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Das sind die Blinks zu

Was bringt Bildung? Viele Menschen verbinden mit dem Begriff staubtrockene Lektüre, anstrengende Museumsbesuche und unverständliche Theateraufführungen. Für Jan Roß ist Bildung eine Zauberformel. Sie sorgt dafür, dass man in jeder Lebenslage große Dichter, Denker und Künstler zu Hilfe rufen kann. Die Blinks zu Bildung – eine Anleitung (2020) geben einen Einblick, welches Wissen in der Welt der Bildung wartet, und regen an, Bildung zum eigenen Lebensbegleiter zu machen. 

  • Menschen, die sich für Literatur, Musik und Kunst begeistern wollen
  • Bildungsskeptiker
  • Autodidakten und Wissenshungrige

Jan Roß ist Journalist und Autor. Nach Stationen bei der Berliner Zeitung und im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist er seit vielen Jahren Politikredakteur für die Wochenzeitung Die Zeit. Bereits in der Schule lernte er Latein und Altgriechisch, später studierte er Philologie, Philosophie und Rhetorik. Bildungserlebnisse sind für ihn Glücksmomente und sein neuestes Buch ein Versuch, diese zu teilen.

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Bildung

Eine Anleitung

Von Jan Roß
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
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Bildung von Jan Roß
Worum geht's

Was bringt Bildung? Viele Menschen verbinden mit dem Begriff staubtrockene Lektüre, anstrengende Museumsbesuche und unverständliche Theateraufführungen. Für Jan Roß ist Bildung eine Zauberformel. Sie sorgt dafür, dass man in jeder Lebenslage große Dichter, Denker und Künstler zu Hilfe rufen kann. Die Blinks zu Bildung – eine Anleitung (2020) geben einen Einblick, welches Wissen in der Welt der Bildung wartet, und regen an, Bildung zum eigenen Lebensbegleiter zu machen. 

Kernaussage 1 von 8

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit verleiht dem gegenwärtigen Leben Tiefe.

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin herrscht eine hohe Promidichte. Wer hier spazieren geht, darf sich den großen deutschen Denkern verbunden fühlen: Schriftsteller wie Bertolt Brecht, Anna Seghers und Heinrich Mann, Philosophen wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Johann Gottlieb Fichte, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg – sie alle haben sich posthum an diesem Ort versammelt.

Der Liedermacher Wolf Biermann spazierte früher regelmäßig zwischen den Gräbern entlang und schrieb darüber sogar ein Lied. Darin erwies er Luxemburg und Liebknecht seinen Respekt und nahm sie als seine ideologischen Eltern in Anspruch. Denn wer sich mit der Vergangenheit und ihren Debatten befasst, macht Vorfahren zu Vorgängern. Anders ausgedrückt: Wer das Gedankengut vergangener Tage aufnimmt, verbrüdert und verschwistert sich mit Seelenverwandten über den Tod hinaus.

Das mag pathetisch klingen, aber die Vergangenheit ist eine Quelle von Kraft und Inspiration und deswegen der Kern von Bildung. Wir Menschen neigen allerdings dazu, uns auf die Gegenwart zu fixieren – auch auf die Gefahr hin, zu verblöden.

In Kreativagenturen wird zum Beispiel seit einigen Jahren eifrig über Storytelling diskutiert. Existieren dafür nicht bewährte Muster oder Strukturprinzipien, die man sich zunutze machen könnte? Offensichtlich hat hier niemand von Aristoteles’ Poetik (ca. 335 v.Chr.) gehört, wo der griechische Philosoph bereits vor mehr als 2500 Jahren Handlungs- und Erzählschemata identifizierte. Das scheint in Marketingkreisen allerdings in Vergessenheit geraten. Dabei müssen wir nicht bei null anfangen, sondern können auf dem Wissen und den Erfahrungen früherer Generationen aufbauen.

Die Besinnung auf die Vergangenheit hilft auch, sich von herrschenden Stimmungen und gesellschaftlichen Mächten unabhängig zu machen und innere Freiheit zu bewahren. Wolf Biermann, vom DDR-Regime geächtet, sah sich selbst als Linker. Im geistigen Austausch mit früheren kommunistischen Denkern konnte er sich seiner Identität versichern.

Um die Vergangenheit zu schätzen, muss man kein Traditionalist sein. Erinnerung ist eine progressive Kraft, die von Konservativen genauso wie von Revolutionären zur Befeuerung der eigenen Sache genutzt wird. Für Bürgerrechtler, Feministinnen, Gewerkschaftler oder Schwulen- und Lesbenaktivistinnen spielt die Vergangenheit ihrer Bewegungen immer eine wichtige Rolle. Sie bauen auf ihr auf und setzen die Arbeit ihrer Vorgängerinnen fort. Geschichtsbewusstsein steht also nicht im Widerspruch zu Fortschritt. Im Gegenteil: Vergessen fördert Stillstand.

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