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Wissen ist so zugänglich wie nie – wann das zum Problem wird

Wissen ist Macht – zuviel Wissen ist Ohnmacht? Wenn Informationen jederzeit und ungefiltert verfügbar sind, kann das zur absoluten Überforderung führen. Die deutsche Wissens-App Blinkist will mit einem neuen Geschäftsmodell Abhilfe schaffen.
von Christina Schusser | 06.02.2020

Die Menge an verfügbarem Wissen im Informationszeitalter ist schier endlos – Schätzungen zufolge wurden allein in den letzten 10 Jahren mehr Informationen geschaffen als in der gesamten Menschheitsgeschichte davor. Wer eine Frage hat, findet die Antwort mit Sicherheit auf einer der 1,72 Milliarden aktiven Webseiten weltweit, wer ein Bedürfnis stillen möchte, kann das unter anderem mit einer der 2,2 Millionen Apps in Apples App Store tun. Doch das hat nicht nur Vorteile: Steht uns eine schier unendliche Menge an Informationen zur Verfügung, fühlen wir uns oft wie gelähmt. Dieser sogenannte „information overload“ führt laut einer Studie zu einem weltweiten wirtschaftlichen Verlust von etwa 650 Millionen US-Dollar jährlich. Zum Glück helfen verschiedene Apps dabei, Wissen professionell aufzubereiten und so etwas Licht in das Dickicht des Informationsdschungels zu bringen. Eine davon ist die App Blinkist, die die Kernaussagen von Sachbüchern in prägnante Kurzversionen verwandelt, die innerhalb von 15 Minuten gelesen und angehört werden können.

„Mit Blinkist erweitern Sie Ihr Allgemein- und Fachwissen in kürzester Zeit.“
– COMPUTERBILD

Blinkist gruender
Die Gründer des Berliner Startups Blinkist: Niklas Jansen, Tobi Balling und Holger Seim (v. l.), nicht im Bild: Sebastian Klein

Diese App rettet ihre Nutzer vor der Informationsflut – und wäre beinahe pleite gegangen

Schon seit 2012 kürzt Blinkist die aktuellsten und wichtigsten Sachbücher so, dass die Inhalte als hochkonzentriertes Wissen auf dem Smartphone landen. Das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ bestätigte dem Berliner Unternehmen im vergangenen Jahr, „damit einen Nerv getroffen“ zu haben. Die Zahlen bestätigen das: Mehr als 13 Millionen Nutzer weltweit verlassen sich darauf, von der App durch das stetig wachsende Sachbuch-Dickicht geführt zu werden. Doch nicht immer lief es für die Berliner so rund – 2013, also bereits kurz nach der Gründung, stand das Unternehmen vor dem Aus. Eine Finanzierungsrunde verzögerte sich, die Geldmittel wurden knapp und das gesamte Team erhielt zwei Monate lang kein Gehalt. Doch die Gründer rund um Holger Seim gaben nicht auf und sicherten sich in letzter Sekunde eine Finanzspritze. Seim erinnert sich noch lebhaft an diese emotionale Zeit: „Unsere Vision, unsere Ziele, das Team, das wir gerade erst aufgebaut hatten – wir wollten das einfach nicht aufgeben. Als wir weitermachen konnten, war die Euphorie riesig.”

Die Auswahl wächst und wächst und wächst

Diese Euphorie hat Blinkist in Tatendrang umgemünzt: Bereits 3000 Sachbücher hat das hauseigene Redaktionsteam in Kurzversionen verwandelt, monatlich kommen etwa 40 neue hinzu. Diese geraten durch aktuelle Buchtrends und Bestsellerlisten, aber oft auch durch konkrete Leserwünsche in den Fokus der Redaktion. Neben Informationen zum Autor und den Kerninhalten findet sich stets auch ein Hinweis, für wen dieser Titel besonders interessant ist. So wird beispielsweise die Gesellschaftsutopie „Alles könnte anders sein“ von Harald Welzer allen empfohlen, „die wissen wollen, was genau wir tun können, um eine bessere Welt zu gestalten“. So soll die Auswahl den Nutzern erleichtert werden.

Wieso wird diese App mit Preisen überhäuft?

Nicht nur beim Auswahlprozess, auch beim Kürzen der Titel setzt das Team auf Qualität. So sind neben den Redakteuren unter anderem auch Autoren, Sprachlektoren, professionelle Sprecher und Tonmeister daran beteiligt, hochwertige Text- und Audioversionen zu erschaffen. Das Kürzen selbst findet nach Erkenntnissen der Informationsforschung und psychologischen Gesichtspunkten statt und folgt der Maxime, die Texte möglichst prägnant und anschaulich zu gestalten. Dieses Vorgehen zahlt sich aus: In den letzten Jahren erhielt Blinkist zahlreiche Preise, darunter den World Summit Award in der Kategorie Bildung der Vereinten Nationen und den Material Design Award von Google. 2017 wählte Apple das Berliner Start Up sogar in ihre Liste der weltweit besten Apps.

Darum schwören CEOs und Führungskräfte auf Blinkist

Der Fokus der App ist nicht nur, Sachbuch-Wissen zu filtern und aufzubereiten, es wird auch in jenen Momenten verfügbar gemacht, die früher im Informations-Leerlauf verharrten. So hört mehr als die Hälfte der Nutzer die Kurzfassungen bevorzugt beim Autofahren. Das macht Blinkist bei all jenen beliebt, die wenig Zeit haben, aber trotzdem produktiv sein wollen – etwa CEOs, Selbstständige und Führungskräfte. Laut Blinkist sind mehr als 80% der Nutzer Akademiker. Dazu passend kürte „die ZEIT“ Blinkist zur „perfekten Lösung für die Generation der gestressten Smartphone-Großstädter, die jeden Moment des Leerlaufs nutzen wollen, um sich um ein paar Minuten zu verbessern.“ Für Gründer Seim ist die Vision von Blinkist klar: „Wir möchten es allen Menschen ermöglichen, sich weiterzubilden – und das verfügbare Wissen so für sie aufbereiten, dass es ihnen sofort einen Mehrwert bringt.“

Wer Blinkist ausprobieren möchte, kann sich die App kostenlos im App Store oder Google Play Store herunterladen und jeden Tag einen frei zugänglichen Titel anhören.

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