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Ohne Gnade

Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA

By Bryan Stevenson
13-minute read
Ohne Gnade by Bryan Stevenson

Das Justizsystem der USA ist hart. Selbst jugendliche Kleinkriminelle müssen langjährige Haftstrafen absitzen. Doch wie viel Unrecht in dieser Rechtsprechung steckt, kann der Anwalt Bryan Stevenson berichten – der schwarze Bürgerrechtler setzt sich für ihre Opfer ein. Die Blinks zu seinem Buch Ohne Gnade (2015) geben dir Einblick in ein System, in dem ohnehin benachteiligte Menschen Polizeigewalt und Justizwillkür meist wehrlos ausgesetzt sind.

  • Menschen, die sich für mehr soziale Gerechtigkeit engagieren
  • Alle, die sich für die Gesellschaft der USA interessieren
  • Jeder, der wissen will, warum dort die Proteste gegen Polizeigewalt so heftig ausfallen

Bryan Stevenson studierte Jura an der Harvard University. Später gründete er in Alabama die gemeinnützige Organisation Equal Justice Initiative, deren Vorsitzender er bis heute ist. Die Organisation versucht, Gerechtigkeit für sozial benachteiligte Gruppen durchzusetzen, indem sie den Betroffenen rechtlichen Beistand bietet. Außerdem unterrichtet Stevenson Rechtswissenschaft an der juristischen Fakultät der New York University.

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Ohne Gnade

Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA

By Bryan Stevenson
  • Read in 13 minutes
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Ohne Gnade by Bryan Stevenson
Synopsis

Das Justizsystem der USA ist hart. Selbst jugendliche Kleinkriminelle müssen langjährige Haftstrafen absitzen. Doch wie viel Unrecht in dieser Rechtsprechung steckt, kann der Anwalt Bryan Stevenson berichten – der schwarze Bürgerrechtler setzt sich für ihre Opfer ein. Die Blinks zu seinem Buch Ohne Gnade (2015) geben dir Einblick in ein System, in dem ohnehin benachteiligte Menschen Polizeigewalt und Justizwillkür meist wehrlos ausgesetzt sind.

Key idea 1 of 8

Die Härte des US-Justizsystems hat seit den Achtzigerjahren stark zugenommen.

Gerichte und Gefängnisse sind faszinierende Orte – kein Wunder, dass es zahllose US-amerikanische Fernsehsendungen und Spielfilme gibt, die an diesen Schauplätzen spielen. Wie wir gleich erfahren werden, ist die Realität in den Vereinigten Staaten aber weniger unterhaltsam als manche Serie, und sie schlägt die Fiktion um Weiten, was Brutalität und Ungerechtigkeit betrifft.

Seit den Achtzigerjahren zeichnet sich das US-Justizsystem immer mehr durch unverhältnismäßig harte Strafen aus. Menschen können selbst für kleine Straftaten im Gefängnis landen – vor allem, wenn sie zuvor schon einmal polizeilich auffällig geworden sind. Auch Kleinkriminalität oder Kavaliersdelikte werden mit sehr langer Haft geahndet. Eine Frau musste beispielsweise mehrere Jahre hinter Gittern verbringen, weil sie fünf ungedeckte Schecks über weniger als 150 Dollar geschrieben hatte. Sie wollte damit Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder kaufen.

Auch gegen Drogenkriminalität geht das US-Justizsystem seit den Achtzigerjahren viel strenger vor. Damals saßen circa 41.000 Menschen Haftstrafen wegen Drogendelikten ab. Heute liegt ihre Zahl bei 500.000. 

Dies ist nur einer von vielen Bereichen, in denen die Strafen immer härter und länger ausfallen. Zusammengenommen ergibt das einen besorgniserregenden Trend. Er führt nicht nur dazu, dass die Gefängnisse überfüllt sind und ständig neue gebaut werden müssen, sondern auch dazu, dass mittlerweile ein respektabler Anteil der Bevölkerung inhaftiert ist. 

In den Siebzigerjahren waren durchschnittlich 300.000 US-Amerikaner im Gefängnis. Heute sind es 2,3 Millionen. Hinzu kommen noch die sechs Millionen Menschen, die momentan in Untersuchungshaft sitzen oder auf Bewährung draußen sind. Wenn dieser Trend anhält, bedeutet das, dass einer von 15 Menschen, die im Jahr 2001 geboren wurden, eine gewisse Zeit seines Lebens im Gefängnis verbringen wird. 

Das kann an einer Gesellschaft nicht spurlos vorübergehen.

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