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Oben und unten

Abstieg, Armut, Ausländer – was Deutschland spaltet

By Jakob Augstein & Nikolaus Blome
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Oben und unten by Jakob Augstein & Nikolaus Blome

Links gegen rechts – so eindeutig lassen sich die politischen Fronten heute nur noch selten beschreiben. Das wissen auch die beiden Journalisten Jakob Augstein und Nikolaus Blome. In den Blinks zu Oben und unten (2019) diskutieren sie über die aktuellen Konfliktlinien der deutschen Politik: die Kluft zwischen Arm und Reich, die Rolle des Kapitalismus und der Globalisierung, das Erstarken von Populisten und natürlich den richtigen Umgang mit Einwanderern. Dabei wagen die beiden sich auch aus dem Elfenbeinturm und treffen verschiedene Gäste, die aus erster Hand berichten, wie sie die „neue deutsche Spaltung“ erleben.

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Augstein und Blome treffen seit 2011 einmal wöchentlich in einer gleichnamigen Talksendung bei Phoenix aufeinander und haben 2016 bereits den Gesprächsband Links oder rechts? veröffentlicht. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Jakob Augstein, Verleger, Geschäftsführer und Chefredakteur der Wochenzeitung Der Freitag, gibt den „liebenswürdigen Steinzeit-Kommunisten“, der trotz seines eigenen Reichtums linken Utopien anhängt. Nikolaus Blome, bis Herbst 2019 stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung, zwischenzeitlich auch Leiter des Hauptstadtbüros des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, nimmt die Rolle des freundlichen Liberal-Konservativen von nebenan ein.

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Oben und unten

Abstieg, Armut, Ausländer – was Deutschland spaltet

By Jakob Augstein & Nikolaus Blome
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Oben und unten by Jakob Augstein & Nikolaus Blome
Synopsis

Links gegen rechts – so eindeutig lassen sich die politischen Fronten heute nur noch selten beschreiben. Das wissen auch die beiden Journalisten Jakob Augstein und Nikolaus Blome. In den Blinks zu Oben und unten (2019) diskutieren sie über die aktuellen Konfliktlinien der deutschen Politik: die Kluft zwischen Arm und Reich, die Rolle des Kapitalismus und der Globalisierung, das Erstarken von Populisten und natürlich den richtigen Umgang mit Einwanderern. Dabei wagen die beiden sich auch aus dem Elfenbeinturm und treffen verschiedene Gäste, die aus erster Hand berichten, wie sie die „neue deutsche Spaltung“ erleben.

Key idea 1 of 7

Über das Ausmaß der Armut in Deutschland lässt sich streiten.

Wenn Rentner Pfandflaschen aus der Mülltonne fischen müssen, ist das für den deutschen Staat ein Armutszeugnis. Denn dass es in einem so reichen Land wie unserem überhaupt Armut gibt, ist ein Skandal erster Klasse – in diesem Punkt sind sich Augstein und Blome einig. Die Frage, was Armut konkret bedeutet und wie groß das Problem ist, bringt die beiden Streithähne aber ganz schnell auseinander.

Angesichts offizieller Zahlen kommt Augstein zu dem Schluss, dass wir in einer zutiefst ungerechten und undurchlässigen Gesellschaft leben: Fast 13 Millionen Menschen hatten 2015 laut Statistischem Bundesamt weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens zur Verfügung, waren also definitionsgemäß von Armut bedroht – das sind mehr als 15 Prozent der Deutschen. Und selbst das Bundesbildungsministerium muss zugeben: Herkunft bestimmt hierzulande in hohem Maß über Bildung wie in fast keiner anderen Industrienation und damit auch über die Aufstiegschancen. Wer unten ist, bleibt es auch. Dieses strukturelle Problem muss die Politik beseitigen.

Alles „Sozial-Geseufze“, meint Blome. Wer von Armut bedroht ist, ist eben nur von ihr bedroht – nicht von ihr betroffen. So fallen Studierende in die Statistik, weil sie während ihres Studiums knapp bei Kasse sind, obwohl ihnen danach ein gutes Einkommen winkt. Und auch die eingangs angeführten Rentner sind in seinen Augen besser dran als von den „Propagandisten“ der Sozialverbände dargestellt: Die gesetzliche Rente allein ist zwar niedrig, aber allzu oft wird ignoriert, dass rund die Hälfte der Rentner Zusatzeinkünfte hat. Nur rund zweieinhalb Prozent beziehen die Grundsicherung im Alter. Statistiken können also täuschen. Wer sich die Tatsachen anschaut, wird womöglich weniger Armut finden als angenommen. Und dafür jede Menge Erfolgsgeschichten: Zum Beispiel haben es seit 2005 rund 2,5 Millionen Menschen aus der Arbeitslosigkeit in einen Job geschafft.

Doch was sind das für Jobs? Die beiden Journalisten haben dazu mit dem Vorsitzenden der Arbeitnehmergewerkschaft IG Metall, Jörg Hoffmann, gesprochen. Dem ist der Niedriglohnbereich ein Dorn im Auge. Ganze 2,6 Millionen Menschen arbeiten dort. Und Hoffmann weiß, dass auch bei dem relativ gut verdienenden Facharbeiter bei VW die Angst wächst, eines Tages dort zu landen. Eine Angst, die die Gesellschaft destabilisiert und gegen die nur sichere Arbeitsverhältnisse helfen.

Wenn wir über die Konflikte im Land sprechen, zählt Armut offenbar dazu – selbst wenn sie nur als Bedrohung wahrgenommen und nicht wirklich erlebt wird.

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