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Täter

Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

By Harald Welzer
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Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden  by Harald Welzer

Täter (2005) beschäftigt sich mit der Psychologie des Tötens und mit der Thematik, wie aus normalen Menschen Mörder werden. Die Blinks zum Buch untersuchen vor allem das Beispiel des Holocaust und kommt zu dem Schluss, dass veränderte Rahmenbedingungen auch bei ganz normalen Menschen dafür sorgen können, dass sich die moralischen Überzeugungen ändern und Menschen zu Tätern werden.

  • Historiker und Psychologen, die sich für die Täter des Holocaust und deren Psyche interessieren
  • Soziologen, die sich für die Entstehung kollektiver Gewalttaten interessieren
  • Jeder, der an das Gute oder Böse im Menschen glaubt

Harald Welzer ist ein deutscher Soziologe und Sozialpsychologe und lehrt an der Universität St. Gallen, wo er vor allem zu den Themen Erinnerung, Gruppengewalt und kulturwissenschaftliche Klimafolgen forscht. Außerdem ist er Mitbegründer der gemeinnützigen Stiftung FUTURZWEI, die sich mit alternativen Lebensstilen und Wirtschaftsformen beschäftigt. Täter ist neben Opa war kein Nazi und Klimakriege eines seiner wichtigsten Bücher.

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Täter

Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden

By Harald Welzer
  • Read in 16 minutes
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Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden  by Harald Welzer
Synopsis

Täter (2005) beschäftigt sich mit der Psychologie des Tötens und mit der Thematik, wie aus normalen Menschen Mörder werden. Die Blinks zum Buch untersuchen vor allem das Beispiel des Holocaust und kommt zu dem Schluss, dass veränderte Rahmenbedingungen auch bei ganz normalen Menschen dafür sorgen können, dass sich die moralischen Überzeugungen ändern und Menschen zu Tätern werden.

Key idea 1 of 10

Die meisten Täter sind ganz normale Menschen und erleiden auch durch ihre Taten keine bleibenden psychischen Schäden.

Wenn wir an Mörder und andere Täter denken, fällt es uns schwer, uns in sie hineinzuversetzen. Sie scheinen uns oft wie Persönlichkeiten aus einer anderen, gefährlichen inneren Welt, mit der wir am liebsten nichts zu tun haben. Dabei gehen wir davon aus, dass es eine Art besonderer Täterpersönlichkeit gibt, die diese Menschen von vornherein zu Tätern macht.

Mittlerweile ist aber bekannt, dass es diese Täterpersönlichkeit nicht gibt. Die meisten Täter des Nationalsozialismus waren z.B. psychisch unauffällige und stabile Persönlichkeiten. Seit 1946 wurden dazu immer wieder Befragungen, Beobachtungen und psychologische Tests durchgeführt und die allermeisten Täter zeigten eine in jeder Hinsicht gesunde Persönlichkeitsstruktur. Nur 5-10% von ihnen wiesen pathologische Auffälligkeiten auf – genauso viele wie auch im Bevölkerungsdurchschnitt.

Die Täter des Nationalsozialismus waren weder unterdurchschnittlich intelligent, noch besonders obrigkeitshörig oder stumpf, wie man vermuten könnte. Einige von ihnen waren sogar besonders kreativ und fantasiebegabt. Eine einzige Untersuchung wies ihnen eine geringe Empathiefähigkeit nach.

Auch zwischen den Haupttätern wie Göring, Himmler, Göbbels oder Eichmann und denen, die die Befehle „nur“ ausführten, konnten keine nennenswerten psychologischen Differenzen festgestellt werden. Es sieht also alles in allem ganz so aus, als wären die Täter einfach normale Menschen wie du und ich.

Außerdem sind viele Täter nicht nur vor ihren Taten normale Persönlichkeiten, sie bleiben es auch nach ihren Verbrechen. Die NS-Täter litten zu einem Großteil nach dem Krieg kaum oder gar nicht an ihren Taten. Sie arbeiteten in normalen Berufen als Handwerker, Polizisten oder Händler, bekamen Kinder und bauten Häuser, als wäre nichts geschehen. Sie fühlten sich nicht als Täter, sondern als Opfer einer Aufgabe, die die historischen Umstände ihnen gestellt hatte und waren überzeugt, dass sie daran nichts hätten ändern können.

Wenn Täter normale Menschen wie du und ich sind, bedeutet das auch, dass auch du und ich zu Tätern werden können. Wir sollten uns also genau ansehen, wie es dazu kommt, dass jemand zum Täter wird, um gefährliche Situationen möglichst früh erkennen und abwenden zu können.

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