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Das sind die Blinks zu

Das Ende der Demokratie

Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt

Von Yvonne Hofstetter
15 Minuten
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Das Ende der Demokratie: Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt von Yvonne Hofstetter

Wir leben im digitalen Zeitalter. Wissen und Nachrichten sind heutzutage besser zugänglich denn je. Und trotzdem gibt es so vieles, von dem wir nichts wissen; so vieles, das im Verborgenen stattfindet; Veränderungen, die hinter den Kulissen angetrieben werden, sodass wir nur ihre Folgen sehen können – wenn überhaupt. Das Ende der Demokratie (2016) thematisiert die historische Entstehungsgeschichte der Digitalisierung. Es geht darum, wer sie aus welchen Zwecken antreibt und welche Folgen sie auf unsere Gesellschaft hat. Es wird erklärt, wie große Konzerne unsere Daten sammeln und missbrauchen und welche Macht sie dadurch gewinnen. Diese Blinks ermutigen dazu, etwas gegen diese Entwicklungen zu unternehmen und Demokratie neu zu denken im Zeitalter der Digitalisierung.

  • Smartphone-Junkies, Facebook-Fanatiker und Internet-Apologeten
  • Jeder, der denkt, das Internet sei ein neutraler Raum
  • Alle, die sich um die Zukunft Europas sorgen

Yvonne Hofstetter wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren, studierte Jura ist und leitet seit 2009 Teramark Technologies, ein deutsches Technologieunternehmen. Hofstetter interessiert sich vor allem für die Digitalisierung und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen. Ihr erstes Buch Sie wissen alles erschien 2014 und hatte eine prägende Wirkung auf die Debatte rund um die Folgen der Digitalisierung. Hofstetter empfiehlt Datensparsamkeit, besitzt kein Smartphone und benutzt kein Facebook – aus Protest und aus Selbstschutz gegen das Sammeln und den Missbrauch von persönlichen Daten.

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Das Ende der Demokratie

Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt

Von Yvonne Hofstetter
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
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Das Ende der Demokratie: Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt von Yvonne Hofstetter
Worum geht's

Wir leben im digitalen Zeitalter. Wissen und Nachrichten sind heutzutage besser zugänglich denn je. Und trotzdem gibt es so vieles, von dem wir nichts wissen; so vieles, das im Verborgenen stattfindet; Veränderungen, die hinter den Kulissen angetrieben werden, sodass wir nur ihre Folgen sehen können – wenn überhaupt. Das Ende der Demokratie (2016) thematisiert die historische Entstehungsgeschichte der Digitalisierung. Es geht darum, wer sie aus welchen Zwecken antreibt und welche Folgen sie auf unsere Gesellschaft hat. Es wird erklärt, wie große Konzerne unsere Daten sammeln und missbrauchen und welche Macht sie dadurch gewinnen. Diese Blinks ermutigen dazu, etwas gegen diese Entwicklungen zu unternehmen und Demokratie neu zu denken im Zeitalter der Digitalisierung.

Kernaussage 1 von 9

Unsere Welt ist komplex und befindet sich stets am Rande des Chaos.

Wir kennen wohl kaum etwas besser als unseren Körper – zumindest glauben wir das. Bedenkt man allerdings die vielen Prozesse, welche darin ablaufen – Vorgänge, die wir nicht kontrollieren können und von denen wir kaum etwas verstehen –, kann von Kenntnis kaum die Rede sein. Unser Körper ist ein komplexes System.

Das gesamte Leben besteht aus einer Vielzahl solcher Systeme. Jedes konstituiert sich aus zahlreichen Bestandteilen, die untereinander kommunizieren und interagieren. So besteht das komplexe System des Körpers bspw. aus Milliarden von Zellen, die in einem ständigen Austausch miteinander stehen – ganz ähnlich wie die Nutzer eines sozialen Netzwerkes.

Zur Erforschung solcher Systeme gibt es einen eigenen wissenschaftlichen Fachbereich: Die Komplexitätsforschung. Ihr Vorgänger war die Chaostheorie, welche 1960 die Wissenschaft revolutionierte, jedoch abgelöst wurde, als sich herausstellte, dass die meisten Systeme nur phasenweise chaotisch sind. Außerhalb dieser Phasen zeigten die erforschten Systeme stabilisierende Strukturen. Man benannte sie daher in „komplexe Systeme“ um und erkannte bald in allen möglichen wissenschaftlichen Bereichen immer mehr solcher Systeme wie z.B. das Klima oder den Finanzmarkt.

In den 70ern fand man dann heraus, dass komplexe Systeme bestimmte Eigenschaften teilen. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist die Dynamik. Das bedeutet: Komplexe Systeme sind nicht statisch, sondern verändern sich fortwährend. Allerdings verlaufen diese Veränderungen nicht linear und sind nicht vorhersehbar. Deshalb kann auch niemand sagen, welche Reaktionen ein bestimmter Post bei Facebook auslösen wird oder welche Themen übermorgen bei Twitter aktuell sind.

Und weil das noch nicht kompliziert genug ist, rivalisieren die Systeme auch noch untereinander. Das liegt daran, dass jedes Individuum Teil von mehreren Systemen ist, die unterschiedlich funktionieren. Jeder Facebook-User in Europa bspw. ist zugleich auch Teil eines demokratischen Systems, das jedoch viel langsamer reagiert als soziale Medien. Wenn nun zwei solcher Systeme aufeinander treffen, muss sich eines der beiden anpassen. Geschieht das nicht, verliert es seine stabilisierenden Strukturen.

Genau das passiert, wenn sich die demokratische Meinungsbildung nicht ans Tempo der Sozialen Medien anpasst. Sie wird dann, um es einfach auszudrücken, chaotisch. Das ist besonders fatal, wenn es um komplexe politische Themen geht. Anstatt diesen durch genaue Analysen und ausgewogene Berichte gerecht zu werden, setzen sich in sozialen Medien oft rasend schnell bestimmte Meldungen und Meinungen durch und es werden im Affenzahn sogenannte fake news verbreitet, die die fundierte Meinungsbildung torpedieren.

Die schädlichen Folgen finden schon statt. Jetzt gerade.

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