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Die Schlacht um den Euro

Interventionen

Von Thomas Piketty
15 Minuten
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Die Schlacht um den Euro von Thomas Piketty

Auf Grundlage von Zeitungsartikeln zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage nehmen die Blinks zu Die Schlacht um den Euro (2015) die Eurokrise unter die Lupe. Sie beleuchten verschiedene Aspekte und skizzieren einen Lösungsweg hin zu einem politisch starken, vereinten Europa, das die Kontrolle über die Finanzmärkte zurückgewinnt.

  • Alle, die die Wirtschaftskrise besser verstehen wollen
  • Politik- und Wirtschaftsberater, die herausfinden wollen, wie die Wirtschaftskrise beendet werden kann
  • Studierende der VWL

Thomas Piketty ist ein französischer Professor für Wirtschaftswissenschaft. Er unterrichtet an der Paris School of Economics. 2014 erschien sein Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, das international viel Aufmerksamkeit erregte. Für dieses Buch wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, eine Nominierung für die französische Ehrenlegion lehnte er jedoch ab.

 

Original: Die Schlacht um den Euro © 2915 C.H.Beck, München

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Die Schlacht um den Euro

Interventionen

Von Thomas Piketty
  • Lesedauer: 15 Minuten
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Die Schlacht um den Euro von Thomas Piketty
Worum geht's

Auf Grundlage von Zeitungsartikeln zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage nehmen die Blinks zu Die Schlacht um den Euro (2015) die Eurokrise unter die Lupe. Sie beleuchten verschiedene Aspekte und skizzieren einen Lösungsweg hin zu einem politisch starken, vereinten Europa, das die Kontrolle über die Finanzmärkte zurückgewinnt.

Kernaussage 1 von 9

Die Medien machen es uns nicht einfach, die Krise zu verstehen.

Grexit, Hilfspaket, Rettungsschirm und Troika – diese Begriffe dürften jedem, der ab und an Nachrichten sieht oder liest, seit längerer Zeit bekannt sein. Doch wie war das nochmal genau? Was ist der Unterschied zwischen der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds? Und wer steht in diesem ganzen Chaos eigentlich auf der guten Seite? 

Keine Angst, du bist nicht allein! Die Finanzkrise oder Euro-, Schulden- und Griechenlandkrise, wie sie auch genannt wird, ist so ein komplexes Thema, dass nur die Wenigsten da noch wirklich durchblicken. Und die öffentlichen Institutionen scheinen leider kein Interesse daran zu haben, dass sich das bessert. Stattdessen beeinflussen sie die Medien und die Berichterstattung so, wie es ihnen gerade in den Kram passt. 

Und auch die andere Seite erledigt ihre Arbeit nur unzureichend: Die Medien recherchieren oft nicht gründlich genug und übernehmen die Vorlagen der Ministerien und Behörden unhinterfragt, solange sie in ihr politisches Programm passen. Das Ergebnis sind scheinbar objektive Artikel, die jedoch nicht die ganze Wahrheit beleuchten oder sie verdreht darstellen. Das macht es uns Bürgern nicht gerade leicht, einen Überblick über das Thema jenseits von Ressentiments und Stimmungsmache zu gewinnen.

Illustrieren lässt sich diese subjektive Berichterstattung anhand eines Artikels, der im September 2011 in der französischen Wirtschaftszeitung Les Échos erschien: Darin verkündete der Autor, dass die Reichen nicht weniger Steuern zahlen würden als andere. Die Bürger sollten also aufhören, sich über eine vermeintliche Bevorzugung der Besserverdienenden aufzuregen. 

Was der Autor allerdings nicht weiter beachtete, war, dass bei dieser Berechnung nur das steuerpflichtige, nicht aber das tatsächliche Einkommen berücksichtigt wurde. Das verfälschte die Zahlen völlig, denn die Wohlhabenden können einen großen Teil ihres Einkommens in Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen „parken“, ohne dafür auch nur einen Cent Steuern zahlen zu müssen. Das hat zur Folge, dass Reiche meist weniger als 15 Prozent ihres Realeinkommens versteuern.

Auch die Finanzierung von Medien spielt bei der Meinung, die sie vertreten, leider keine unbedeutende Rolle. So gehört die zuvor genannte Les Échos zum Beispiel einem engen Freund des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Das macht eine kritische Berichterstattung sicher nicht einfacher.

Wir dürfen also nicht blind auf das vertrauen, was wir in den Medien vorgesetzt bekommen. Um die aktuelle Eurokrise besser zu verstehen, müssen wir uns mit den Hintergründen auseinandersetzen und hinterfragen, was wir hören, sehen und lesen. Die nächsten Blinks sollen dabei helfen.

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