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Das sind die Blinks zu

exit RACISM

rassismuskritisch denken lernen

Von Tupoka Ogette
13 Minuten
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exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen von Tupoka Ogette

Rassismus ist ein Schreckgespenst. Er terrorisiert Unschuldige, gilt als zivilgesellschaftliches Tabu und wird daher im Alltag am liebsten totgeschwiegen oder verdrängt. Für die durch ihn Diskriminierten ist er allerdings ausgesprochen real und spürbar. Diese Blinks zu Tupoka Ogettes exit RACISM (2018) sind ein Crashkurs zum Thema rassismuskritisches Denken, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger. Sie erklären, warum wir alle rassistisch sozialisiert sind und uns vor allem an die eigene Nase fassen müssen, um den Rassismus in Deutschland zu bekämpfen.

  • Alle, die denken, sie selbst wären frei von Vorurteilen oder rassistischen Denkmustern
  • Jeder, der die Situation von Menschen mit dunkler Hautfarbe in Deutschland verstehen möchte
  • Menschen, die Wert darauf legen, achtsam mit dem Thema Rassismus umzugehen

Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig geboren und studierte Afrikanistik und Wirtschaftswissenschaften. Sie ist gefragte Expertin für Rassismus und Antidiskriminierung und leitet als Coach Seminare und Workshops zu diesen Themen. Zudem ist sie als Rednerin, Beraterin und Sachbuchautorin tätig.

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exit RACISM

rassismuskritisch denken lernen

Von Tupoka Ogette
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
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exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen von Tupoka Ogette
Worum geht's

Rassismus ist ein Schreckgespenst. Er terrorisiert Unschuldige, gilt als zivilgesellschaftliches Tabu und wird daher im Alltag am liebsten totgeschwiegen oder verdrängt. Für die durch ihn Diskriminierten ist er allerdings ausgesprochen real und spürbar. Diese Blinks zu Tupoka Ogettes exit RACISM (2018) sind ein Crashkurs zum Thema rassismuskritisches Denken, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger. Sie erklären, warum wir alle rassistisch sozialisiert sind und uns vor allem an die eigene Nase fassen müssen, um den Rassismus in Deutschland zu bekämpfen.

Kernaussage 1 von 8

Wer Rassismus nicht unbewusst reproduzieren will, muss bewusst mit Sprache umgehen.

„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ ist eines der Lieblingsargumente von Menschen, die mit ihren rassistischen Ressentiments konfrontiert werden. Als gäbe es ein Recht darauf, unangebrachte Aussagen bis in alle Ewigkeit wiederzukäuen, weil man es nun einmal so gewohnt ist. So einfach ist das aber nicht.

Natürlich darf jeder sagen, was er denkt. In einer solidarischen Gesellschaft muss man aber auch darüber nachdenken, welche Wirkung die Worte haben, die man verwendet. Sprache ist nie vollkommen neutral. Sie transportiert all die Werte und Wertungen, die einen Sprachraum historisch geprägt haben. Sie bildet Meinungen und gesellschaftliche Dynamiken ab. Sprache kann sowohl verbinden als auch ausgrenzen und verletzen. Tupoka Ogette ist sich dessen bewusst und verwendet in ihrem Buch eine ganz bestimmte Schreibweise.

Wir respektieren ihr Engagement und übernehmen daher für diese Blinks ihre besonders achtsame Sprache. Konkret bedeutet das,

  • dass wir die ethnische Bezeichnung weiß kursiv setzen, um sie als willkürliches und konstruiertes soziales Etikett von der gleichnamigen Farbe zu unterscheiden;
  • dass wir das Wort „Neger“ nur dieses eine Mal der Erklärung halber ausschreiben und ansonsten mit der Schreibweise N* oder „N-Wort“ abkürzen. Das mag dem ein oder anderen übertrieben erscheinen, aber dieses Wort hat zu viele Menschen zu oft verletzt, um es weiter zu verwenden;
  • dass wir das Wort „Schwarz“ als ethnische Bezeichnung groß schreiben, um zu verdeutlichen, dass diese Menschen das Label im Zuge ihrer politischen und sozialen Emanzipation selbst gewählt haben; und
  • dass wir die Bezeichnung „farbig“ vermeiden, weil sie suggeriert, dass „farbige“ Menschen Abweichungen von einer nicht-farbigen, also farblosen Norm sind.

Wer wirklich vorurteilsfrei sprechen möchte, sollte – besonders im Umgang mit sensiblen Themen – eine Sprache wählen, die nicht von der Mehrheitsgesellschaft vorgegeben wird, sondern von den Betroffenen selbst. Ein gutes Beispiel hierfür ist die ethnische Bezeichnung People of Color, die in den 1960er-Jahren von der US-amerikanischen Black-Power-Bewegung geprägt wurde.

Ein anderes Beispiel ist die Verwendung des Wortes Maafa für die Gesamtheit der Verbrechen an der afrikanischen Bevölkerung. Der Begriff stammt aus dem Swahili und bedeutet wortwörtlich so viel wie „Große Tragödie“.

Nun könnte man denken: kein Problem! Darauf kann man sich einlassen. Man hat ja schließlich selbst keine rassistischen Vorurteile. Doch was, wenn das eine Illusion ist und einem bisher einfach noch niemand den Spiegel vorgehalten hat?

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