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Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?

Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule

By Ulrike Bartholomäus
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Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?: Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule by Ulrike Bartholomäus

Nach ihrem Schulabschluss haben viele Jugendliche erst einmal null Bock auf gar nichts. Nach Jahren der Paukerei wollen sie sich am liebsten einfach nur ausruhen und Spaß haben, doch nichts da – nun heißt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen und dabei auch noch den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden. Kein Wunder, dass manch einer da in Lethargie verfällt und erst einmal den Kopf in den Sand steckt. In den Blinks zu Ulrike Bartholomäus’ Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann? (2019) erfährst du, warum so viele junge Erwachsene nach der Schule in ein Loch fallen und wie Eltern ihre Kinder in dieser Phase unterstützen können. 

  • Besorgte Eltern, die ihre Sprösslinge endlich in die Freiheit entlassen wollen
  • Alle, die wissen wollen, was im Gehirn von Jugendlichen so vor sich geht
  • Jeder, der ein Problem mit der „Null-Bock-Generation“ hat

Die Wissenschaftsjournalistin Ulrike Bartholomäus hat lange als Redakteurin für den Focus im Ressort Forschung gearbeitet. Heute lebt sie in Berlin und ist als freie Autorin tätig. 2016 erschien ihr Buch Die Kunst, gute Gespräche zu führen.

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Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?

Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule

By Ulrike Bartholomäus
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Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann?: Die große Orientierungslosigkeit nach der Schule by Ulrike Bartholomäus
Synopsis

Nach ihrem Schulabschluss haben viele Jugendliche erst einmal null Bock auf gar nichts. Nach Jahren der Paukerei wollen sie sich am liebsten einfach nur ausruhen und Spaß haben, doch nichts da – nun heißt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen und dabei auch noch den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden. Kein Wunder, dass manch einer da in Lethargie verfällt und erst einmal den Kopf in den Sand steckt. In den Blinks zu Ulrike Bartholomäus’ Wozu nach den Sternen greifen, wenn man auch chillen kann? (2019) erfährst du, warum so viele junge Erwachsene nach der Schule in ein Loch fallen und wie Eltern ihre Kinder in dieser Phase unterstützen können. 

Key idea 1 of 8

Der Eintritt ins Studium überfordert junge Menschen.

Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter! Was die Lebensgestaltung und Berufswahl angeht, hatte man damals kaum eine Wahl. Nur die Wenigsten konnten eine Universität besuchen und hatten dann genau vier Alternativen zur Auswahl: Recht, Medizin, Theologie oder die freien Künste. Mehr Studienfächer gab es nicht. Und wie sieht es heute aus?

Heutzutage können Abiturienten aus sage und schreibe 19.000 Studiengängen und Hunderten Standorten aussuchen. Hinzu kommen all die Ausbildungs- und Lehrberufe. Kein Wunder also, dass so mancher Schulabgänger angesichts dieser Flut von Optionen hoffnungslos überfordert ist. 

Dabei studieren die Deutschen so fleißig wie nie zuvor. Laut Statistischem Bundesamt waren im Wintersemester 2018/19 2,6 Millionen Menschen an Hochschulen eingeschrieben. Das sind erst einmal gute Nachrichten, denn das Resultat ist ein Zuwachs an qualifizierten Arbeitskräften und eine niedrige Arbeitslosenquote unter Jugendlichen.

Allerdings ist der Weg bis in den Hörsaal für viele Jugendliche eine echte Herausforderung und bereitet ihnen einiges Kopfzerbrechen. Das ist auch vollkommen nachvollziehbar in Anbetracht all der Fragen, die vor Studienbeginn geklärt werden müssen: Was und wo will ich studieren? Reicht mein Notendurchschnitt für den Numerus clausus? Und falls nicht, in welcher anderen Stadt stehen meine Chancen besser? Kann ich die Zulassungsbeschränkung umgehen, wenn ich im Ausland studiere?

Dabei ist es doch eigentlich der pure Luxus, so viele Optionen zu haben. Oder etwa nicht? Ein Phänomen namens Auswahlparadox beschreibt den verqueren Umstand, dass wir mit einer Entscheidung am Ende umso unzufriedener sind, je mehr Wahlmöglichkeiten uns ursprünglich offenstanden. 

Die riesige Auswahl an Studienfächern und die damit verbundene Qual der Wahl ist aber nicht das einzige Problem. Ein zusätzliches Hindernis entstand durch die Verkürzung der Schuldauer von 13 auf 12 Jahre. Teilweise müssen schon 17-Jährige ihre Zukunft planen, obwohl viele von ihnen in diesem Alter noch gar nicht in der Lage sind, so weitreichende Entscheidungen zu treffen.

Das hat auch damit zu tun, dass sich der Erziehungsstil im Vergleich zu früheren Zeiten verändert hat. In der Vergangenheit herrschten innerhalb der Familie deutlich autoritärere Verhältnisse und die Jugendlichen mussten früher Verantwortung übernehmen. Das führte dazu, dass sie im Alter von 18 Jahren gezwungenermaßen schon wesentlich reifer waren als ihre Altersgenossen heutzutage, die meist sehr viel behüteter aufwachsen. Wenn ein junger Mensch bis dato noch nicht einmal selbstständig einen Arzttermin vereinbaren musste, ist es kaum verwunderlich, dass er sich überfordert fühlt, wenn er auf einmal einen Studienkredit aufnehmen oder Bafög beantragen soll.

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