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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Selbstverständnis und Selbsthilfe für hochsensible Menschen
Zart besaitet widmet sich den Besonderheiten feinfühliger Menschen. Georg Parlow beleuchtet die Stärken und Herausforderungen, die mit hoher Sensibilität einhergehen, und bietet konkrete Ansätze, um in einer oft reizüberfluteten Welt besser zurechtzukommen.
Sie schläft auf zwanzig Matratzen mit noch mal zwanzig Daunendecken darauf und spürt dennoch eine kleine Erbse. Wer kennt nicht die Prinzessin auf der Erbse, die vermeintliche Mimose, mit der Hans Christian Andersen der extremen Empfindsamkeit ein Denkmal setzte. Was im Märchen wie eine kuriose Übertreibung wirkt, beschreibt aus neuropsychologischer Sicht präzise das, was viele hochsensible Menschen täglich erleben: Reize, die andere kaum wahrnehmen, wirken auf sie tief und manchmal schmerzhaft, körperlich wie seelisch.
Doch was genau ist Hochsensibilität eigentlich?
Rund 15 bis 20 Prozent der Menschen gehören laut Schätzungen zu dieser Gruppe – und damit zu einer biologisch stabilen Minderheit, die es übrigens auch im Tierreich gibt. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Menschen zerbrechlich, krank oder überempfindlich sind. Vielmehr haben sie ein besonders fein abgestimmtes Nervensystem, das Reize intensiver und vielschichtiger verarbeitet. Diese Sensibilität kann sich in unterschiedlichen Bereichen zeigen: akustisch, visuell, emotional oder auch intellektuell.
Jeder Mensch verfügt über eine persönliche Behaglichkeitszone, wenn es um die Menge, Dauer und Intensität von Reizen geht. Wird diese Zone überschritten, fühlen wir uns gestresst oder überfordert. Der Unterschied bei hochsensiblen Personen: Ihre Schwelle liegt deutlich niedriger, oft ohne dass es ihnen oder ihrer Umgebung bewusst ist. Der tropfende Wasserhahn, das flackernde Neonlicht, der schrille Ton eines Handys – all das kann für sie schnell zu viel werden.
Verstärkt wird das Unverständnis dadurch, dass viele Menschen von sich selbst auf andere schließen. Wenn sie sich nicht von etwas gestört fühlen, muss das doch auch für alle anderen gelten, oder? Dieses Missverständnis führt nicht selten zu Konflikten und zu Selbstzweifeln bei den Betroffenen. Viele Hochsensible wachsen mit dem Eindruck auf, anders und irgendwie „falsch“ zu sein: zu empfindlich, zu kompliziert, zu wenig belastbar.
Dabei ist Hochsensibilität weder eine Krankheit noch eine Modeerscheinung. Schon Carl Gustav Jung vermutete, dass es besonders empfindsame Persönlichkeitstypen gibt. Die US-amerikanische Psychologin Elaine N. Aron prägte in den 1990er-Jahren den Begriff der Highly Sensitive Person (HSP) und lieferte damit die wissenschaftliche Grundlage für ein neues Verständnis.
Hochsensibilität ist keine Schwäche, sondern eine Veranlagung. Wer sie versteht, kann lernen, mit ihr zu leben – und wird vielleicht sogar, wie die Prinzessin auf der Erbse, in seiner besonderen Feinfühligkeit erkannt und geschätzt.
Warum fühlen sich manche Menschen schneller erschöpft, überreizt oder tief berührt? In Zart besaitet erkunden wir die Welt der Hochsensibilität und zeigen dir, warum ein empfindliches Nervenkostüm ein echter Gewinn sein kann.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari