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Retromania

Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann

Von Simon Reynolds
12 Minuten
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Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann von Simon Reynolds

Retromania (2012) beschäftigt sich mit der Frage, warum seit dem Jahr 2000 nichts Neues mehr aus den Boxen schallt. Ab den 50ern hat die populäre Musik ständig ganz neue Richtungen hervorgebracht: Die Klänge der Beatles, Punk oder Rave waren bis kurz vor ihrer Entstehung fast unvorstellbar, doch diese Evolution kam plötzlich zum Stillstand. In seinem Buch untersucht Simon Reynolds, warum das so ist.

  • Musikliebhaber, die mehr über die Entwicklung der Popmusik erfahren wollen
  • Ältere Semester, die sich gerne an die Musik ihrer Jugend erinnern
  • Alle diejenigen, denen das, was heutzutage aus dem Radio kommt, auf die Nerven geht

Simon Reynolds ist ein englischer Musikkritiker und Journalist. In den 80er-Jahren arbeitete er für den Melody Maker, mittlerweile ist er selbstständig und schreibt unter anderem für den New Yorker und den Guardian. Außerdem hat er schon mehrere Bücher zur Geschichte der Punk- und Ravemusik veröffentlicht.

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Retromania

Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann

Von Simon Reynolds
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 7 Kernaussagen
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Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann von Simon Reynolds
Worum geht's

Retromania (2012) beschäftigt sich mit der Frage, warum seit dem Jahr 2000 nichts Neues mehr aus den Boxen schallt. Ab den 50ern hat die populäre Musik ständig ganz neue Richtungen hervorgebracht: Die Klänge der Beatles, Punk oder Rave waren bis kurz vor ihrer Entstehung fast unvorstellbar, doch diese Evolution kam plötzlich zum Stillstand. In seinem Buch untersucht Simon Reynolds, warum das so ist.

Kernaussage 1 von 7

Seit dem Jahr 2000 gab es weder in der experimentellen Musik noch im Mainstream-Pop etwas Neues.

Im Jahr 2016 auf ein Konzert zu gehen, kann ziemlich nervig sein, vor allem wenn experimentelle Musik gespielt wird. Endlose atonale Akkorde und merkwürdige Sound-Experimente reihen sich dort aneinander. Viele Musiker bemühen sich, auf diesem Weg etwas Neues zu erschaffen – doch in Wirklichkeit ist das, was sie spielen, schon ziemlich alt.

In den 90ern kamen bei solchen Experimenten am Rande der Eintönigkeit noch Innovationen zustande. Als sich damals der Techno entwickelte, nutzten die Leute plötzlich verlassene Lagerhallen, um unterstützt von illegalen Drogen nächtelang durchzutanzen.

Doch seit dem Jahr 2000 scheint in der Musikwelt alles stillzustehen. Wenn du dir die Schlagzeilen von Musikmagazinen wie The Wire, der Pitchfork oder dem Fact durchliest, wirst du schnell feststellen, dass auch die Redakteure dort nichts Revolutionäres entdecken können. Selbst die experimentellsten Musikrichtungen wie drone/noise, eine ziemlich minimalistische und repetitive Musik, improv, freie und unstrukturierte Musik, oder contemporary music, die atonal und verrückt ist, beziehen ihre Ideen von mehr als 20 Jahre alten Vorbildern.

Im Mainstream sieht es nicht besser aus. Viele Bands versuchen zwar, modern und innovativ zu erscheinen, sind es aber nicht. Das beste Beispiel dafür sind die Black Eyed Peas. Sie packen ihre Videos voll mit futuristischen Robotern und Szenen aus dem All, um möglichst modern zu wirken. Hinzu kommen dann noch Textzeilen wie „I’m so 3008, you’re so 2000 and late.“ Musikalisch kommt von ihnen allerdings nichts, was wir nicht schon tausendmal gehört hätten. Ihre Rhythmen klingen verdächtig nach denen von Missy Elliott in den späten 90ern und das Auto-Tune, also die Tonhöhen-Veränderungen, haben sie sich von Cher abgeguckt, die es schon 1998 bei ihrem Hit „Believe“ einsetzte.

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