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Wohlstand und Armut der Nationen

Warum die einen reich und die anderen arm sind

Von David S. Landes
16 Minuten
Wohlstand und Armut der Nationen: Warum die einen reich und die anderen arm sind von David S. Landes

David Landes erklärt die Ursprünge des wirtschaftlichen Denkens und zeigt, welche Faktoren den Aufstieg des Kapitalismus begünstigt und welche ihn abgeschwächt haben. Er betrachtet dafür die erfolgreichsten Nationen und erläutert etwa, warum sich die industrielle Revolution ausgerechnet in Europa vollziehen musste und was Religion damit zu schaffen hat.

  • Jeder, der sich für Wirtschaftsgeschichte interessiert
  • Jeder, der wissen möchte, warum es einigen Ländern wirtschaftlich besser geht als anderen
  • Jeder, der sein Verständnis von Kultur und Zivilisation vertiefen möchte

David Landes (†2013) war Professor für Wirtschaftsgeschichte in Harvard und in zahlreichen wissenschaftlichen Akademien und Vereinigungen aktiv. Er erhielt sechsmal den Titel des Ehrendoktors und hat zahlreiche Artikel und mehrere Bücher zu verschiedenen Bereichen der Wirtschaftsgeschichte veröffentlicht.

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Wohlstand und Armut der Nationen

Warum die einen reich und die anderen arm sind

Von David S. Landes
  • Lesedauer: 16 Minuten
  • 10 Kernaussagen
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Wohlstand und Armut der Nationen: Warum die einen reich und die anderen arm sind von David S. Landes
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David Landes erklärt die Ursprünge des wirtschaftlichen Denkens und zeigt, welche Faktoren den Aufstieg des Kapitalismus begünstigt und welche ihn abgeschwächt haben. Er betrachtet dafür die erfolgreichsten Nationen und erläutert etwa, warum sich die industrielle Revolution ausgerechnet in Europa vollziehen musste und was Religion damit zu schaffen hat.

Kernaussage 1 von 10

Das Recht auf Eigentum ermöglichte wirtschaftlichen Fortschritt in Europa.

Woran liegt es, dass die Heimat des Kapitalismus und der industriellen Revolution ausgerechnet in Europa liegt und diese Region heute zu den reichsten der Welt zählt? Das war keineswegs ein glücklicher Zufall. Im Gegenteil: Die Weichen dafür wurden schon vor über 1.000 Jahren gestellt.

Eine wichtige Rolle spielten die Eigentumsrechte, die in Europa so stark waren wie nirgends sonst auf der Welt. In den despotischen Reichen Asiens und im alten Griechenland z.B. konnte ein Herrscher sich einfach alles von seinen Untertanen nehmen, was er wollte. Diese besaßen kein geschütztes Recht auf Eigentum. Bei den Bürgern bestand daher wenig Anreiz, hart zu arbeiten und sich Wohlstand zu erwirtschaften, denn kaum konnten sie sich etwas leisten, wurde es ihnen vielleicht am nächsten Tag schon wieder von den Dienern der Herrscher abgenommen.

In der germanischen Tradition war das anders: Jeder Krieger musste seinen eigenen Besitz verwalten und beschützen. Das Recht auf Eigentum hatte sich dort etabliert und deswegen zahlten sich Arbeit und Einfallsreichtum aus. Nach und nach wurden daraus Werte: Wer hart arbeitete und gute Ideen hatte, galt als erfolgreicher Mensch.

Schon früh gab es in Europa freie Städte, die durch ihre Bürger regiert wurden. Hier schützte das Gesetz erstmals die Kaufleute offiziell vor dem Eingreifen der Herrscher. Jeder durfte handeln und produzieren – was er damit verdiente, wurde zu seinem Eigentum. Das Recht auf Eigentum galt unabhängig vom sozialen Status: Wenn ein entflohener Leibeigener es z.B. schaffte, in eine freie Stadt zu gelangen, war er selbst frei und konnte sein Glück im Handel oder Handwerk versuchen.

Obwohl vieles an dieser Entwicklung eher zufällig als geplant war, legte das Recht auf Eigentum den Grundstein für neue Werte. Fleiß und Geschick wurden immer wichtiger, während der angeborene Status an Bedeutung verlor.

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