Join Blinkist to get the key ideas from
Get the key ideas from
Get the key ideas from

Das geheime Band zwischen Mensch und Natur

Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen, den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsei...

By Peter Wohlleben
  • Read in 15 minutes
  • Audio & text available
  • Contains 9 key ideas
Upgrade to Premium Read or listen now
Das geheime Band zwischen Mensch und Natur by Peter Wohlleben
Synopsis

Uns Menschen verbindet seit jeher ein besonderes Band zur Natur. Immer öfter ist jedoch die Rede davon, dass es beschädigt oder gar zerrissen sei. In Das geheime Band zwischen Mensch und Natur (2019) macht sich der erklärte Naturfreund Peter Wohlleben auf die Suche nach den Resten dieser tiefen und ursprünglichen Verbindung. Dabei zeigt er uns an zahlreichen, oft überraschenden Beispielen, dass die Verbindung nach wie vor intakt ist. Sie könnte nur ein wenig Wiederbelebung vertragen.

Key idea 1 of 9

Grünsehen ist in der Tierwelt eine Besonderheit.

In immer mehr Menschen erwacht die Sehnsucht nach der Natur und der Wunsch, sie intensiv zu erleben. Leider sind unsere Sinne verkümmert oder von vorneherein nicht besonders ausgeprägt. Aber halt – sind sie wirklich derart schlecht, dass wir ohne Smartphone im Wald verloren wären? Nein, unsere Sinne sind besser, als wir denken! Wir müssen sie nur wieder neu entdecken und beleben. Beginnen wir mit dem Sehen.

Schon wenn es um das Farbspektrum geht, zeigt sich, dass wir Menschen uns nicht hinter den Tieren verstecken müssen. Während Delfine nur schwarz-weiß sehen und für Vierbeiner wie Hund oder Wildschwein die Farben Rot, Gelb und Grün nicht unterscheidbar sind, haben die meisten von uns die ganze Auswahl. Zu verdanken haben wir das den sogenannten Zapfen – das sind Zellen in der Netzhaut, die das Farbsehen ermöglichen. Wir Menschen haben die Zapfen für Rot und Grün und können uns deshalb am Grün des Waldes erfreuen.

Die Farbzapfen werden vererbt, doch das Farbsehen wird offenbar auch kulturell beeinflusst. Dies zeigte ein Experiment des englischen Psychologie-Professors Jules Davidoff. Er besuchte dazu den indigenen Stamm der Himba in Namibia, die in ihrer Sprache kein Wort für Blau haben. Den Teilnehmern wurde ein Bild mit zwölf Quadraten gezeigt, die bis auf ein blaues alle grün waren. Die Himba hatten alle Mühe, das blaue Quadrat herauszufinden.

Anschließend zeigte Davidoff ihnen zwölf grüne Quadrate, von denen eines einen minimalen Gelbstich aufwies. Diesmal identifizierten die Himba das abweichende Quadrat sofort, während die englischsprachigen Teilnehmer es nur unter größten Schwierigkeiten ausfindig machen konnten. Die Erklärung dafür ist, dass es in der Sprache der Himba gleich mehrere Wörter für Grün gibt. Sie sind also sprachlich-kulturell dafür geprägt, bei der Farbe Grün selbst feinste Differenzen zu erkennen, die für englische Muttersprachler kaum sichtbar sind.

Ein weiteres Beispiel für den Einfluss der Kultur auf unsere Sinne ist die Kurzsichtigkeit. Sie ist nicht, wie man früher dachte, genetisch vererbt, sondern geht auf unseren Lebensstil zurück. Lesen, Fernsehen, Computer – unser Blick ist heute oft stundenlang auf Naheliegendes gerichtet. Die Folge: Das Auge richtet sich auf den verringerten Sehabstand ein, das Weitsehen verkümmert. Die gute Nachricht ist, dass sich diese Gewöhnung verhindern und zum Teil sogar umkehren lässt. Wir müssen einfach nur mehr hinaus in die Natur und wieder öfter den Blick in die Ferne schweifen lassen.

Upgrade to continue Read or listen now

Key ideas in this title

Upgrade to continue Read or listen now

Learn more, live more

Sign up now to learn and grow every day with the key ideas from top nonfiction and podcasts in 15 minutes.