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Resonanz

Eine Soziologie der Weltbeziehung

By Hartmut Rosa
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Resonanz by Hartmut Rosa
Synopsis

Was verleiht dem Leben Sinn und warum haben wir das Gefühl, unsere moderne Gesellschaft stecke in der Krise? Das sind zwei gewaltige Fragen, auf die Hartmut Rosa in Resonanz (2016) fundierte Antworten liefert. Diese Blinks erklären, warum es so wichtig ist, dass wir mit uns selbst und unserer Umwelt im Austausch sind. Sie beschreiben, warum unser harmonisches Miteinander durch den Wachstums- und Steigerungswahn bedroht ist, und was wir tun müssen, um diese Gefahr zu bannen.

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Wir suchen unser Glück im Ressourcenreichtum, statt in glücklichen Weltbeziehungen.

Beginnen wir mit einer fiktiven Geschichte. Zwei junge und begabte Nachwuchsmaler nehmen an einem künstlerischen Wettstreit teil. Nennen wir sie Gustav und Frida. Beide bekommen zwei Wochen Zeit, ein Bild zu einem frei gewählten Thema zu malen.

Gustav weiß genau, was zu tun ist. Als Erstes besorgt er sich das passende Material: eine stabile Staffelei, eine hochwertige Leinwand und eine reiche Auswahl an Farben und Pinseln. Als Nächstes kümmert er sich um die richtige Beleuchtung, bevor er seine Erinnerung an die klassische Kompositionslehre auffrischt. Erst jetzt merkt er, dass ihm die Zeit davonläuft. Bevor er den ersten Pinselstrich setzt, ist bereits eine Woche verstrichen.

Frida handelt unüberlegt. Sie kramt ihren alten Zeichenblock sowie ihre letzten Kreidereste und Kohlestifte hervor und fängt sofort an zu malen. Nach und nach fügen sich die ersten Skizzen wie von selbst zu einem stimmigen Kunstwerk zusammen.

Der wesentliche Unterschied ist folgender: Gustav arbeitet ressourcenorientiert. Er will sich optimal vorbereiten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Bloß malen seine Ressourcen allein kein Bild. Schlimmer noch, sie hemmen seine Kreativität. Und hier kommt der springende Punkt: Wir ahnen bereits, dass Frida den Wettbewerb gewinnen wird. Dennoch führen die meisten von uns ihr Leben wie Gustav.

Wir streben emsig danach, die Ausgangslage zu optimieren – danach, mit Geld, Wissen und Beziehungen unsere Chancen zu verbessern. Wir sammeln die Ressourcen für ein gutes Leben. Leider sind wir so beschäftigt damit, dass uns das Gefühl abhandenkommt, was genau das bedeutet. Ein Haus und eine Familie. Gesundheit, Wohlstand und Besitz. Ich besitze, also bin ich. Aber macht das glücklich?

Nein. Es schafft ja lediglich Voraussetzungen! Die Sinnsuche selbst ist damit nicht erledigt. Ob wir unser Leben als gelungen empfinden, hängt davon ab, wie sehr wir uns mit der Welt verbunden fühlen. Hartmut Rosa würde sagen: Ein erfüllendes Leben steht und fällt mit der Qualität unserer Weltbeziehung.

Stell es dir so vor: Du bist ein Musiker und die Dinge, Menschen und Ressourcen in deinem Leben sind deine Instrumente. Glück bedeutet nicht, die Instrumente anzuhäufen und stumm in der Ecke stehen zu lassen. Es bedeutet, sie zum Klingen zu bringen. Die Resonanz zwischen dir und der Welt gibt deinem Leben Melodie.

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