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In einer Serie von Zeitungsartikeln zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage nimmt Piketty die Eurokrise unter die Lupe. Er beleuchtet verschiedene Aspekte und skizziert einen Lösungsweg hin zu einem politisch starken, vereinigten Europa, das die Kontrolle über die Finanzmärkte zurückgewinnt.

  • Jeder, der die Wirtschaftskrise besser verstehen will
  • Jeder, der herausfinden möchte, wie wir die Krise in den Griff bekommen können
  • Jeder, der wissen will, was finanzpolitisch in Europa passiert

Thomas Piketty ist ein französischer Professor für Wirtschaftswissenschaft. Er unterrichtet an der Paris School of Economics. 2014 erschien sein Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, das international viel Aufmerksamkeit erregte. Für dieses Buch wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, eine Nominierung für die französische Ehrenlegion lehnte er jedoch ab.

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Die Schlacht um den Euro

Interventionen

Von Thomas Piketty
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • 9 Kernaussagen
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Die Schlacht um den Euro: Interventionen von Thomas Piketty
Worum geht's

In einer Serie von Zeitungsartikeln zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage nimmt Piketty die Eurokrise unter die Lupe. Er beleuchtet verschiedene Aspekte und skizziert einen Lösungsweg hin zu einem politisch starken, vereinigten Europa, das die Kontrolle über die Finanzmärkte zurückgewinnt.

Kernaussage 1 von 9

Meinungsmacher: Die Medien machen es uns nicht einfach, die Krise zu verstehen.

Grexit, Hilfspaket, Rettungsschirm und Troika – diese Begriffe dürften jedem, der ab und an Nachrichten sieht oder liest, schon seit längerer Zeit bekannt sein. Doch wie war das nochmal genau? Was ist der Unterschied zwischen der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds? Und wer steht in diesem ganzen Chaos eigentlich auf der guten Seite?

Keine Angst, du bist nicht allein! Die Finanzkrise oder Euro-, Schulden- und Griechenlandkrise, wie sie auch genannt wird, ist solch ein komplexes Thema, dass nur die wenigsten Menschen da noch wirklich durchblicken. Und die öffentlichen Institutionen scheinen leider kein Interesse daran zu haben, dass sich das bessert. Stattdessen beeinflussen sie die Medien und die Berichterstattung so, wie es ihnen gerade in den Kram passt.

Und auch die andere Seite erledigt ihre Arbeit hier nur ungenügend: Die Medien recherchieren oft nicht gründlich genug und übernehmen die Vorlagen aus den Ministerien und Behörden, ohne sie zu hinterfragen, solange sie nur in ihr politisches Programm passen. Das Ergebnis sind scheinbar objektive Artikel, die jedoch nicht die ganze Wahrheit erzählen oder sie verdreht darstellen. Das macht es uns Bürgern nicht gerade leicht, bei diesem Thema einen Überblick jenseits von Ressentiments und Stimmungsmache zu gewinnen.

Illustrieren lässt sich diese subjektive Berichterstattung anhand eines Artikels, der im September 2011 in der französischen Wirtschaftszeitung Les Échos erschien: Darin verkündete der Autor, dass die Reichen nicht weniger Steuern zahlen würden als andere. Die Bürger sollten also aufhören, sich über eine angebliche Bevorzugung der Besserverdienenden aufzuregen.

Was der Autor allerdings nicht weiter beachtete, war, dass bei dieser Berechnung nur das steuerpflichtige, nicht aber das tatsächliche Einkommen berücksichtigt wurde. Das verfälschte die Zahlen jedoch völlig, denn die Wohlhabenden können einen großen Teil ihres Einkommens in Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen „parken“, ohne dafür auch nur einen Cent Steuern zahlen zu müssen. Das hat zur Folge, dass Reiche meist weniger als 15 % ihres Realeinkommens versteuern.

Auch die Finanzierung von Medien spielt bei der Meinung, die sie vertreten, leider keine unbedeutende Rolle. So gehört die oben genannte Les Échos z.B. einem engen Freund des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Das macht eine kritische Berichterstattung sicher nicht einfacher.

Wir dürfen also nicht blind auf das vertrauen, was wir in den Medien vorgesetzt bekommen. Um etwas mehr von der aktuellen Eurokrise zu verstehen, müssen wir uns mit den Hintergründen auseinandersetzen und hinterfragen, was wir hören, sehen und lesen. Die nächsten blinks sollen dabei helfen.

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