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Psychologie der Massen

Der Klassiker über die Beeinflussung von Menschenmassen

By Gustave Le Bon
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Psychologie der Massen by Gustave Le Bon
Synopsis

Mit Psychologie der Massen lieferte Gustave Le Bon 1895 die erste systematische Betrachtung psychologischer Eigenschaften von größeren Menschenmassen. Er untersucht sie in Bezug auf ihr Denken, Fühlen und Handeln. Außerdem gibt er einen Überblick darüber, welche Arten von Massen es gibt und wie man sie am besten beeinflussen kann.

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In der großen Gemeinschaft tritt die Persönlichkeit des Einzelnen zurück und wird von einer primitiven Massenseele ersetzt.

In Wahlkämpfen, vor allem in den US-amerikanischen, sieht man immer wieder, wie sehr der Erfolg des Kandidaten von seiner Fähigkeit abhängt, die Massen mitzureißen. Menschen, die von den Kandidaten überzeugt sind, finden sich zusammen und demonstrieren ihre Unterstützung. So lässt sich auch eine Masse definieren: Sie ist nicht einfach eine Gruppe – wie z.B. Menschen, die auf einen Bus warten –, sondern eine Vielzahl von Personen, die etwas verbindet.

Eine Gemeinschaft, die Interessen teilt – das klingt zunächst positiv. Einzelne verlieren in einer Masse jedoch ein Stück ihrer Persönlichkeit und werden dafür von der „Massenseele“ vereinnahmt. Das liegt daran, dass wir uns stark fühlen, sobald wir Teil einer Masse werden.

Ein Einzelner, der ein Ziel erreichen will, trägt die Verantwortung allein und muss hart dafür arbeiten. Eine Gruppe, in der alle das gleiche Ziel haben, hat jedoch Macht. In einer solchen Gruppe kann man die Bastille stürmen oder eine Stadt ausplündern.

Als Teil der Masse verringert sich das Verantwortungsgefühl des Einzelnen. Sein Handeln fließt in das der Gruppe ein, welche die Verantwortung übernimmt. Die Person muss die Folgen nicht mehr genau überdenken, sondern überlässt sich dem Urteil der Masse. Damit hat sie das Recht der Stärkeren auf ihrer Seite.

Mit diesem Verschmelzen der Einzelnen in einer Gruppe übernimmt eine primitivere und emotionalere Massenseele. Während eine einzelne Person durch Logik, Argumente und Beweise beeinflusst werden kann, reagiert eine Masse stark auf Bilder, Emotionen und Geschichten.

Die Massenseele wirkt somit primitiver als ihre einzelnen Mitglieder. Das Denken scheint dem eines Kindes zu ähneln – oder, wie es zu Le Bons Zeiten hieß, „eines Wilden“. Daraus lässt sich schließen, dass Menschen in einer Masse ihr Gehirn ausschalten und mit dem Rückenmark denken. Sie handeln impulsiver und radikaler und überlassen das Denken der Masse.

Eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Interessen kann zusammen viel bewältigen. Das führt aber auch dazu, dass wir in der Masse eigene Verantwortung abgeben. Dieses Phänomen lässt sich in allen Kulturen gleichermaßen finden.

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