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Shakespeares ruhelose Welt

Ein Portrait der gefährlich aufgewühlten Welt von William Shakespeare

By Neil MacGregor
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Shakespeares ruhelose Welt by Neil MacGregor

Das Theater zu Shakespeares Zeit war ein Ort für jedermann und damit Sinnbild einer Epoche des gesellschaftlichen Umbruchs. Diese Welt kommt uns durch Objekte aus jener Ära zum Greifen nahe. In den Blinks zu Shakespeares ruhelose Welt (2013) erfährst du, welche Geschichten diese Artefakte erzählen und warum sie uns mehr über das damalige Leben verraten als manch literarisches Werk. 

  • Theaterfreunde, die sich der Welt Shakespeares nähern wollen
  • Alle, denen Shakespeares Werk in der Schule Frust oder Freude bereitet hat
  • Historikerinnen, Literaten und Schauspieler

Der Kunsthistoriker Neil MacGregor war zunächst Direktor der Londoner National Gallery sowie später des British Museum. Er arbeitet zudem als Autor für die BBC sowie als Buchautor. Seine Geschichte der Welt in 100 Objekten (2010) avancierte in Deutschland zum Bestseller. 

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Shakespeares ruhelose Welt

By Neil MacGregor
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Shakespeares ruhelose Welt by Neil MacGregor
Synopsis

Das Theater zu Shakespeares Zeit war ein Ort für jedermann und damit Sinnbild einer Epoche des gesellschaftlichen Umbruchs. Diese Welt kommt uns durch Objekte aus jener Ära zum Greifen nahe. In den Blinks zu Shakespeares ruhelose Welt (2013) erfährst du, welche Geschichten diese Artefakte erzählen und warum sie uns mehr über das damalige Leben verraten als manch literarisches Werk. 

Key idea 1 of 9

Shakespeares Publikum einte ein neues Weltbild und ein neuer Glaube.

Heutzutage braucht es nur Google Earth und ein bisschen Drehen am Mausrad, um die gesamte Welt überblicken zu können. Doch was uns im digitalen Zeitalter selbstverständlich erscheint, war zu Shakespeares Zeiten etwas geradezu Revolutionäres: Zum ersten Mal schaffte es die Menschheit, die gesamte Erdoberfläche auf nur einer Landkarte abzubilden.

Einen der Grundsteine dafür, dass die Welt überhaupt auf einem Atlas abgebildet werden konnte, legte Sir Francis Drake. Er war der erste Engländer, der im Jahre 1580 die Welt umsegelte. Für diese Heldentat wurde er von seinen Landsleuten gefeiert und verehrt. Immerhin rückte es unseren Planeten in ein ganz neues Licht.

Drakes Expedition wurde im Jahr 1590 auf einer silbernen Gedenkmünze verewigt, die sämtliche Kontinente sowie die Segelroute des Abenteurers abbildet – sie ist unser erstes Artefakt. Ob Shakespeare diese Münze jemals gesehen hat, wissen wir nicht. Sehr wohl bekannt ist jedoch, dass er als junger Mann ein großer Bewunderer Drakes war. Zu der Zeit, als die Münze geprägt wurde, war Shakespeare gerade in London dabei, seine Karriere am Theater zu beginnen. Da scheint es stimmig, dass seine Theatergesellschaft ausgerechnet den Namen Globe – also Globus – für seine Aufführungsstätte wählte. Wie Oberon es im Sommernachtstraum sagt: „Schneller als die Monde kreisen, können wir die Erd’ umreisen.“

Doch nicht nur Drakes Erdumsegelung revolutionierte die Weltsicht der damaligen Bevölkerung, auch auf religiöser Ebene standen die Zeichen auf Umbruch. Davon zeugt unser nächstes, zunächst unscheinbar anmutendes Objekt: ein kleiner Silberkelch. Als Shakespeare noch ein Kind war, gelangte ein solches Trinkgefäß in seine Gemeindekirche Holy Trinity in Stratford-upon-Avon. Zu jener Zeit wurden die Kelche zu Propagandazwecken im ganzen Königreich verteilt.

Der Hintergrund ist folgender: Während der katholischen Messe hatte einzig und allein der Priester die Befugnis, aus dem Kelch den Messwein zu trinken. Doch dann führte der Bruch mit Rom im 16. Jahrhundert dazu, dass Katholizismus im England Shakespeares einem Landesverrat gleichkam. Die kleinen Messkelche besaßen daher eine Symbolwirkung. In der protestantischen Kirche war es, anders als in der katholischen, nämlich der ganzen Gemeinde erlaubt, aus dem Kelch zu trinken. Wer es tat, bekannte sich damit zum Protestantismus – und gleichzeitig zur englischen Königin. 

Die kirchlichen Konflikte durchzogen also die gesamte Gesellschaft. Und obwohl die christliche Lehre ziemlich eindeutig war, neigten große Teile der Bevölkerung immer noch zu heidnischem Aberglauben – etwa an Hexen und Geister, die mit ihren übernatürlichen Kräften die Geschicke der Menschheit lenken.

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