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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Was es wirklich bedeutet, auf unseren Körper zu hören
Organisch erforscht das menschliche Verdauungssystem und zeigt, wie unsere Darmgesundheit Wohlbefinden beeinflusst. Die Autorinnen vermitteln wissenschaftliche Konzepte auf verständliche Weise und bieten praktische Tipps zur Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit.
Wir atmen ca. 20.000 Mal am Tag. Das ist auch gut so, schließlich ist die Versorgung mit Sauerstoff ein elementares Grundbedürfnis. Entsprechend müsste fürs Atmen eigentlich ein besonders starkes und imposantes Organ zuständig sein, oder? Na ja, die Lunge ist weder übermäßig stark noch imposant. Im Gegenteil, sie ist äußerst fein und zart und bewegt sich nur passiv, indem sie vom Brustkorb und dem Zwerchfell gezogen und gedrückt wird. Trotzdem hält sie den Körper effizient am Leben – und zeigt uns, dass auch Weichheit eine wunderbare und stille Kraft haben kann.
Sie schmiegt sich perfekt an ihre Umgebung an und sorgt mit raffinierten kleinen Fasern dafür, dass der ganze Körper mit Sauerstoff versorgt wird. Insgesamt hast du in deiner Lunge ein Streckennetz von 2400 Kilometern, in dem die Luft gereinigt, aufgewärmt und angefeuchtet wird, sodass sie perfekt temperiert bei den Lungenbläschen ankommt. Die schnappen dann wie Millionen winziger Münder nach ihr und schleusen sie ins Blutsystem.
Den Impuls zum Atmen gibt das Gehirn, die Muskeln holen die Luft in den Körper. Und die Lunge? Die hängt einfach nur herum, könnte man meinen. Aber damit würde man sie gnadenlos unterschätzen. Genauso wie es auch in der Außenwelt häufig den Stillen und Sanften ergeht, denn fast immer sind es die Denker und Macher, die die Lorbeeren einheimsen. Aber ohne etwas oder jemanden dazwischen, der einfach mitmacht, auf die Ereignisse eingeht, weich und still ist, funktioniert oft gar nichts.
Vor allem zeigt uns die Lunge, dass Abhängigkeit kein Handicap sein muss. Unser Überleben hängt davon ab, dass wir in jeder Situation exakt die richtige Menge Sauerstoff bekommen – nicht zu wenig, nicht zu viel. Die Regulation des Atems passiert im Gehirn und ist äußerst komplex. In jeder Sekunde wird darüber entschieden, wie tief und wie schnell wir atmen sollen, wie viele Muskeln wir dabei einsetzen und welche und wie viel Energie wir dafür aufnehmen. Dazu misst der Körper ständig an verschiedenen Stellen, wie viel Säure, Kohlendioxid und Sauerstoff wir gerade im Blut haben und wie es um die Dehnung der Gefäße und den Puls bestellt ist. Und dann kommen noch Informationen von außen hinzu: Ist es gerade sehr heiß? Strengt sich der Körper stark an? Sind wir in einer stressigen oder gar lebensbedrohlichen Situation? All diese Daten fließen zusammen, um zu entscheiden, wie wir atmen.
Dieser ganze Aufwand ist nötig, um das fragile Gleichgewicht zu erhalten, das unser Körper zum Überleben braucht. Und die Lunge? Die bekommt einfach nur ihre Luft und sorgt dafür, dass sie in annehmbaren Zustand ins Blut gelangt. Ohne das Gehirn wäre sie aufgeschmissen. Aber auch das Gehirn wäre ohne die Lunge aufgeschmissen. In diesem Sinne ist Abhängigkeit eine Stärke – ein fein austariertes Gleichgewicht, das das Leben erst ermöglicht.
Dieser Gedanke lässt sich auch auf die Gesellschaft übertragen. So tendieren wir beispielsweise dazu, Menschen mit vermeintlich einfacheren Beschäftigungen als weniger erfolgreich zu betrachten, wie Reinigungskräfte, Bauarbeiter oder Menschen, die Care-Arbeit leisten. Erfolgreich sind für uns Manager, Politiker oder Ärzte – eben Macher und Entscheider. Doch am Beispiel der Lunge zeigt sich, wie blödsinnig diese Denkweise ist. Schließlich käme auch niemand auf die Idee, die Lunge als weniger „erfolgreich“ als das Gehirn oder die Muskeln zu betrachten. Das Ganze basiert auf Kooperation, es funktioniert nur, wenn jeder seinen Job macht.
In Organisch (2025) wagen Giulia und Jill Enders den Spagat zwischen Wissenschaft und ganz persönlichen Geschichten. Anhand verschiedener Organe demonstrieren die Autorinnen, wie wir nicht nur unser Leben, sondern auch die Gesellschaft weniger technisch und mehr organisch betrachten können.
Ich bin begeistert. Ich liebe Bücher aber durch zwei kleine Kinder komme ich einfach nicht zum Lesen. Und ja, viele Bücher haben viel bla bla und die Quintessenz ist eigentlich ein Bruchteil.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari