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Und ich?

Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft

By Paul Verhaeghe
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Und ich? by Paul Verhaeghe

Wirtschaftlich betrachtet geht es uns so gut wie noch nie: Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und werden dank fortgeschrittener Medizin älter als je zuvor. Trotzdem geht es uns ziemlich schlecht: Depressionen, Burn-out und Essstörungen sind auf dem Vormarsch. Warum ist das so? Die Blinks zu Paul Verhaeghes Und ich? (2013) zeigen, wie diese psychischen Probleme mit dem neoliberalen Wirtschaftssystem zusammenhängen.

  • Neugierige, die erfahren möchten, wie wir unsere Identität bilden
  • Alle, die sich fragen, wie das Wirtschaftssystem die Psyche beeinflusst
  • Kritisch Denkende, die gesellschaftliche Zusammenhänge hinterfragen

Paul Verhaeghe ist ein belgischer Professor für Psychologie und Psychoanalyse an der Universität Gent. Er beschäftigt sich insbesondere damit, wie Individuen von der Gesellschaft beeinflusst werden. Seine bisherigen Publikationen umfassen Liebe in Zeiten der Einsamkeit, Über Normalität und andere Erkrankungen sowie Das Ende der Psychotherapie.

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Und ich?

Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft

By Paul Verhaeghe
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Und ich? by Paul Verhaeghe
Synopsis

Wirtschaftlich betrachtet geht es uns so gut wie noch nie: Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und werden dank fortgeschrittener Medizin älter als je zuvor. Trotzdem geht es uns ziemlich schlecht: Depressionen, Burn-out und Essstörungen sind auf dem Vormarsch. Warum ist das so? Die Blinks zu Paul Verhaeghes Und ich? (2013) zeigen, wie diese psychischen Probleme mit dem neoliberalen Wirtschaftssystem zusammenhängen.

Key idea 1 of 11

Unsere Identität wird durch unsere Umwelt geprägt und verändert sich ständig.

Wer bin ich? Unsere Persönlichkeit oder Identität ist die Summe unserer Charaktereigenschaften und Einstellungen: alles, was uns von anderen unterscheidet und uns zu etwas Besonderem macht. Nur der kleinste Teil davon ist angeboren – die meisten Charaktereigenschaften und Einstellungen erwerben wir erst im Laufe unseres Lebens.

Wir kommen quasi als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Zum Zeitpunkt der Geburt ist das Gehirn eines Babys noch nicht vollständig entwickelt. Das Baby hat keine Vorstellung von sich selbst. Erst in einem Prozess, dem sogenannten Mirroring, entdeckt es langsam seine Umwelt und Identität. Durch ganz basale Zustände und Ereignisse wie Hunger, Schreien oder Gefüttert-Werden lernt es schrittweise die eigenen Gefühle und das eigene Ich kennen. So bilden sich langsam die Grundlagen der Identität heraus.

Sobald ein Baby beginnt, seine Umwelt zu entdecken, wird es auch von der Kultur beeinflusst, in der es aufwächst. Das sehen wir ganz deutlich, wenn Babys aus dem Ausland adoptiert werden: Ein vietnamesisches Baby, das etwa in Frankreich aufwächst, wird eine französische Identität entwickeln. Französisch wird seine Muttersprache sein. Und vermutlich wird es zum Frühstück auch lieber ein Croissant essen als eine Pho-Suppe. Die Kultur, in der wir aufwachsen, macht einen großen Teil unserer Identität aus. 

Auch später kann sich unsere Identität jederzeit verändern. Die Entscheidung für einen bestimmten Beruf, eine Religion oder für oder gegen eine eigene Familie kann uns noch einmal zu einem ganz anderen Menschen machen. Auch wenn wir eine schwere Krankheit überleben oder schlimme Zeiten durchstehen, kann das Einfluss auf unsere Persönlichkeit nehmen.

Um unsere Identität zu bilden und zu formen, brauchen wir andere Menschen. Ohne soziales Umfeld entwickelt niemand eine gesunde Persönlichkeit. Daher gilt die Verbannung in die Einsamkeit als eine der schlimmsten Strafen, die wir einem Menschen antun können. 

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