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Machen wir uns nichts vor!

Wie wir erkennen, was andere wirklich denken

Von Nicholas Epley
13 Minuten
Audio-Version verfügbar
Machen wir uns nichts vor!: Wie wir erkennen, was andere wirklich denken von Nicholas Epley

Mit Machen wir uns nichts vor! (2014) können wir uns endgültig von der Idee des Gedankenlesens verabschieden. Nicholas Epley zeigt, wie sehr unser Denken von unserer persönlichen Perspektive und Stereotypen geprägt ist und erklärt, warum es eigentlich so schwer ist, zu wissen, was die anderen denken, fühlen und wollen.

  • Alle, die wissen möchten, was ihre Mitmenschen wirklich denken
  • Jeder, der von unnötigen Missverständnissen die Nase voll hat
  • Neugierige, die sich dafür interessieren, wie das Gehirn unsere Wahrnehmung steuert

Nicholas Epley hat in Psychologie promoviert, war Juniorprofessor in Harvard und unterrichtet mittlerweile an der Universität in Chicago. Er beschäftigt sich vor allem damit, wie Menschen intuitive Urteile fällen und wie soziale Faktoren unsere Wahrnehmung beeinflussen.

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Machen wir uns nichts vor!

Wie wir erkennen, was andere wirklich denken

Von Nicholas Epley
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
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Machen wir uns nichts vor!: Wie wir erkennen, was andere wirklich denken von Nicholas Epley
Worum geht's

Mit Machen wir uns nichts vor! (2014) können wir uns endgültig von der Idee des Gedankenlesens verabschieden. Nicholas Epley zeigt, wie sehr unser Denken von unserer persönlichen Perspektive und Stereotypen geprägt ist und erklärt, warum es eigentlich so schwer ist, zu wissen, was die anderen denken, fühlen und wollen.

Kernaussage 1 von 8

Oft wissen wir nicht einmal, was wir selbst denken.

Wir alle wüssten manchmal ganz gern, was eigentlich in den Köpfen der anderen vor sich geht. Wenn der Partner oder die Partnerin bekümmert vor sich hin starrt, haben wir sicher alle schon einmal die berühmte Frage: „Was denkst du gerade?“ gestellt – meistens ohne eine befriedigende Antwort zu bekommen. Das lag aber vermutlich nicht daran, dass der andere nicht die Wahrheit sagen wollte, sondern daran, dass wir tatsächlich oft selbst nicht wissen, was wir denken.

Das meiste, was in unserem Gehirn vor sich geht, spielt sich nämlich im Verborgenen ab. Die Gedanken, die wir bewusst denken, sind nur die Spitze eines unbewussten Eisberges. Vieles funktioniert zum Beispiel über Assoziationen, d.h. miteinander verknüpfte Gedankenstränge, die sich gegenseitig triggern können.

So wurden für ein Experiment Probanden gebeten, ein Wort zu nennen, das mit dem Buchstaben „g“ anfängt. Gleichzeitig sahen sie ein Schild mit der Aufschrift „Ich“. Die Mehrheit von ihnen nannte als erstes das Wort „gut“, gleichwohl beispielsweise „gegen“ im allgemeinen Sprachgebrauch häufiger verwendet wird. Der Grund für dieses Verhalten liegt an den Gedankenverbindungen, die wir im Kopf haben: Das Wort „ich“ assoziieren wir demnach automatisch mit „gut“. Diese Verbindungen laufen durch jahrelange Eindrücke und Selbstwahrnehmung unbewusst ab und lassen uns so nicht immer Herr unserer eigenen Gedanken sein.

Weil wir keinen bewussten Zugriff auf die wahren Ursachen unserer Gedanken haben, denken wir uns manchmal einfach Geschichten aus, um zu erklären, warum wir etwas Bestimmtes denken oder tun. Auch dazu gibt es ein verblüffendes Experiment: Den Teilnehmern wurden zwei Fotos von Personen gezeigt, und sie sollten angeben, welche Person sie attraktiver fänden. Etwas später wurde ihnen das Foto von der weniger attraktiven Person gezeigt, und sie wurden gefragt, warum sie diese Person hübscher fänden. Nur 27% der Teilnehmer bemerkten überhaupt, dass ihnen das Bild von der falschen Person gezeigt wurde. Alle anderen konnten genau erklären, warum sie diese Person attraktiver fanden als die andere – obwohl sie noch kurz zuvor das Gegenteil behauptet hatten.

Unser Bewusstsein ist also oft damit beschäftigt, sich Erklärungen für unser Unbewusstes auszudenken. Wer herausfinden möchte, was andere denken, sollte das im Hinterkopf behalten.

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