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Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet

Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik

By Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer & Walter Krämer
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Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet: Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik by Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer & Walter Krämer

Statistiken begegnen uns heute überall. Wir werden täglich zigfach mit Zahlen, Prozentwerten und Ranglisten bombardiert, die unsere Aufmerksamkeit erheischen und unsere Meinung beeinflussen. Dabei verfügen sowohl die Zahlenjongleure als auch wir Konsumenten nur selten über das nötige mathematische Verständnis, um uns kühlen Kopfes ein angemessenes Bild zu machen. Diese Blinks zeigen, mit welchen Tricks Schindluder und Augenwischerei betrieben werden und wo die dicksten Denkfehler passieren.

  • Alle, die sich über Horrorschlagzeilen ärgern
  • Personen, die ein feines Gespür für Tricks und Täuschungen haben
  • Jeder, der sich für Mathe begeistert oder seit jeher daran verzweifelt

Thomas Bauer ist Professor für Wirtschaftsforschung in Bochum und veröffentlichte u.a. ein Werk zum Thema empirische Wirtschaftsforschung. Er setzt sich außerdem mit wichtigen Fragen zur Migration auseinander.

Gerd Gigerenzer ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und befasst sich dort u.a. mit den Themen begrenzte Rationalität und soziale Intelligenz. Er beschäftigt sich außerdem mit Phänomenen wie Risikokompetenz und Risikoverhalten.

Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik in Dortmund. Mit den beiden Co-Autoren verfasste er bereits ein anderes Buch über Statistik, nämlich Wahr oder wahrscheinlich? – Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik (2015).

 

Original: Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet © 2016 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet

Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik

By Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer & Walter Krämer
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Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet: Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik by Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer & Walter Krämer
Synopsis

Statistiken begegnen uns heute überall. Wir werden täglich zigfach mit Zahlen, Prozentwerten und Ranglisten bombardiert, die unsere Aufmerksamkeit erheischen und unsere Meinung beeinflussen. Dabei verfügen sowohl die Zahlenjongleure als auch wir Konsumenten nur selten über das nötige mathematische Verständnis, um uns kühlen Kopfes ein angemessenes Bild zu machen. Diese Blinks zeigen, mit welchen Tricks Schindluder und Augenwischerei betrieben werden und wo die dicksten Denkfehler passieren.

Key idea 1 of 9

Viele Menschen können nicht richtig mit Prozentangaben umgehen.

Stell dir vor, die Medien titeln, die Zahl der tödlichen Hai-Angriffe sei im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 100% gestiegen. Das klingt wahnsinnig dramatisch. Das soll es auch, damit du liest, klickst oder kaufst. Erst später stellt sich heraus, dass sich die Zahl der Opfer genau genommen lediglich von sechs auf zwölf erhöht hat. Das ist bedauerlich und relativ gesehen tatsächlich eine Verdopplung der Opferzahl. Absolut aber sind es „nur“ sechs Personen mehr. Weltweit.

Immer wieder werden v.a. relative Prozentangaben für effekthascherische Zahlenspiele missbraucht, um Aufmerksamkeit zu erregen, Angst zu schüren oder Auflagen bzw. Einschaltquoten zu erhöhen. Das manipuliert Meinungen und beeinflusst unser aller Bewusstsein. Das Hauptproblem dabei ist, dass nur wenige wirklich wissen, wie man mit Prozentangaben umgeht.

Machen wir einen kleinen Test. Nehmen wir an, im Lotto wird ein Auto verlost. Die Chance auf den Gewinn liegt bei 1 zu 1.000. Wie viel Prozent der Mitspieler gewinnen bei dieser Verlosung ein Auto? Die richtige Antwort lautet 0,1%. Als genau diese Testfrage 1990 im Rahmen einer Studie gestellt wurde, gaben jedoch gerade einmal 46% der Befragten in Deutschland die richtige Antwort. Selbst die teilnehmenden Ärzte kamen nur auf 72%. Und die sollten doch wissen, wie man Wahrscheinlichkeiten und Risiken bewertet. Oder?

Nehmen wir ein weiteres Beispiel. Stell dir vor, ein Möbelhaus wirbt mit einem unglaublichen Angebot: 50% Hausrabatt plus 20% Eigenimport-Rabatt plus 10% Treuerabatt auf einen teuren Teppich. Auf den ersten Blick denkt man da leicht: Wow, 80% Rabatt! Das ist ja fast geschenkt. Aber von wegen. Die Rabattierungen beziehen sich nämlich jeweils auf den bereits reduzierten Preis. Wenn der Teppich ursprünglich 2.000 Euro kostet, sind wir nach 50% Rabatt bei 1.000 Euro. 20% von 1.000 Euro sind 200 Euro. Und 10% von 800 Euro sind 80 Euro. Der 2.000-Euro-Teppich kostet somit nach Abzug aller Rabatte noch 720 Euro. Das ist zwar ein tolles Angebot, aber wir landen nicht bei den 400 Euro, auf die wir anfangs spekuliert haben.

Der entscheidende Wert für Prozentangaben ist also immer die Basis – der Zahlenwert, auf den sich die Prozente beziehen. Ohne diesen Kontext sind Prozentzahlen wie die 100% bei den Hai-Opfern gar nichts wert. Die Beispiele zeigen, wie leicht wir uns hinters Licht führen lassen.

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