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Und ich?

Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft

By Paul Verhaeghe
18-minute read
Und ich?: Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft by Paul Verhaeghe

Wirtschaftlich betrachtet geht es uns so gut wie noch nie. Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und dank der guten medizinischen Versorgung werden wir älter als je zuvor. Trotzdem geht es uns irgendwie ziemlich schlecht: Depressionen, Burnout und Essstörungen sind auf dem Vormarsch. Paul Verhaeghe stellt in Und ich? die These auf, dass diese psychischen Probleme damit zusammenhängen, wie das neoliberale Wirtschaftssystem unseren Alltag durchdringt und den Menschen zum dauerhaften Konkurrenzkampf zwingt.

  • Jeder, der sich dafür interessiert, wie wir unsere Identität bilden
  • Jeder, der sich fragt, wie das Wirtschaftssystem die Psyche beeinflusst
  • Jeder, der gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch hinterfragt

Paul Verhaeghe ist ein belgischer Professor für Psychologie und Psychoanalyse an der Universität Gent. Er beschäftigt sich vor allem damit, wie Individuen von der Gesellschaft beeinflusst werden. Seine bisherigen Publikationen umfassen Liebe in Zeiten der Einsamkeit, Über Normalität und andere Erkrankungen sowie Das Ende der Psychotherapie.

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Und ich?

Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft

By Paul Verhaeghe
  • Read in 18 minutes
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Und ich?: Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft by Paul Verhaeghe
Synopsis

Wirtschaftlich betrachtet geht es uns so gut wie noch nie. Wir haben genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und dank der guten medizinischen Versorgung werden wir älter als je zuvor. Trotzdem geht es uns irgendwie ziemlich schlecht: Depressionen, Burnout und Essstörungen sind auf dem Vormarsch. Paul Verhaeghe stellt in Und ich? die These auf, dass diese psychischen Probleme damit zusammenhängen, wie das neoliberale Wirtschaftssystem unseren Alltag durchdringt und den Menschen zum dauerhaften Konkurrenzkampf zwingt.

Key idea 1 of 11

Unbeschriebene Blätter: Unsere Identität wird durch unsere Umwelt geprägt und verändert sich ständig.

Wer bin ich? Unsere Persönlichkeit oder Identität ist die Summe unserer Charaktereigenschaften und Einstellungen: All das, was uns von anderen unterscheidet und uns zu etwas Besonderem macht. Nur der kleinste Teil davon ist angeboren – die meisten Charaktereigenschaften und Einstellungen erwerben wir erst im Laufe unseres Lebens.

Wir kommen quasi als unbeschriebenes Blatt auf die Welt. Zum Zeitpunkt der Geburt ist das Gehirn eines Babys noch nicht vollständig entwickelt und das Baby hat keine Vorstellung von sich selbst. Erst in einem Prozess, der als Mirroring bezeichnet wird, entdeckt es langsam seine Umwelt und Identität. Durch ganz basale Zustände und Ereignisse wie Hunger, schreien oder gefüttert werden lernt es nach und nach die eigenen Gefühle und das eigene Ich kennen. So bilden sich langsam die Grundlagen der Identität heraus.

Sobald ein Baby beginnt, seine Umwelt zu entdecken, wird es auch von der Kultur beeinflusst, in der es aufwächst. Das sehen wir ganz deutlich, wenn Babys aus dem Ausland adoptiert werden: Ein vietnamesisches Baby, das z.B. in Frankreich aufwächst, wird eine französische Identität entwickeln. Französisch wird seine Muttersprache sein, und vermutlich wird es zum Frühstück auch lieber ein Croissant essen als eine Pho-Suppe. Die Kultur, in der wir aufwachsen, macht einen großen Teil unserer Identität aus.

Auch später kann sich unsere Identität jederzeit verändern. Die Entscheidung für einen bestimmten Beruf, eine Religion oder für oder gegen eine eigene Familie kann uns noch einmal zu einem ganz anderen Menschen machen. Auch wenn wir z.B. eine schwere Krankheit überleben oder schlimme Zeiten durchstehen müssen, kann das Einfluss auf unsere Persönlichkeit nehmen.

Um unsere Identität zu bilden und zu formen, brauchen wir andere Menschen. Ohne soziales Umfeld kann niemand eine gesunde Persönlichkeit entwickeln. Nicht ohne Grund gilt die Verbannung in die Einsamkeit als eine der schlimmsten Strafen, die wir einem Menschen antun können.

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