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Das Guantanamo-Tagebuch

Schicksal eines Häftlings

Von Mohamedou Ould Slahi, Larry Siems
15 Minuten
Das Guantanamo-Tagebuch von Mohamedou Ould Slahi, Larry Siems

Das Guantanamo-Tagebuch ist ein wichtiges Buch: Es bietet Einblick in eine Welt, die den Augen der Öffentlichkeit bisher weitestgehend verborgen blieb. Außerdem erzählt es vom Schicksal eines Menschen, der immer wieder seine Unschuld betont, und trotzdem seit mehr als 10 Jahren in dem berüchtigten US-amerikanischen Foltergefängnis in Einzelhaft sitzt. Vor der Veröffentlichung wurden über 2.500 Stellen des Buches von den US-Behörden geschwärzt – trotzdem bleibt es ein erschütterndes Dokument.

  • Jeder, der sich für die Politik der USA und ihren Kampf gegen den Terror interessiert
  • Jeder, der sich mit dem Thema Menschenrechte befasst
  • Jeder, der mehr über das Schicksal der Guantanamo-Inhaftierten erfahren möchte

Mohamedou Ould Slahi ist ein mauretanischer Elektroingenieur. Er studierte in Deutschland und hatte in den späten 80er Jahren Kontakt zu al-Qaida. Er bestreitet jedoch, je an der Planung und Ausführung von Terroranschlägen beteiligt gewesen zu sein. Außerdem finden sich in dem Buch viele Anmerkungen des Herausgebers und Menschenrechtsaktivisten Larry Siems, der versucht, die von den Behörden zensierten Stellen zu erklären.

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Das Guantanamo-Tagebuch

Von Mohamedou Ould Slahi, Larry Siems
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • 9 Kernaussagen
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Das Guantanamo-Tagebuch von Mohamedou Ould Slahi, Larry Siems
Worum geht's

Das Guantanamo-Tagebuch ist ein wichtiges Buch: Es bietet Einblick in eine Welt, die den Augen der Öffentlichkeit bisher weitestgehend verborgen blieb. Außerdem erzählt es vom Schicksal eines Menschen, der immer wieder seine Unschuld betont, und trotzdem seit mehr als 10 Jahren in dem berüchtigten US-amerikanischen Foltergefängnis in Einzelhaft sitzt. Vor der Veröffentlichung wurden über 2.500 Stellen des Buches von den US-Behörden geschwärzt – trotzdem bleibt es ein erschütterndes Dokument.

Kernaussage 1 von 9

Intro: Im Jahr 2000 geriet Mohamedou Ould Slahi in Kanada ins Visier der Behörden.

Mohamedou Ould Slahi wurde 1970 als das neunte von zwölf Kindern in Mauretanien in Nordwest-Afrika geboren. Sein Vater war ein Kamelhändler und die Familie lebte nomadisch. Bald nach Mohamedous Geburt zog die Familie in die mauretanische Hauptstadt Noukachott.

Mohamedou war ein gelehriges und kluges Kind. In der Schule war er so gut, dass er mit 18 Jahren ein Stipendium bekam. Damit konnte er nach Deutschland reisen, wo er ein Elektrotechnik-Studium an der Universität in Duisburg aufnahm.

1991, im Alter von 21 Jahren schloss er sich al-Qaida an, um in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung zu kämpfen. Zu diesem Zeitpunkt war al-Qaida aber noch nicht die Terrororganisation, die wir heute kennen. Sie war ein Verband von muslimischen Kämpfern in Afghanistan, der vom Westen, insbesondere auch von den USA, unterstützt wurde. Kurz darauf brach die Sowjetunion zusammen. Die Mudschahedin-Gruppen, die in Afghanistan gekämpft hatten, wandten sich nun gegeneinander und Mohamedou beschloss, nach Deutschland zurückzukehren. Seine Verbindung zu al-Qaida sei damit beendet gewesen, beteuert Mohamedou.

Er schloss sein Studium ab, heiratete und lebte einige Jahre in Deutschland. Als seine Aufenthaltsgenehmigung im Jahr 1999 ablief, bewarb er sich erfolgreich um eine kanadische Arbeitserlaubnis. Kurz darauf zog er nach Montreal. Dort besuchte er die gleiche Moschee wie ein al-Qaida-Mitglied, das kurz darauf verhaftet wurde: Der algerische Einwanderer Ahmed Ressam wurde im Dezember 1999 vom kanadischen Geheimdienst festgenommen.

Bei der Vernehmung Ressams fanden die Behörden heraus, dass er an der Planung eines terroristischen Anschlags beteiligt war. Im Rahmen des sogenannten Millenium-Plots sollten gleichzeitig der Flughafen von Los Angeles, einige religiöse Orte in Israel und ein Hotel in der jordanischen Hauptstadt Amman bombardiert werden.

Während der Aufklärung dieses Anschlags wurde in den ersten Monaten des Jahres 2000 die gesamte Einwanderer-Szene in Montreal vernommen, auch Mohamedou Ould Slahi. Ihm konnte jedoch keine Beteiligung nachgewiesen werden und es gab auch keine Hinweise darauf, dass er Ressam überhaupt kannte.

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