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In schlechten wie in guten Tagen

Die Ehe – eine Liebesgeschichte

Von Stephanie Coontz
13 Minuten
Audio-Version verfügbar
In schlechten wie in guten Tagen: Die Ehe – eine Liebesgeschichte von Stephanie Coontz

In schlechten wie in guten Tagen (2006) betrachtet die Geschichte der Ehe von ihrer Entstehung bis heute. Über Jahrhunderte hat diese Institution, die das Leben so vieler Menschen zu einem großen Teil bestimmt, einige Wandlungen durchgemacht, von der wirtschaftlichen Zweckgemeinschaft und einem politischen Akt zum Ausdruck gegenseitiger Zuneigung.

  • Alle, die sich für Sozialgeschichte und die Rolle der Familie in der Vergangenheit interessieren
  • Eheleute und Heiratswillige
  • Zweifler an der traditionelle Ehe als Form des Zusammenlebens

Stephanie Coontz ist eine US-amerikanische Autorin und Sozialhistorikerin. Sie unterrichtet Geschichte und Familienwissenschaften am Evergreen State College in Olympia, Washington und ist die leitende Forschungsbeauftragte des Council on Contemporary Families. Sie hat schon mehrere Bücher zu den Themen Familie und Gender veröffentlicht, u.a. The Way We Never Were.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

In schlechten wie in guten Tagen

Die Ehe – eine Liebesgeschichte

Von Stephanie Coontz
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
In schlechten wie in guten Tagen: Die Ehe – eine Liebesgeschichte von Stephanie Coontz
Worum geht's

In schlechten wie in guten Tagen (2006) betrachtet die Geschichte der Ehe von ihrer Entstehung bis heute. Über Jahrhunderte hat diese Institution, die das Leben so vieler Menschen zu einem großen Teil bestimmt, einige Wandlungen durchgemacht, von der wirtschaftlichen Zweckgemeinschaft und einem politischen Akt zum Ausdruck gegenseitiger Zuneigung.

Kernaussage 1 von 8

Ursprünglich diente die Ehe dazu, den Frieden zu wahren.

Für die meisten von uns wäre es vollkommen unvorstellbar, jemanden zu heiraten, den wir nicht lieben. Wie sollen wir denn mit irgendeiner beliebigen Person unser ganzes Leben verbringen und womöglich sogar noch Sex haben und Kinder großziehen?

Genau das war allerdings für die längste Zeit seit Erfindung der Ehe der Normalfall. Dass zu einer Heirat auch die Liebe gehört, ist eine relativ neue Vorstellung. Im Mittelalter wurde das Wort „Liebe“ z.B. niemals für ein verheiratetes Paar gebraucht. Es wurde eher von der Liebe zu Gott, zur Familie oder zu Freunden gesprochen. Im traditionellen Indien galt sich in der Ehe zu verlieben sogar als etwas Gefährliches. Die Menschen dachten, dass die es unsozial sei, den Menschen unberechenbar mache und die Autorität der Familie gefährde, wenn sich jemand in seinen Ehepartner verliebt.

Statt um die Liebe ging es bei Eheschließungen früher darum, Verwandtschaftsverhältnisse zu erschaffen und dadurch den Frieden zu sichern. Das hat mit der Art zu tun, wie unsere Vorfahren als Jäger und Sammler lebten: Sie streiften in Gruppen auf der Suche nach Nahrung umher. Sobald sie auf eine andere Gruppe trafen, bestand die Gefahr, dass ein Kampf ausbrach. Da war es auf die Dauer gesehen für alle Beteiligten besser, wenn die Gruppen sich so verbanden, dass sie zwar immer noch getrennt voneinander unterwegs waren, aber keine Feindschaft mehr in Frage kam. Die Ehe war die Lösung für dieses Problem.

Durch die Verbindungen zweier Menschen wurden vollkommen Fremde oder sogar Feinde plötzlich zu Verwandten. Solche Verwandtschaftsbeziehungen waren die beste Methode, um langfristig für Frieden zu sorgen. Kein Wunder, dass ein altes angelsächsische Wort für Ehefrau wörtlich übersetzt „Friedensweber“ bedeutete.

Die Ehe half unseren Vorfahren aber nicht nur dabei, den Frieden zu bewahren, sondern sie hatte auch wirtschaftliche Vorteile.

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