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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Wie wir das System wieder fit machen
Die Gesundheit der Zukunft beleuchtet die zukünftigen Herausforderungen und Chancen im Gesundheitssystem Deutschlands. Die Autoren diskutieren innovative Ansätze und Strategien zur Verbesserung der Effizienz, Nachhaltigkeit und ganzheitlichen Versorgung im Gesundheitswesen.
Sagen wir, du gehst mit Rückenschmerzen zum Hausarzt. Der schickt dich zum Orthopäden. Der wiederum macht neue Bilder, obwohl der Radiologe letzte Woche schon welche gemacht hat. Aber der Orthopäde hat darauf keinen Zugriff. Du verlierst Zeit und Nerven, und die Krankenkasse zahlt doppelt. So etwas passiert in Deutschland jeden Tag. Und es zeigt, warum das Gesundheitssystem dringend neu gedacht werden muss.
Seit Jahren pumpt die Regierung in Deutschland lieber mehr Geld ins alte System, anstatt mutig umzugestalten. Doch jetzt haben sich dank Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz echte Chancen eröffnet.
Ein echter Schlüssel ist die elektronische Patientenakte, kurz ePA. Die Idee: alle medizinischen Informationen an einem Ort, abrufbar für behandelnde Ärztinnen und Ärzte. Klingt simpel, funktioniert aber in Deutschland noch nicht richtig. So kann etwa das Rettungsteam im Notfall nicht auf die ePA zugreifen.
In Deutschland gibt es derzeit nämlich keine zentrale Plattform, über die Notärzte oder Rettungsteams sicher und schnell auf die elektronische Patientenakte zugreifen können. Es fehlt an technischen Schnittstellen, und zusätzlich bremst der Datenschutz den Zugang.
Und selbst wenn ein Zugriff möglich wäre, sind viele ePAs noch leer oder unvollständig: keine Röntgenbilder, keine Therapieverläufe, kaum strukturierte Daten. Dabei wäre das im Ernstfall Gold wert, etwa wenn ein bewusstloser Patient eingeliefert wird und niemand weiß, dass er blutverdünnende Medikamente nimmt.
Auch künstliche Intelligenz kann das System grundlegend verbessern. Smartwatches und tragbare Sensoren machen schon den Anfang. Sie können erkennen, wenn dein Herz ungewöhnlich häufig aus dem Takt gerät, und dann Alarm schlagen. So kann eine beginnende Herzschwäche erkannt werden, bevor es zum Krankenhausaufenthalt kommt. Solche Frühwarnsysteme könnten chronisch Kranke stabil halten, die Notaufnahmen entlasten und Leben retten.
Was es noch nicht gibt, sind digitale Assistenten, die Pflegefachkräften helfen, einfache Diagnosen zu stellen und Behandlungen einzuleiten. Das Problem: In Deutschland dürfen Pflegekräfte keine Diagnosen stellen. Die Patienten müssen dafür erst einen Arzttermin vereinbaren, auf den sie oft wochenlang warten. Das ist nervig für die Patienten und eine unnötige Belastung für Ärztinnen und Ärzte.
Auch beim Vergütungssystem der Krankenhäuser läuft es alles andere als rund. Das sogenannte DRG-System belohnt vor allem aufwendige Eingriffe. So werden in Deutschland im europäischen Vergleich besonders viele künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Da schwebt die Frage im Raum, ob aus wirtschaftlichen Nutzen nicht hier und da früher als nötig operiert wird.
Die Patientenakte sollte also dringend effizienter genutzt werden. Außerdem braucht es lockere Regelungen für einfache Diagnosen. Und nicht zuletzt muss sich am Krankenhaussystem etwas ändern. Doch dazu später noch mehr. Jetzt werfen wir erst einmal einen Blick auf die Altersstruktur der deutschen Gesellschaft.
Die Gesundheit der Zukunft (2025) beschreibt, wie das deutsche Gesundheitssystem angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und steigenden Kosten grundlegend reformiert werden muss. Wir liefern konkrete Vorschläge dazu und zeigen dir, wie moderne Technik, neue Versorgungsstrukturen und bessere Steuerung zu mehr Qualität und Nachhaltigkeit führen können.
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von Yuval Noah Harari