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Zeitenwende 1979

Als die Welt von heute begann

By Frank Bösch
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Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann by Frank Bösch

1789, 1945, 1989. Diese Jahreszahlen verbinden wir mit Ereignissen, die den Lauf der Welt nachhaltig beeinflusst haben. Aber 1979? Und ob! Diese Blinks zu Zeitenwende 1979 (2019) zeigen anhand zehn packender Beispiele, warum es dieses Jahr in sich hatte. Sie erklären, wie Geschehnisse wie der Papstbesuch in Polen, die Revolutionen im Iran und in Nicaragua, die Wahl Margaret Thatchers und ein Atomunglück in den USA Entwicklungen ins Rollen brachten, die die Welt bis heute in Atem halten.

  • Alle, die sich fragen, warum ausgerechnet das Jahr 1979 so weltbewegend war
  • Jeder, der die Welt von heute durch den Blick in die Vergangenheit verstehen will
  • Historiker, Geschichtsfans, politisch interessierte und gesellschaftskritische Menschen

Frank Bösch ist Historiker, wurde in Göttingen promoviert und lehrt als Professor für Deutsche und Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam. Er leitet das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam und beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit dem Zusammenhang zwischen Medien und Gesellschaftswandel.

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Zeitenwende 1979

Als die Welt von heute begann

By Frank Bösch
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Zeitenwende 1979: Als die Welt von heute begann by Frank Bösch
Synopsis

1789, 1945, 1989. Diese Jahreszahlen verbinden wir mit Ereignissen, die den Lauf der Welt nachhaltig beeinflusst haben. Aber 1979? Und ob! Diese Blinks zu Zeitenwende 1979 (2019) zeigen anhand zehn packender Beispiele, warum es dieses Jahr in sich hatte. Sie erklären, wie Geschehnisse wie der Papstbesuch in Polen, die Revolutionen im Iran und in Nicaragua, die Wahl Margaret Thatchers und ein Atomunglück in den USA Entwicklungen ins Rollen brachten, die die Welt bis heute in Atem halten.

Key idea 1 of 11

Mit der Iranischen Revolution trat der politische Islam auf die Weltbühne.

Unsere Zeitreise beginnt mit einem politischen Paukenschlag. Am 1. Februar 1979 flog der iranische Geistliche Ajatollah Khomeini nach 15 Jahren im französischen Exil zurück in seine Heimat. Seine Ankunft wurde von Millionen Menschen auf den Straßen Teherans bejubelt und setzte die Iranische Revolution in Gang, mit der der Islam auf die politische Weltbühne drängte. Doch langsam – Exil? Revolution? Was war überhaupt passiert?

1953 wurde der Iran vom populären Premierminister Mohammad Mossadegh geführt. Mossadegh galt als Vordenker der Freiheit und Demokratie im Iran, aber seine Pläne zur Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie vertrugen sich nicht mit den geopolitischen Interessen der USA und Großbritanniens. Noch im selben Jahr leiteten die CIA und der britische Auslandsgeheimdienst MI6 einen Militärputsch ein, der dem konservativen Schah Mohammad Reza Pahlavi an die Macht verhalf.

Der Schah herrschte durch autokratische Militärgewalt. Dass er von den USA trotzdem politisch, wirtschaftlich und militärisch unterstützt wurde, schürte in der Bevölkerung schwere Ressentiments gegen den Westen. Nach und nach machte sich Unmut breit, bis sich daraus laute Proteste entwickelten: für Freiheit und soziale Gerechtigkeit und gegen den Schah und die Oberschicht, die von den schmutzigen Öl-Deals mit dem Westen profitierten, während die Bevölkerung mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfte.

Bald wurden Rufe nach einer Rückbesinnung auf islamische Werte laut. Ajatollah Khomeini wurde zu einem der wichtigsten Sprecher der konservativen Islamisten und 1964 wegen einer seiner Reden gegen den Schah ins Exil verbannt. So weit der Hintergrund.

Wir springen zurück ins Jahr 1979. Nach wochenlangen Massenprotesten einer breiten Widerstandsbewegung floh der Schah am 16. Januar ins Ausland und Khomeini konnte in seine Heimat zurückkehren. Seine Rückkehr besiegelte das Ende des Schahs – und den Sieg der islamischen Fundamentalisten. Noch im selben Frühjahr wurde eine neue Verfassung als Fundament einer islamischen Republik mit islamischer Rechtsauslegung verabschiedet.

So trat der politische Islam als dritter großer Player neben dem Kapitalismus und dem Kommunismus auf die ideologische Weltbühne. Der Sieg der iranischen Fundamentalisten brachte den USA eine geopolitische Niederlage bei, ohne der Sowjetunion in die Hände zu spielen. Dass der Bruch mit dem Westen dennoch tief war, zeigte ein weiteres Ereignis aus dem Jahr 1979: Im Oktober duldete Khomeini, dass Demonstranten die US-amerikanische Botschaft in Teheran stürmten und 66 Botschaftsmitarbeiter als Geiseln nahmen.

Der somit entstandene Bruch zwischen der islamischen und der westlichen Welt weitete sich über die folgenden Jahrzehnte zu einer Kluft. Obwohl die Ereignisse des 11. September 2001 keine unmittelbare Folge dieser Entwicklungen waren, markierten sie einen Tiefpunkt im Verhältnis zwischen islamischer und westlicher Welt.

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