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Was ist so schlimm am Kapitalismus?

Antworten auf die Fragen meiner Enkelin

By Jean Ziegler
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Was ist so schlimm am Kapitalismus?: Antworten auf die Fragen meiner Enkelin by Jean Ziegler

In den Blinks zu Was ist so schlimm am Kapitalismus? (2019) zeigen wir dir, wie der moderne Kapitalismus entstand – und welchen Preis wir heute für ihn zahlen. Denn der Kapitalismus schafft nicht nur eine massive Ungleichheit, die Milliarden von Menschen ins Verderben stürzt, er zerstört auch unseren Planeten. Die Blinks erklären dir daher auch, wieso wir ihn dringend abschaffen müssen.

  • Jeder, der wissen will, wie der Kapitalismus in die Welt kam
  • Alle, die mehr über die Verbrechen des Kapitalismus erfahren wollen
  • Menschen, die das Gefühl haben, dass wir in einem falschen und ungerechten System leben

Jean Ziegler ist ein Schweizer Soziologe, Politiker und Autor. Von 2000 bis 2008 war er UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, und von 2008 bis 2012 gehörte er dem Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der UN an. Als Autor wurde er vielfach übersetzt und ausgezeichnet, seine Bücher haben ihn als engagierten Kapitalismuskritiker weltweit bekannt gemacht.

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Was ist so schlimm am Kapitalismus?

Antworten auf die Fragen meiner Enkelin

By Jean Ziegler
  • Read in 13 minutes
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  • Contains 8 key ideas
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Was ist so schlimm am Kapitalismus?: Antworten auf die Fragen meiner Enkelin by Jean Ziegler
Synopsis

In den Blinks zu Was ist so schlimm am Kapitalismus? (2019) zeigen wir dir, wie der moderne Kapitalismus entstand – und welchen Preis wir heute für ihn zahlen. Denn der Kapitalismus schafft nicht nur eine massive Ungleichheit, die Milliarden von Menschen ins Verderben stürzt, er zerstört auch unseren Planeten. Die Blinks erklären dir daher auch, wieso wir ihn dringend abschaffen müssen.

Key idea 1 of 8

Der Kapitalismus entsprang dem Feudalismus und generiert Gewinne durch Mehrwert.

Wie bewandert bist du in Sachen Wirtschaftsgeschichte? Geht so? Kein Problem. In diesem Blink führen wir dich erst einmal ein wenig in der Zeit zurück. Genauer gesagt, zu den Anfängen des kapitalistischen Systems. Denn um den heutigen globalen Kapitalismus zu verstehen, müssen wir uns die Bedingungen seines Entstehens ansehen.

In Europa setzte sich im Mittelalter der Feudalismus als Gesellschaftsform durch – eine Zweiklassengesellschaft aus adligen Lehnsherren und sogenannten Leibeigenen. Die Adligen besaßen Grund und Boden, den ihre besitzlosen Leibeigenen bearbeiteten. Die Leibeigenen leisteten Frondienste für ihren Grundbesitzer, im Gegenzug gewährte er ihnen Schutz und einen Platz zum Leben. Wirklich frei waren sie nicht, doch im Gegensatz zu Sklaven besaßen Leibeigene gewisse Persönlichkeitsrechte. So konnten sie bspw. mit Genehmigung heiraten und durften – anders als Sklaven – nicht einfach verkauft werden.

Diese Gesellschaftsform hatte im Vergleich zum Kapitalismus einen Nachteil: Sie brachte dem adligen Grundbesitzer keinen solchen Mehrwert ein, wie ihn der spätere Kapitalist erzielen konnte. Denn mit den richtigen Maschinen und Produktionsstätten ließ sich ab einem gewissen Zeitpunkt schlicht mehr Geld bzw. Kapital verdienen als mit dem bloßen Besitz von Grund und Boden.

Dazu stellt der Besitzer von Produktionsmitteln wie z.B. Maschinen, Stoffen und Hallen Arbeiter an und zahlt ihnen einen möglichst geringen Lohn. Das Ergebnis ihrer Arbeit, die Waren, verkauft er auf dem Markt. Die Differenz zwischen dem gezahlten Lohn und den Einnahmen, den er mit der Veräußerung der Waren erzielt, ist der sogenannte Mehrwert. Indem der Kapitalist den Mehrwert wieder in die Produktion investiert – also in bessere Maschinen, größere Hallen usw. –, wächst sein Kapital mit der Zeit unaufhaltsam.

Vor allem in den Städten wurde der Besitz von Maschinen bald wichtiger als der von Grund und Boden. Als Besitzer von Werkzeugen und Maschinen stieg die Klasse des Bürgertums auf. Sie wurde im 18. Jahrhundert eine Gegenmacht zu den Feudalherren. Die Arbeiter hingegen waren wie die Leibeigenen des Feudalismus typischerweise besitzlos und von den Kapitalbesitzern abhängig.

Karl Marx bezeichnete den Feudalismus auch als „notwendige Vorstufe“ des Kapitalismus. Denn seiner Ansicht nach unterschieden sich beide Gesellschaftssysteme in ihrer Funktionsweise nicht fundamental voneinander.

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