Das sind die Blinks zu

Miro

Die offizielle Biografie von Miroslav Klose

Von Ronald Reng
16 Minuten
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Miro von Ronald Reng

Miro (2019) zeichnet das Porträt des Fußballers Miroslav Klose. Bekannt für seine wuchtigen Kopfbälle und überschwänglichen Vorwärtssaltos, hat er im deutschen Fußball eine Ära geprägt. Diese Blinks erzählen die hoffnungsvolle Geschichte seines unwahrscheinlichen Aufstiegs: vom Kind einer polnischen Einwandererfamilie über die SG Blaubach-Diedelkopf zum deutschen Stürmer-Star.

  • Eingefleischte Fußballfans
  • Alle, die bei den letzten WMs mit der deutschen Nationalelf mitgefiebert haben
  • Nachwuchskicker, die von den großen Stadien der ersten Liga träumen

Ronald Reng ist Sportjournalist und erfolgreicher Autor zahlreicher Fußballbücher. Seine Biografie über den Torwart Robert Enke, der sich 2009 das Leben nahm, dominierte zehn Wochen lang die Spiegel-Bestsellerliste. Sein Buch Spieltage: Die andere Geschichte der Bundesliga gewann 2013 den NDR-Kultur-Sachbuchpreis.

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Miro

Die offizielle Biografie von Miroslav Klose

Von Ronald Reng
  • Lesedauer: 16 Minuten
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Miro von Ronald Reng
Worum geht's

Miro (2019) zeichnet das Porträt des Fußballers Miroslav Klose. Bekannt für seine wuchtigen Kopfbälle und überschwänglichen Vorwärtssaltos, hat er im deutschen Fußball eine Ära geprägt. Diese Blinks erzählen die hoffnungsvolle Geschichte seines unwahrscheinlichen Aufstiegs: vom Kind einer polnischen Einwandererfamilie über die SG Blaubach-Diedelkopf zum deutschen Stürmer-Star.

Kernaussage 1 von 10

Kloses Familie ließ den Eisernen Vorhang hinter sich und begann ein neues Leben in einer deutschen Kleinstadt.

Selbst Fußballmuffel haben den Namen schon gehört: Miroslav Klose. Für die deutsche Nationalmannschaft schoss er 16 WM-Tore, mehr als jeder andere Spieler in der Geschichte des Fußballs. Blickt man jedoch auf seine Kindheit und Jugend zurück, erscheint Miros kometenhafter Aufstieg in den Fußballolymp umso unglaublicher.

Miroslav Klose wurde 1978 im kommunistischen Polen geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Die Familie lebte in einer winzigen 2-Zimmer-Wohnung im Plattenbau, wo der kleine Mirek und seine Schwester Marzena auf Ausziehsesseln schliefen, die nachts als Betten dienten. Doch nicht nur der Wohnraum war knapp, auch Lebensmittel waren Mangelware. So kam es durchaus vor, dass Miroslav stundenlang beim Bäcker in der Schlange wartete, bloß um dann mit leeren Händen nach Hause zu kommen, weil die Backwaren bereits ausverkauft waren, bevor er an der Reihe war.

Ende der Achtzigerjahre sah Miroslavs Vater Josef Klose für seine Familie keine Zukunft mehr in Polen. Doch das lag weder an den bescheidenen Verhältnissen und der Lebensmittel- und Benzinknappheit noch an den unberechenbaren und willkürlichen Preissteigerungen. Tatsächlich predigte Josef Klose stets die Tugend, mit den Widrigkeiten des Lebens klaglos zurechtzukommen. 

Was den Familienvater bewog, mit seiner Familie aus Polen zu fliehen, war vielmehr die Endzeitstimmung, die sich 1987 in den polnischen Städten ausbreitete. Wenn eine Gesellschaft derart in Zynismus und Pessimismus verfällt, ist sie verloren, so Josefs Überzeugung. Für ihn stand von da an fest, dass die Zukunft seiner Familie in Deutschland lag. Und wie es das Schicksal wollte, bot eine anstehende Zahn-OP Josefs in der BRD die erforderliche Begründung für eine Reiseerlaubnis.

Familie Klose wurde schließlich in der pfälzischen Kleinstadt Kusel heimisch, in einer hauptsächlich von Migranten bewohnten Siedlung. Vater Josef hatte schon von Polen aus die Wohnungssuche begonnen. Der kleine Mirek, damals neun Jahre alt, fand bald die ersten Freunde auf dem Bolzplatz. Sein Deutsch war zwar noch gebrochen, doch das ging seinen Spielkameraden nicht anders, deren Muttersprachen Russisch oder Polnisch waren. 

Viele Kinder entstammten sogenannten „Multiproblemfamilien“, so der Terminus beim Jugendamt. Deshalb sahen es die Eltern eigentlich nicht gern, wenn Mirek mit ihnen spielte, doch für ihn waren sie einfach Kumpels, mit denen er kickte und im Winter auf der „Todesbahn“ auf Plastikbeuteln den Hang hinabraste. Einen richtigen Schlitten besaß kaum eines der Kinder.

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