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Das sind die Blinks zu

Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch!

Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt

Von Martin Wehrle
18 Minuten
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Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch!: Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt von Martin Wehrle

Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch! (2018) ist Martin Wehrles Abrechnung mit der deutschen Arbeitswelt – und ein Satz, der so manchem Arbeitnehmer zu Recht über die Lippen geht. Diese Blinks zerren die Machenschaften vieler Arbeitgeber gnadenlos ans Licht: sinnlose Vorschriften, lähmende Bürokratie und kurzsichtige Sparkurse. Sie zeigen zudem, was wir gemeinsam tun können, um die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

  • Arbeitnehmer, die mitunter an ihrem Job verzweifeln
  • Alle, die wissen wollen, worauf man bei der Suche nach einem guten Arbeitgeber achten muss
  • Führungskräfte, denen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter wichtig ist

Martin Wehrle ist Journalist, Karriereberater und Sachbuchautor. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine ZEIT-Kolumne und seinen erfolgreichen YouTube-Kanal für Karrieretipps. Der Focus bezeichnete ihn einst als „Deutschlands bekanntesten Karriereberater“. Wehrle hat außerdem eine eigene Akademie für Karriereberater in Hamburg gegründet, wo er seine Erfahrungen als Führungskraft teilt und seine Schüler erfolgreich zu Karriere-Coaches ausbildet.

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Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch!

Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt

Von Martin Wehrle
  • Lesedauer: 18 Minuten
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Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch!: Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt von Martin Wehrle
Worum geht's

Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch! (2018) ist Martin Wehrles Abrechnung mit der deutschen Arbeitswelt – und ein Satz, der so manchem Arbeitnehmer zu Recht über die Lippen geht. Diese Blinks zerren die Machenschaften vieler Arbeitgeber gnadenlos ans Licht: sinnlose Vorschriften, lähmende Bürokratie und kurzsichtige Sparkurse. Sie zeigen zudem, was wir gemeinsam tun können, um die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

Kernaussage 1 von 11

Viele Mitarbeiter werden genötigt, sich stur an realitätsferne Vorgaben zu halten.

Stell dir vor, du bist die gute Seele eines Cafés. Du kennst die Namen sämtlicher Stammgäste und weißt, was sie mögen. Sie lieben dich für diese persönliche Betreuung und dafür, dass du ihnen nichts aufdrängst, was sie nicht haben wollen. Und jetzt stell dir vor, du wirst nach einer Qualitätskontrolle vom Filialleiter abgemahnt, weil du nicht jedem Gast zusätzliche Produkte anbietest. Klingt kontraproduktiv, oder?

Ist es auch, dennoch stammt das Beispiel leider aus der Realität. Emma wurde vom Filialleiter ihres Cafés gezwungen, sich an die Firmenrichtlinien zu halten und allen Kunden zusätzlich zu ihren Bestellungen weitere Speisen anzupreisen. Dabei schätzten gerade ihre Stammgäste ihre Unaufdringlichkeit. Emmas Fall ist ein gutes Beispiel für die sinnlose Regulierungswut in deutschen Unternehmen.

Viele Firmen schreiben sich wohlklingende Werte wie „Mitarbeiterorientierung“ auf die Fahnen. Aber die meisten von ihnen beharren blind auf Vorschriften, die am Ende den Kundenservice verschlechtern und die Mitarbeiter frustrieren. Die Resignation drückt sich in Zahlen aus: So sagen 70% der deutschen Angestellten, sie leisteten nur noch „Dienst nach Vorschrift“. Auch Emma, die als eine der beliebtesten Baristas ihres Cafés sicher gern zur Arbeit kam, wird nach dem ungerechtfertigten Rüffel kaum noch Freude an ihrem Job gehabt haben.

In anderen Fällen sind die Vorgaben der Vorgesetzten nicht nur unnütz, sondern obendrein auch vollkommen unrealistisch. Wolf z.B. sollte als Bauingenieur in nur 18 Monaten ein Einkaufszentrum fertigstellen. Er sagte dem Management seiner Firma, das sei schlichtweg nicht zu schaffen. Doch seine Chefs hielten stur an der irrwitzigen Planung fest.

Als Fachkräfte fehlten und die Elektrik Probleme machte, warnte Wolf erneut, aber das Management bestand auf der Deadline. Wolf musste pfuschen. Er heuerte Schwarzarbeiter an und gab den Bau frei, obwohl noch nicht alles fertig war. Als dann bei der Eröffnung des Einkaufszentrums die Lichter streikten, wurde Wolf von seinen Vorgesetzten an den Pranger gestellt.

Was sagt uns das alles? Viel zu viele Angestellte in Deutschland sollen sich blind an unsinnige Vorgaben halten – wie rückgratlose Roboter. Und genauso bedingungslos sollen sie ihren Chefs auch zur Verfügung stehen.

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