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Wer bin ich, wenn ich online bin …

...und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert

Von Nicholas Carr
15 Minuten
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Wer bin ich, wenn ich online bin …: … und was macht mein Gehirn solange? Wie das Internet unser Denken verändert von Nicholas Carr

Die Blinks zu Wer bin ich, wenn ich online bin (2010) gehen der Frage nach, wie das Internet unser Denken verändert. Sie zeigen auf, wie dieses neue Medium unsere Konzentrationsfähigkeit und unser Verständnis für komplexe Zusammenhänge einschränkt. Ohne die Fähigkeit, tiefer in ein Thema einzutauchen und sich Informationen zu merken, droht unsere Kultur zu verflachen.

  • Alle, die sich dafür interessieren, welche Auswirkungen das Internet auf unser Denken hat
  • Alle, denen es an Konzentrationsfähigkeit mangelt
  • Alle, die wissen möchten, wie sich unsere Kultur in Zeiten des Internets verändert

Nicholas Carr ist ein US-amerikanischer Autor und Wirtschaftsjournalist, der sich vor allem mit dem Einfluss von Technologie auf die Kultur beschäftigt. Er hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und schreibt regelmäßig für Zeitschriften wie den Guardian und die New York Times. Wer bin ich, wenn ich online bin war für den Pulitzerpreis nominiert.

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Wer bin ich, wenn ich online bin …

… und was macht mein Gehirn solange? Wie das Internet unser Denken verändert

Von Nicholas Carr
  • Lesedauer: 15 Minuten
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Wer bin ich, wenn ich online bin …: … und was macht mein Gehirn solange? Wie das Internet unser Denken verändert von Nicholas Carr
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Die Blinks zu Wer bin ich, wenn ich online bin (2010) gehen der Frage nach, wie das Internet unser Denken verändert. Sie zeigen auf, wie dieses neue Medium unsere Konzentrationsfähigkeit und unser Verständnis für komplexe Zusammenhänge einschränkt. Ohne die Fähigkeit, tiefer in ein Thema einzutauchen und sich Informationen zu merken, droht unsere Kultur zu verflachen.

Kernaussage 1 von 9

Unser Gehirn ist extrem anpassungsfähig.

Als Erwachsener noch ein Instrument lernen? Ziemlich schwierig, vielleicht sogar unmöglich. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – in diesem Punkt waren sich Volksmund und Wissenschaft lange Zeit einig.

Bis in die Siebzigerjahre herrschte die Annahme vor, dass unser Gehirn ähnlich wie eine Uhr funktioniert: In der Kindheit wird sie gebaut, die einzelnen Teile werden durch Zahnräder miteinander verbunden, bis sie schließlich perfekt läuft. Anpassungen sind im Nachhinein nicht mehr möglich. Die einzige Veränderung, die unser inneres Uhrwerk im Alter durchmacht, ist die, dass es Rost ansetzt und immer schwerfälliger wird.

Mittlerweile ist bekannt, dass es sich mit unserem Gehirn ganz anders verhält. Michael Merzenich war der Erste, der herausfand, dass das Gehirn auch im Alter noch lernfähig und wandelbar ist. 1968 amputierte er einem Affen einen Finger und stellte fest, dass das Gehirn des Affen zunächst mit Verwirrung reagierte: Sobald er das unterste Glied des amputierten Fingers berührte, wurden die Gehirnregionen aktiviert, die den Tastsinn in den nicht mehr vorhandenen Fingern kontrollierten. Doch schon wenige Wochen nach der Amputation hatte das Gehirn des Affen gelernt, die Berührung richtig zu lokalisieren.

Damit hatte Merzenich das Phänomen der sogenannten Neuroplastizität erstmals belegen können: Das Gehirn hat die Fähigkeit, sich an veränderte Umstände anzupassen. Die Neuroplastizität beschränkt sich nicht auf unsere Sinneswahrnehmungen, sondern gilt für alle neuronalen Aktivitäten: Sobald wir etwas Ungewohntes tun oder wahrnehmen, bilden sich neue Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen. Wenn eine Fähigkeit vertieft wird, werden diese Verbindungen verstärkt. Wenn wir etwas vergessen oder verlernen, bildet sich die entsprechende Verbindung zurück.

Unser Gehirn ist also stets im Wandel begriffen. Wie ein Schweizer Taschenmesser hat es für jede Situation das richtige Werkzeug parat – und wenn es einmal kein passendes Werkzeug findet, bildet es einfach ein neues aus. Im Erwachsenenalter ein Instrument zu lernen, ist also nicht nur möglich, sondern führt sogar dazu, dass sich unser Gehirn weiterentwickelt.

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