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Papa werden

Die Entstehung des modernen Vaters

By Anna Machin
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Papa werden by Anna Machin

In Papa werden (2020) geht es darum, wie sich die Rolle des Vaters im Verlauf der Menschheitsgeschichte verändert hat. Wie sahen die Anfänge der Vaterschaft bei unseren Vorfahren aus? Und welche unterschiedlichen Rollen übernehmen Väter heutzutage? Diese Blinks sind kein Ratgeber für Papas, sondern eine unterhaltsame Analyse über die evolutionäre Entwicklung der Vaterrolle. Papa werden versammelt einige der neuesten und spannendsten Erkenntnisse aus der Vater-Forschung.

  • Mütter, Väter und solche, die es werden wollen
  • Alle, die glauben, Kindererziehung sei Frauensache
  • Jeder, der wissen will, welchen besonderen Einfluss Väter auf ihre Kinder haben

Mit Vätern und ihrer Rolle in unserer Gesellschaft beschäftigt sich Dr. Anna Machin schon seit über zehn Jahren. Als Anthropologin forscht sie zu dem Thema am Institut für experimentelle Psychologie der University of Oxford. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachmagazinen ist Papa werden (2020) ihr erstes Sachbuch.

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Papa werden

Die Entstehung des modernen Vaters

By Anna Machin
  • Read in 13 minutes
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Papa werden by Anna Machin
Synopsis

In Papa werden (2020) geht es darum, wie sich die Rolle des Vaters im Verlauf der Menschheitsgeschichte verändert hat. Wie sahen die Anfänge der Vaterschaft bei unseren Vorfahren aus? Und welche unterschiedlichen Rollen übernehmen Väter heutzutage? Diese Blinks sind kein Ratgeber für Papas, sondern eine unterhaltsame Analyse über die evolutionäre Entwicklung der Vaterrolle. Papa werden versammelt einige der neuesten und spannendsten Erkenntnisse aus der Vater-Forschung.

Key idea 1 of 8

Väter sind das Ergebnis von 500.000 Jahren Evolution.

Lange Zeit verhielten sich die männlichen Vertreter unserer Vorfahren wie das Klischee eines schlechten Vaters: Sie zeugten Kinder und machten sich dann aus dem Staub. Bei der Betreuung des Nachwuchses war die Mutter auf sich allein gestellt, nur manchmal bekam sie Hilfe von weiblichen Artgenossen.

Zur Verteidigung unserer männlichen Vorfahren muss man sagen: Ihr Verhalten war aus evolutionärer Sicht sinnvoll. Nach der Theorie des egoistischen Gens, die Richard Dawkins 1976 aufgestellt hat, ist das Verhalten jeder Spezies auf das Überleben der eigenen Gene ausgerichtet. Die beste Strategie für unsere männlichen Vorfahren bestand darin, ihren Samen möglichst breit zu säen. Monogamie war da eher hinderlich. Doch unser Gehirn setzte der Promiskuität ein Ende.

Denn der Homo heidelbergensis stand plötzlich vor einem Dilemma. Seine Hirnmasse hatte im Vergleich zu früheren Entwicklungsstufen ungemein zugenommen, weshalb die Köpfe größer geworden waren. Da der Homo heidelbergensis schon aufrecht lief, war das Becken der Frauen zu schmal, um Kinder mit ausgewachsenen Gehirnen und entsprechenden Köpfen durch ihren Geburtskanal zu pressen.

Die Lösung der Evolution? Die Kinder kamen mit kleinen und unterentwickelten Gehirnen zur Welt. Dadurch konnten sie, wie heutige Neugeborene auch, gerade mal atmen und trinken und einige wenige Dinge mehr. Da das Gehirn noch einen weiten Weg vor sich hatte, wuchs es noch ein ganzes Jahr nach der Geburt signifikant an. In dieser Zeit mussten die Kinder intensiv betreut werden, während die Kinder früherer Menschenarten viel eher selbstständig gewesen waren.

Indem sich die Männer des Homo heidelbergensis in helfende Väter verwandelten, sicherten sie das Überleben unserer Gattung. Mutter und Kind brauchten nämlich dringend jemanden, der sie mit Nahrung versorgte. Nicht nur hatte die Mutter kaum Gelegenheit, selbst nach Nahrung zu suchen, durch die größeren Gehirne wuchs auch der Energiebedarf. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die ersten archäologischen Funde von Jagdspeeren in die Zeit des Homo heidelbergensis fallen: Er suchte gezielt nach Fleisch.

Um Vätern bei der Monogamie zu helfen, stellt ihr Gehirn übrigens die Hormonproduktion um.

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