"Versuche, dein Leben zu machen" Buchzusammenfassung - das Wichtigste aus "Versuche, dein Leben zu machen"
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Zusammenfassung von "Versuche, dein Leben zu machen"

Margot Friedlander mit Malin Schwerdtfeger

Als Jüdin versteckt in Berlin

4.8 (12 Bewertungen)
21 Min.

Kurz zusammengefasst

Versuche, dein Leben zu machen erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Margot Friedlander. Die Holocaust-Überlebende schildert ihren Mut, ihre Flucht und ihren unerschütterlichen Kampf, nach all den Schrecken wieder ein Leben zu formen.

Inhaltsübersicht

    "Versuche, dein Leben zu machen"
    in 5 Kernaussagen verstehen

    Audio & Text in der Blinkist App
    Kernaussage 1 von 5

    Gescheiterte Flucht: Schicksalstage im Winter 1943

    „Versuche, dein Leben zu machen.” Dies sind die letzten Worte, die Margot von ihrer Mutter hört.

    Es ist der 20. Januar 1943, ein kalter und dunkler Wintertag. An diesem Tag hätte sie eigentlich mit Mutter und Bruder aus Berlin fliehen sollen. In ein Polizeilager in Oberschlesien hatten sie gehen wollen. Dort sei man zwar auch nicht frei, aber halbwegs sicher, denn der diensthabende Wachtmeister sei gutmütig und würde die jüdischen Insassen gut behandeln. Das hatten sie von Verwandten gehört, die schon dort waren. Um den Fängen der Berliner Gestapo zu entkommen, die von Tag zu Tag brutaler durchgriff, hatten sie sich für die Flucht dorthin entschieden. Ihnen war nichts anderes übrig geblieben, denn alle bisherigen Versuche, sich ins transatlantische Ausland zu retten – etwa in die USA oder nach Brasilien – waren gescheitert. 

    Doch Margots Mutter kommt nicht zum vereinbarten Treffpunkt in der Skalitzer Straße. Wenige Stunden vor der geplanten Flucht ist Margots kleiner Bruder Ralph – ein schüchterner Teenager mit dunklen Augen und Hornbrille, der für sein Leben gerne Geige spielt – von der Gestapo abgeholt worden. Was sie mit ihm vorhaben, weiß keiner. Aber man ahnt es: Schon lange verschwinden jüdische Freunde und Nachbarn und kommen nicht zurück. Hinter vorgehaltener Hand raunt man sich Namen wie Dachau und Sachsenhausen zu. Was die Insassen dort erwarten mag, traut sich keiner auszusprechen. Margots Mutter mag ihren jüngeren Sohn nicht alleine ins Verderben ziehen lassen und beschließt, ihn zu begleiten – auch wenn das bedeutet, die 21-Jährige Margot ihrem Schicksal zu überlassen.

    „Versuche, dein Leben zu machen”, richtet ihr eine Nachbarin aus, der Margots Mutter eine mündliche Botschaft für ihre Tochter mitgegeben hat. Kein Brief, kein Zettel – nichts. Alles, was Margot von ihrer Mutter bleibt, ist ein altes Adressbuch und eine Bernsteinkette.

    Beide Gegenstände umklammert sie nun fest mit beiden Händen und steht frierend, allein und ratlos auf der Straße. Was nun? Wut steigt in ihr auf. Wut auf diesen Hitler und seine Nazis, die ihre Jugend gestohlen haben und nun auch noch ihren kleinen Bruder.

    Die Worte ihrer Mutter hallen in ihrem Kopf nach wie ein Mantra: „Versuche, dein Leben zu machen.” Es klingt fast wie ein Befehl: Überlebe! Für uns, für dich, für uns alle. Entschlossen reißt Margot sich den gelben Judenstern vom Mantel. Wenn sie sich nicht ins Ausland retten kann, dann muss sie sich eben verstecken, bis der Krieg vorbei ist. Sie läuft durch die Nacht zu einem Freund. Lange kann sie dort nicht bleiben. Der Freund ist selbst Jude und kann jederzeit abgeholt werden. Doch in der Fabrik, wo er tagsüber Zwangsarbeit leisten muss, hört er von der sicheren Adresse eines Halbjuden, der mit einer Christin verheiratet ist. „Dort kannst du dich verstecken”, sagt er. Gesagt, getan. In der Wohnung ihres neuen Obdachgebers schläft sie in der Ecke eines Durchgangszimmers auf einer harten Liege. Als Gegenleistung für seine Gastfreundschaft soll sie die Wohnung sauber halten. Doch nach nur ein paar Wochen klingelt die Gestapo. Margot zögert nicht lange: Sie stiehlt sich durch die Hintertür ins Freie und läuft zu einer Notfalladresse in Charlottenburg. Die hat ihr der Helfer direkt nach ihrer Ankunft vorsorglich zugesteckt: „Für den Fall, dass mir etwas passiert”, hat er gesagt. In Charlottenburg wartet ein komfortables Gästezimmer, das leider einen hohen Preis hat. Ihre Gastgeberin will die junge Frau nachts für sexuelle Gefälligkeiten zu sich und ihrem Lebensgefährten ins Bett holen. Margot packt ihren Koffer und geht. 

    In ihrer nächsten Unterkunft gibt es noch nicht mal ein Bett, sondern nur einen Sessel, auf dem sie ein paar schlaflose Nächte verbringt. Dafür lebt dort eine Katze. Schnurrend springt sie Margot auf den Schoß. Die ganze Nacht streichelt Margot das seidenweiche Fell des Tieres. Zum ersten Mal spürt sie so etwas wie Trost. Zum ersten Mal nach langer Zeit steigt in ihr so etwas wie Zuversicht auf  – und eine Ahnung davon, dass es vielleicht doch noch etwas gibt, wofür es sich zu überleben lohnt.

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    Worum geht es in "Versuche, dein Leben zu machen"?

    Bei Versuche dein Leben zu machen (2008) von Margot Friedländer und Malin Schwerdtfeger handelt es sich um die persönliche Memoiren der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, die sich in den Jahren 1943-1945 vor den Nazis im Untergrund versteckte und schließlich ins Lager nach Thersienstadt deportiert wurde.

    Wer "Versuche, dein Leben zu machen" lesen sollte

    • Geschichts-Interessierte
    • Alle, die mehr über das Schicksal von Margot Friedländer erfahren wollen
    • Jeder, der bereit ist, aus der Vergangenheit zu lernen

    Über den Autor

    Margot Friedländer, geborene Bendheim, war eine deutsche Holocaus-Überlebende und Zeitzeugin, die sich bis zu ihrem Tod im Jahr 2025 für die Aufklärung der Verbrechen der Nationalsozialisten und für das Erinnern an deren Opfer engagierte.

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