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Die Neandertaler und wir

Meine Suche nach den Urzeit-Genen

Von Svante Pääbo
16 Minuten
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Die Neandertaler und wir: Meine Suche nach den Urzeit-Genen von Svante Pääbo

Den Neandertaler mit seinem langen Schädel kennt vermutlich jeder aus dem Geschichtsbuch, aus dem er uns seit Jahrzehnten debil entgegenblickt. Doch seit der Entschlüsselung seines Genoms müssten die Geschichtsbücher eigentlich neu geschrieben werden. Die Neandertaler und wir begleitet den Genetiker Svante Pääbo auf dem beschwerlichen Weg zur Neandertaler-DNA und stellt Erkenntnisse vor, die die Anthropologie in Atem halten.

  • Naturwissenschaftler
  • Jeder, der wissen möchte, wo wir eigentlich herkommen
  • Jeder, der sein angestaubtes Schulwissen über die Menschheitsgeschichte auffrischen will

Svante Pääbo studierte Wissenschaftsgeschichte und Ägyptologie und promovierte später in Medizin mit einem Fokus auf Mikrobiologie. Heute ist der Schwede als Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig tätig.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Die Neandertaler und wir

Meine Suche nach den Urzeit-Genen

Von Svante Pääbo
  • Lesedauer: 16 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 10 Kernaussagen
Die Neandertaler und wir: Meine Suche nach den Urzeit-Genen von Svante Pääbo
Worum geht's

Den Neandertaler mit seinem langen Schädel kennt vermutlich jeder aus dem Geschichtsbuch, aus dem er uns seit Jahrzehnten debil entgegenblickt. Doch seit der Entschlüsselung seines Genoms müssten die Geschichtsbücher eigentlich neu geschrieben werden. Die Neandertaler und wir begleitet den Genetiker Svante Pääbo auf dem beschwerlichen Weg zur Neandertaler-DNA und stellt Erkenntnisse vor, die die Anthropologie in Atem halten.

Kernaussage 1 von 10

Eine neue Analysemethode erlaubte in den 1980er-Jahren erstmals die Auswertung antiker DNA-Proben.

Die mystischen Mumien sind für uns das Tor zu einer lang vergangenen Zeit. In ihren Gesichtszügen wirkt das alte Ägypten fast greifbar. Dennoch bergen unsere vor Jahrtausenden verstorbenen Verwandten noch immer unzählige Geheimnisse, die sich nicht allein an ihrem Äußeren ablesen lassen: Wie sah ihr Leben, wie ihr Alltag aus? Und wie sehr ähnelten sie den Menschen, die heute unseren Planeten bevölkern?

Der Wissenschaftler Svante Pääbo hat sich genau diesen Fragen verschrieben. Auf der Suche nach Antworten studierte er zunächst Ägyptologie, doch als dieses Studium seine Neugier nicht befriedigen konnte, wandte er sich der Medizin zu. Hier fand er schließlich den Schlüssel zum Leben der Menschen einer anderen Zeit, den er sich erhofft hatte: die Genetik.

In den 1980er-Jahren, als Pääbo promovierte, steckte die Gen-Analyse jedoch noch in den Kinderschuhen und hatte mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum einen musste genetisches Material gefunden werden, das die Jahrtausende intakt überlebt hatte. Zum anderen war die damalige Auswertung selbst – das Klonen der DNA und die anschließende Einspeisung in ein Bakterium – problematisch, weil sie das Material beschädigte und so reproduzierbare Ergebnisse unmöglich machte.

Eine neue Methode der DNA-Analyse brachte allerdings Hoffnung: die Polymerase-Kettenreaktion oder polymerase chain reaction, kurz PCR. Obwohl auch diese Methode die untersuchte DNA nicht vollkommen intakt ließ, konnten die Forscher sie mit ihrer Hilfe zumindest mehr als einmal untersuchen. Das erlaubte Reproduzierbarkeit und gewährleistete so eine systematische und kontrollierte Analyse.

Bis zu diesem Punkt hatten Evolutionswissenschaftler vorrangig mit gegenwärtiger DNA gearbeitet und daraus Schlüsse über unsere Vorfahren gezogen, die zwar plausibel, aber bis dato nicht belegbar waren. Mithilfe der erhaltenen DNA aus der Vergangenheit sollte nun ein viel genaueres und vor allem wissenschaftlich zuverlässigeres Bild entstehen.

Um diese neue Methode zu testen, wurde zunächst 100 Jahre alte DNA analysiert und mit der DNA moderner Menschen verglichen. Hier hatte sich zwar nicht viel verändert, doch darum ging es den Wissenschaftlern gar nicht. Sie hatten etwas viel Wichtigeres demonstriert: dass man die DNA von längst Verstorbenen analysieren kann. Das Tor zur Vergangenheit, vorher lange nur einen Spalt breit geöffnet, hatten sie damit sperrangelweit aufgestoßen.

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