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Wütendes Wetter

Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme

By Friederike Otto
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Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme by Friederike Otto

Die Attribution Science bzw. Zuordnungswissenschaft untersucht, ob und wie sehr der menschengemachte Klimawandel das Risiko extremer Wetterereignisse erhöht. Sie berechnet anhand verlässlicher Daten, ob Phänomene wie die Hitzewellen der letzten Jahre in Zukunft wahrscheinlicher werden oder nicht. Die Blinks zu Wütendes Wetter (2019) demonstrieren, wie die Forscher diese Datenanalysen anfertigen und wie uns ihre erstaunlichen Ergebnisse helfen, uns besser auf das Klima der Zukunft einzustellen.

  • Alle, die ihre Sorgen um das Klima wissenschaftlich unterfüttern wollen
  • Alle, die wissen wollen, welchen Anteil wir Menschen wirklich am Klimawandel haben
  • Alle, die sich fragen, ob Proteste wie die Bewegung Fridays for Future etwas bringen

Friederike Otto ist Physikerin, Klimatologin und promovierte Philosophin. Sie leitet das Environmental Change Institute an der University of Oxford und ist Mitbegründerin der Attribution Science. Ihre Berechnungen und Bewertungen extremer Wetterereignisse werden weltweit in den Medien aufgegriffen.

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Wütendes Wetter

Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme

By Friederike Otto
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Wütendes Wetter: Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme by Friederike Otto
Synopsis

Die Attribution Science bzw. Zuordnungswissenschaft untersucht, ob und wie sehr der menschengemachte Klimawandel das Risiko extremer Wetterereignisse erhöht. Sie berechnet anhand verlässlicher Daten, ob Phänomene wie die Hitzewellen der letzten Jahre in Zukunft wahrscheinlicher werden oder nicht. Die Blinks zu Wütendes Wetter (2019) demonstrieren, wie die Forscher diese Datenanalysen anfertigen und wie uns ihre erstaunlichen Ergebnisse helfen, uns besser auf das Klima der Zukunft einzustellen.

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Ein einziges Grad Erderwärmung reicht aus, um unser Wetter spürbar zu verändern.

913. So lautete die Patentnummer, unter der James Watt im Jahr 1776 seine berühmte Dampfmaschine registrierte. Seine Erfindung war der Startschuss für die industrielle Revolution und den massiven menschengemachten CO2-Ausstoß. Seitdem wurden mehr durch die Verbrennung fossiler Ressourcen angetriebene Maschinen erfunden, und mittlerweile hat sich die Erdatmosphäre kontinuierlich erwärmt – im Jahr 2019 um etwa ein Grad Celsius. Das klingt zwar nach wenig, hat aber gewaltige Folgen.

So begünstigt die Erderwärmung die Entstehung extremer Niederschläge. Wärmere Luft hat eine geringere Dichte und kann folglich mehr Wasserdampf speichern. Dieser Wasserdampf gelangt früher oder später in Form von Regen auf die Erde zurück. Das ist auch der Grund, warum Regenfälle im Sommer viel stärker sind als im Winter. Wer in Deutschland lebt, kennt den Unterschied zwischen den heftigen Hitzegewittern im Juli und dem tagelangen Nieselregen im März.

Dieser Vorgang wird durch den sogenannten dynamischen Effekt verstärkt. Dabei verändert die höhere Konzentration an CO2, Methan und Wasserdampf in der Atmosphäre die Luftzirkulation, was zu plötzlichen Wetterextremen an Orten in gemäßigten Klimazonen führen kann. Tiefdruckgebiete mit viel Regenwasser ziehen zum Beispiel immer häufiger vom Meer aus in Gebiete, in die sie nie zuvor gelangt sind.

In Südengland kam es im Winter 2013 zu einer Kombination von warmem Wetter und dem dynamischen Effekt. Die warme Luft über dem Atlantik führte zur Bildung großer Tiefdruckgebiete, die durch die veränderte Luftzirkulation in Richtung Südinsel gedrückt wurden. Am Ende wurde der Januar 2014 zum nassesten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Dieselbe Kombination verursacht aber ebenso das entgegengesetzte Extrem. Durch die Veränderung der globalen Zirkulation bewegt sich die Luft an manchen Orten immer weniger. Die Folgen sind Dürre und Trockenheit, da keine wasserreichen Tiefdruckgebiete mehr herangetragen werden. Und wo der Boden ohnehin schon trocken ist, können sich auch keine Wolken für Niederschläge bilden. Eine solche Desertifikation ist seit den 1960er-Jahren im Südwesten Australiens zu beobachten.

Ein Grad mehr Erderwärmung bedeutet außerdem, dass die Temperatur der Ozeane steigt. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit für Wirbelstürme, da diese ihre Energie aus erhitzten Gewässern speisen. Und wärmeres Wasser setzt mehr thermische Energie frei. Je stärker sich die Meere rund um den Globus erwärmen, desto häufiger werden solche Stürme in Zukunft auch an Orten entstehen, die vorher noch nie welche erlebt haben.

Bei all diesen Belegen für die Erderwärmung und ihre Folgen stellt sich die Frage: Warum wird der Klimawandel eigentlich immer noch verharmlost?

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