Perfektionismus Buchzusammenfassung - das Wichtigste aus Perfektionismus
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Zusammenfassung von Perfektionismus

Raphael M. Bonelli

Wenn das Soll zum Muss wird

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17 Min.

Kurz zusammengefasst

Perfektionismus untersucht die psychologischen Wurzeln und Auswirkungen des Perfektionismus. Raphael M. Bonelli bietet Ansätze, um schädliche Perfektionszwänge zu überwinden, und fördert eine gesündere, realistische Selbstwahrnehmung und persönliche Entwicklung.

Inhaltsübersicht

    Perfektionismus
    in 4 Kernaussagen verstehen

    Audio & Text in der Blinkist App
    Kernaussage 1 von 4

    Niemals gut genug: Die innere Getriebenheit des Perfektionisten

    Kennst du den Naturfilmklassiker „Die lustige Welt der Tiere”? Darin sieht man, wie ein Pavian einem Jäger in die Falle geht. Der Jäger hat zuvor schmackhafte Samen in das Innere eines leeren Termitenbaus gestreut und ein kleines Loch in die Wand gebohrt, das gerade so groß ist, dass ein Affenhändchen hindurchpasst. Der Pavian, angelockt von dem Duft der Leckereien, stößt prompt sein Händchen hindurch und greift danach. Aber jetzt hat er ein Problem, denn zur Faust geballt passt seine Hand nicht mehr durch das Loch. Der Pavian ist gefangen! Dabei müsste er nur seine Beute loslassen, dann könnte er seine Hand aus der Falle herausziehen. Aber genau das möchte der Pavian nicht, und so scheitert er an seinem eigenen Starrsinn. 

    Menschen, die an Perfektionismus leiden, sind genau wie diese Paviane. Sie wollen partout nicht loslassen. Denn loslassen würde bedeuten, einen Fehler zuzugeben, ein ehrgeiziges Ziel aufzugeben, nicht perfekt und daher angreifbar zu sein. Und genau diese Vorstellung ist für viele Perfektionisten kaum auszuhalten.

    Im Inneren eines Perfektionisten arbeitet ein ganzes Zahnradwerk psychischer Schutzmechanismen, das von einer einzigen zentralen Kraft angetrieben wird: der Angst, nicht zu genügen. Der Angst, nur bei ständigen Spitzenleistungen geliebt zu werden. Der Angst, ausgelacht, verlassen oder abgelehnt zu werden. Diese Angst arbeitet in den verborgenen Räumen des Unterbewusstseins wie ein riesiges Zahnrad, das sich Tag und Nacht dreht. Dieses Zahnrad der Angst wiederum wird durch einen einzigen quälenden Glaubenssatz bewegt. Er lautet: „Ich bin nur etwas wert, wenn ich keine Fehler mache.”

    So entstehen übertriebene Ansprüche. Nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere. Wer Perfektionist ist, will meist alles im Griff haben: den Körper, den Job, die Beziehung, die Gedanken, die Vergangenheit und die Zukunft. Und wenn das nicht klappt, kommt irgendwann unweigerlich der Zusammenbruch – oft in Form von Schuldgefühlen, Depressionen oder Angstattacken. So ging es etwa einer jungen Frau, die Raphael M. Bonelli in seiner Praxis aufsuchte. Sie war mit ihrem langjährigen Partner verlobt und hätte eigentlich glücklich sein können. Doch jedes Mal, wenn sie an die Hochzeitsvorbereitungen dachte, brach sie in Panik aus. Nicht, weil sie ihren Zukünftigen nicht liebte. Sondern weil der Gedanke, eine endgültige Entscheidung zu treffen, sie innerlich erstarren ließ. „Was, wenn es nicht perfekt wird?” fragte sie sich angstvoll und konnte nächtelang nicht schlafen.

    Perfektionisten sind oft Meister im Vermeiden. Wenn etwas nicht sicher gelingt, wird es lieber gar nicht erst begonnen. Denn der Gedanke an ein mögliches Scheitern ist unerträglich. Wer so denkt, wird zum Getriebenen. Nach außen wirkt man kontrolliert und leistungsfähig, doch innerlich ist man zutiefst verunsichert und erschöpft.

    Der gefährlichste Mechanismus dabei ist das sogenannte SOLL-IST-MUSS-Schema. Jeder Mensch kennt den Unterschied zwischen dem, was ist, und dem, was sein soll. Der eine lebt mit dieser Lücke gelassen, lässt sie offen, wächst daran. Perfektionisten aber halten sie nicht aus. Sie verwandeln ihr „Ich sollte“ in ein „Ich muss“. Während durchschnittliche Hobby-Tennisspieler Serena Williams vielleicht bewundern und spielerisch versuchen, ihren Leistungen nachzueifern, denken sich Perfektionisten: „Wenn ich nicht lerne, so gut zu spielen wie sie, habe ich versagt.“ Jedes Scheitern, jeder Fehltritt, jedes Menscheln – für den Perfektionisten ein Weltuntergang.

    Doch das Leben lässt sich nicht wie ein mathematisches System kontrollieren. Es ist bunt, widersprüchlich, fehlerhaft – und gerade darin liegt seine Schönheit. Perfektionisten dürfen lernen, sich wieder als Menschen zu begreifen. Nicht als Maschinen. Nicht als Uhrwerke. Sondern als Wesen, die auch mit Fehlern wertvoll, liebenswert und vor allem: frei sein dürfen.

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    Worum geht es in Perfektionismus?

    In Perfektionismus (2014) geht es darum, wie das Streben nach Perfektion unsere psychische Gesundheit untergraben kann. Erfahre hier, wie Perfektionisten ticken und warum es ihnen so schwer fällt, die Kontrolle abzugeben.

    Wer Perfektionismus lesen sollte

    • Psychologie-Interessierte
    • Alle, auf der Suche nach mehr innerer Gelassenheit
    • Jeder, der verstehen will, was Perfektionismus ist und woran man ihn erkennt

    Über den Autor

    Raphael M. Bonelli ist ein österreichischer Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychotherapeut. Er hält Vorträge auf diversen Kongressen und Tagungen, wovon einige auf YouTube zu sehen sind. Er ist außerdem erfolgreicher Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Bücher, darunter Weisheit des Herzens (2023) und Bauchgefühle (2022).

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    Ines S.

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    Julia P.

    Viele tolle Bücher, auf deren Kernaussagen reduziert- präzise und ansprechend zusammengefasst. Endlich habe ich das Gefühl, Zeit für Bücher zu finden, für die ich sonst keine Zeit habe.

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