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Stauffenberg

Porträt eines Attentäters

By Thomas Karlauf
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Stauffenberg: Porträt eines Attentäters by Thomas Karlauf

Der 20. Juli 1944 ist als Datum des Widerstands gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. Doch wer war der Mann, der das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler verübte? Wer war Claus Schenk Graf von Stauffenberg? Diese Blinks zu Stauffenberg (2019) zeichnen das Bild eines jungen, ehrgeizigen und für lange Zeit regimetreuen Offiziers der Wehrmacht, der fest im Denken seines Standes und Berufs verankert war. 

  • Alle, denen die „Operation Walküre“ ein Mythos ist
  • Interessierte, die Einblicke in den deutschen Widerstand gegen die Nazis gewinnen wollen
  • Historikerinnen und Historiker

Thomas Karlauf ist Autor der viel beachteten Biografien Stefan George. Die Entdeckung des Charisma (2007) und Helmut Schmidt. Die späten Jahre (2016). Viele Jahre schrieb er für die Literaturzeitschrift Castrum Peregrini in Amsterdam und war von 1984 bis 1996 als Lektor bei den Verlagen Siedler und Rowohlt tätig. Seit 1996 führt er eine Literaturagentur in Berlin.

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Stauffenberg

Porträt eines Attentäters

By Thomas Karlauf
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Stauffenberg: Porträt eines Attentäters by Thomas Karlauf
Synopsis

Der 20. Juli 1944 ist als Datum des Widerstands gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. Doch wer war der Mann, der das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler verübte? Wer war Claus Schenk Graf von Stauffenberg? Diese Blinks zu Stauffenberg (2019) zeichnen das Bild eines jungen, ehrgeizigen und für lange Zeit regimetreuen Offiziers der Wehrmacht, der fest im Denken seines Standes und Berufs verankert war. 

Key idea 1 of 8

Claus von Stauffenberg war mit Leib und Seele Soldat – und für lange Zeit sympathisierte er mit den Nationalsozialisten.

Am Mittag des 20. Juli 1944, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, detonierte eine Sprengladung in der Lagebaracke des Führerhauptquartiers in Ostpreußen. Die Bombe galt der Person, die die Welt in einen neuen Weltkrieg gestürzt hatte: Adolf Hitler. Doch dieser wurde nur leicht verletzt, er überlebte. So scheiterte jenes berühmte Attentat, das wir mit dem Namen Stauffenberg verbinden. 

Bis heute gilt Claus Schenk Graf von Stauffenberg als zentrale Figur des deutschen Widerstands. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten viele ihre berufliche oder private Bekanntschaft mit Stauffenberg als angeblichen Beleg ihres eigenen Widerstands gegen die Nationalsozialisten. Häufig wurde das Bild eines frühen Widerstandskämpfers gezeichnet, der seine Abscheu vor den Nazis nie verbarg.

Authentische historische Quellen ergeben jedoch ein anderes Bild. Bis zum August 1942 finden sich keine Hinweise darauf, dass Stauffenberg Widerstand gegen das Nazi-Regime überhaupt erwogen hätte. Im Gegenteil: Sein politisches und militärisches Denken deckte sich bis zu diesem Zeitpunkt weitestgehend mit Hitlers Politik.

Wie wurde also aus dem Sympathisanten des nationalsozialistischen Regimes ein Hitler-Attentäter? Um diesen Wandel zu erklären, müssen wir Einblick in Stauffenbergs Lebens- und Gedankenwelt nehmen. 

Stauffenberg kam am 15. November 1907 als dritter Sohn einer süddeutschen Adelsfamilie auf die Welt. Kurz nach dem Abitur trat er am 1. April 1926 in das siebzehnte bayerische Reiterregiment in Bamberg ein. Er wollte Offizier werden und folgte dem Selbstverständnis seines Standes, der den Dienst am Staat als Privileg des Adels sah. Nur konnte dieser Staat nicht die Weimarer Republik sein. Denn aus Sicht der Reichswehr hätte das alte Kaiserreich nie untergehen und die neue demokratische Republik nie entstehen dürfen. 

In Soldatenkreisen sprach man denn auch lieber vom „Reich“ als von der „Republik“. Und den Weimarer Leitgedanken eines „unpolitischen“ Heeres interpretierte die Reichswehrführung als „über den Parteien stehend“. In der verfassungsmäßigen, politischen Distanz zu den Parteien suchte sie Distanz zum Parteienstaat.

Dies war die Gedankenwelt, in die der Adelssohn Stauffenberg hineinwuchs.

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