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On the Run

Die Kriminalisierung der Armen in Amerika

By Alice Goffman
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On the Run by Alice Goffman
Synopsis

In On the Run taucht die Autorin Alice Goffman in die Welt der armen, hauptsächlich schwarzen und kriminalisierten Nachbarschaften amerikanischer Großstädte ein. Beispielhaft an der 6th Street in Philadelphia gibt On the Run einen Einblick in eine Welt, in der Drogen, Kriminalität und die ständige Flucht vor der Polizei zum Alltag dazugehören.

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Viele Amerikaner verbringen ihr Leben auf der Flucht.

Die USA legen großen Wert auf Freiheit. Dabei können viele Amerikaner diese gar nicht genießen, da das Land die höchste Inhaftierungsrate der Welt hat. Besonders in armen, schwarzen Gegenden repräsentiert das Gefängnis eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung. Viele Amerikaner leben heutzutage eine Art Flüchtlingsleben, in dem sie das Justizsystem permanent verfolgt. Doch wie entsteht solch eine Kultur?

Die Aufgabe des Justizsystems liegt darin, die Einhaltung der Gesetze zu überwachen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Das amerikanische Justizsystem hat jedoch große Teile der Bevölkerung kriminalisiert. Dies begann damit, dass in den 1970er-Jahren die Drogenpolitik verschärft wurde. Dadurch stieg die Anzahl der Inhaftierten drastisch. Heute befinden sich ganze 3% der amerikanischen Bevölkerung im Gefängnis oder stehen unter ständiger Beobachtung.

Damit stellt das amerikanische Justizsystem einen traurigen Rekord auf, denn nur Stalins Gulags können mit diesen Zahlen mithalten. Besonders die schwarze Bevölkerung leidet unter dieser Entwicklung. Obwohl Schwarze nur 13% der USA repräsentieren, vertreten sie 37% der Inhaftierten. Dies liegt hauptsächlich daran, dass seit den 1960er-Jahren immer mehr Sozialleistungen gestrichen wurden und Teile der betroffenen, armen Bevölkerung im Drogenhandel einen Ausweg sahen. Zur gleichen Zeit beschloss jedoch die Regierung, mit ihrem „War on Drugs“ vermehrt gegen Drogenhandel vorzugehen.

Schauen wir uns beispielsweise die Stadt Philadelphia an. Die Gegend der 6th Street ist für ihre Kriminalität berüchtigt. In den meisten Fällen handelt es sich nur um Kleinkriminalität, doch dies kann in einem Teufelskreis der gesetzlichen Verfolgung enden.

Viele fangen mit dem Drogenhandel an, weil es nichts anderes zu tun gibt und weil sie einen Weg aus der Armut suchen. Wird ein Drogenhändler jedoch einmal gefasst, kann sich daraus eine endlose Schleife von Haftbefehlen, Gerichtsverhandlungen und Gefängnisaufenthalten entwickeln.

Das ist für viele Jugendliche aus der 6th Street Realität: Ein Junge wird dabei erwischt, wie er Drogen verkauft, kann aber die Strafe nicht zahlen. Er verliert seinen Führerschein und wird auf Bewährung freigelassen. Da er aber seinen kleinen Bruder zur Schule fahren muss, riskiert er es und wird ohne Führerschein am Steuer erwischt. Diesmal kann niemand die Kaution zahlen. Um das Geld aufzutreiben, überfällt der Bruder einen Laden. So wird einer nach dem anderen in den Teufelskreis eingesogen.

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