Das sind die Blinks zu

Tick, tack

Wie unser Zeitgefühl im Kopf entsteht

Von Claudia Hammond
21 Minuten
Audio-Version verfügbar
Tick, tack von Claudia Hammond

Unser Zeitgefühl ist ein beständiges Mysterium. Warum vergeht die Zeit manchmal wie im Flug, während sie ein anderes Mal zäh und unbezwingbar wirkt? Tick, tack (2019) verbindet Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft und Biologie mit psychologischen Einsichten, um der Lösung des Rätsels einen Schritt näherzukommen. Unsere Blinks liefern einen Überblick über die wichtigsten Antworten und geben wertvolle Tipps, wie du dein Zeitempfinden selbst steuern kannst. 

  • Menschen mit chronischem Zeitdruck 
  • Jeder, der das Gefühl nicht loswird, dass die Zeit heutzutage schneller vergeht
  • Alle, die sich schlecht an genaue Daten von Ereignissen erinnern können

Claudia Hammond ist Autorin und Moderatorin beim britischen BBC World Service und BBC Radio 4 und wurde mehrfach für ihre eingängige Vermittlung von Forschungsergebnissen ausgezeichnet. In ihren Büchern widmet sie sich vornehmlich der Psychologie des menschlichen Gehirns. Außerdem von ihr erschienen ist der Titel Erst denken, dann zahlen: Die Psychologie des Geldes und wie wir sie nutzen können (2017).

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Tick, tack

Wie unser Zeitgefühl im Kopf entsteht

Von Claudia Hammond
  • Lesedauer: 21 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 13 Kernaussagen
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Tick, tack von Claudia Hammond
Worum geht's

Unser Zeitgefühl ist ein beständiges Mysterium. Warum vergeht die Zeit manchmal wie im Flug, während sie ein anderes Mal zäh und unbezwingbar wirkt? Tick, tack (2019) verbindet Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft und Biologie mit psychologischen Einsichten, um der Lösung des Rätsels einen Schritt näherzukommen. Unsere Blinks liefern einen Überblick über die wichtigsten Antworten und geben wertvolle Tipps, wie du dein Zeitempfinden selbst steuern kannst. 

Kernaussage 1 von 13

Obwohl die Zeit gleichmäßig fließt, nehmen wir sie unterschiedlich wahr.

Wahrscheinlich kennst du das: Manchmal scheint die Zeit so zäh wie Kaugummi und jede Minute wirkt wie eine Ewigkeit. Ein anderes Mal vergehen die Stunden wie im Handumdrehen und wir fragen uns, wo sie nur geblieben ist. Was steckt hinter diesem sonderbaren Phänomen?

Die Antwort lautet: unsere Wahrnehmung. Während die Zeit im unveränderlichen Rhythmus vergeht, ändert sich unsere Wahrnehmung ständig. Drei Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Der erste Faktor sind unsere Gefühle. Wenn wir zum Beispiel Angst fühlen, verarbeiten wir die von unseren Sinnen gelieferten Informationen gründlicher – was wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. In unserer Wahrnehmung schaltet die Zeit dann einen Gang herunter.

Der Neurowissenschaftler David Eagleman wollte es genauer wissen und warf eine Gruppe Probanden von einem Wolkenkratzer – selbstverständlich mit Sicherheitsgurt. Die durch den Sturz ausgelöste Angst führte dazu, dass die Teilnehmer ihre Umgebung viel genauer wahrnahmen. Sie hatten den Eindruck, als verlangsamte sich die Zeit.

Der zweite Faktor neben den Gefühlen ist unsere Erinnerung. Je mehr Erinnerungen wir abspeichern, desto langsamer scheint die Zeit zu vergehen. Auch das hängt eng mit unseren Gefühlen zusammen. Wenn wir etwa unter Druck stehen, sind unsere Sinne extra wach und unser Hirn legt besonders viele neue Erinnerungen an.

Ein kleines Beispiel: Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die öffentliches Reden hassen. Und jetzt stell dir vor, du sollst einen fünfminütigen Kurzvortrag halten. Wenn du dann endlich auf die Bühne trittst, steht dir der Schweiß auf der Stirn und dein Herz rast. Genau dieser Stress führt dazu, dass dein Gehirn viel mehr Details von der Veranstaltung aufzeichnet, als es im entspannten Zustand der Fall wäre. Dadurch entstehen ungewöhnlich viele Erinnerungen, etwa von den Leuten in der ersten Reihe, der Farbe des Mikrofons oder anderer Nebensachen. Das Ergebnis? Fünf Minuten wirken wie eine Unendlichkeit.

Der letzte Faktor: Auch unsere Körpertemperatur hat einen Einfluss auf unser Zeitgefühl. Das konnte der US-amerikanische Neurowissenschaftler Hudson Hoagland nachweisen. Aufmerksam auf das Phänomen wurde er bei seiner Ehefrau, die mit einer Grippe im Bett lag. Hoagland kümmerte sich liebevoll um seine bessere Hälfte und verbrachte, bis auf ein paar Minuten, die gesamte Zeit an ihrem Bett sitzend. Trotzdem beschwerte sie sich über seine ständige Abwesenheit. Etwas verwundert über ihr sonderbares Zeitgefühl, führte Hoagland ein Experiment durch. Mit erstaunlichem Ergebnis: Je höher das Fieber der Frau, desto schneller verging für sie die Zeit.

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