Jahre. So werden diese Vermögenden ihren Nachkommen innerhalb von nur einem Jahrzehnt sage und schreibe ein Drittel des deutschen Gesamtvermögens übertragen. Wissenschaftler wie der Ökonom Thomas Piketty prophezeien daher, Deutschland werde sich zu einer Erbengesellschaft entwickeln. Nicht der eigene Fleiß und Verdienst, sondern die Familienzugehörigkeit würden in Zukunft darüber entscheiden, ob man in Wohlstand leben kann.

Damit ist das Hauptproblem klar: Der große Kuchen wird denkbar ungleich auf die Gesellschaft verteilt, und die bereits bestehende Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertieft. Tatsächlich scheint der Riss das Land ziemlich genau in zwei Hälften zu teilen – der Studie Erbschaften 2011 des Branchendienstes BBE Media zufolge werden die einen 50% etwas erben, während die anderen nichts oder gar Schulden vermacht bekommen. Dabei ist der Reichtum in Deutschland ohnehin schon reichlich ungleich verteilt: Die ärmere Bevölkerungshälfte hält 1% des Gesamtvermögens, die andere 99%. Nur in den USA und der Schweiz geht es in Sachen Vermögensverteilung noch ungerechter zu.

Die Kluft verläuft noch in einer weiteren Hinsicht mitten durchs Land und seine sozioökonomische Struktur. Rein statistisch betrachtet werden die größeren Geldsummen vor allem an westdeutsche Akademiker vererbt. Wer Eltern hat, die aus Ostdeutschland kommen und/oder Arbeiter, Angestellte oder arbeitslos sind, geht mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit leer aus. Das ist nicht nur ungerecht, es gefährdet auch das demokratische Fundament unserer Gesellschaft.

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