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Nur im Weltall ist es wirklich still

Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille

By Sieglinde Geisel
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Nur im Weltall ist es wirklich still: Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille by Sieglinde Geisel

Nur im Weltall ist es wirklich still (2010) geht dem Phänomen Lärm auf den Grund und beantwortet die Frage, warum wir einige Geräusche als Lärm wahrnehmen und andere nicht. Die Blinks zum Buch erklären, was der ursprüngliche Sinn von Lärm ist und warum absolute Stille alles andere als ein wünschenswerter Zustand ist.

  • Personen, die besonders lärmempfindlich sind
  • Klangforscher und Geräuschinteressierte
  • Jeder, der mehr über die menschliche Wahrnehmung erfahren möchte

Sieglinde Geisel wurde 1965 in der Schweiz geboren und studierte später in Zürich und Berlin Germanistik und Theologie. Im Anschluss war sie als Kulturjournalistin in New York tätig. Seit ihrer Rückkehr nach Berlin arbeitet sie unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung, Deutschlandradio Kultur, DIE ZEIT und Lettre International. Unter anderem veröffentlichte sie das Buch Irrfahrer und Weltenbummler: Wie das Reisen uns verändert.

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Nur im Weltall ist es wirklich still

Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille

By Sieglinde Geisel
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Nur im Weltall ist es wirklich still: Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille by Sieglinde Geisel
Synopsis

Nur im Weltall ist es wirklich still (2010) geht dem Phänomen Lärm auf den Grund und beantwortet die Frage, warum wir einige Geräusche als Lärm wahrnehmen und andere nicht. Die Blinks zum Buch erklären, was der ursprüngliche Sinn von Lärm ist und warum absolute Stille alles andere als ein wünschenswerter Zustand ist.

Key idea 1 of 5

Erst durch unsere persönliche Wahrnehmung wird aus Geräuschen Lärm.

Stell dir vor, du liegst irgendwo am Strand und im Hintergrund hörst du das Meer rauschen und hin und wieder ertönt der Ruf einer Möwe. Angenehm, oder? Doch wenn wir uns nun überlegen, dass statt des Meeres der vorbeifahrende Verkehr rauscht – womöglich noch ergänzt vom Heulen der Sirene eines Polizeiautos –, sieht die Sache schon weniger entspannt aus. Aber warum eigentlich?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zunächst zwischen objektivem Geräusch und subjektiver Wahrnehmung des Geräusches unterscheiden. Denn jeder akustisch wahrnehmbare Ton ist ein Geräusch, aber ab wann wir ein bestimmtes Geräusch als Lärm empfinden, ist individuell verschieden.

Wenn beispielsweise zwei Personen dasselbe objektive Geräusch in derselben Lautstärke hören, kann es sein, dass nur eine der beiden Personen das als Lärm empfindet. Dabei spielen z.B. Faktoren wie Gewohnheit oder frühere Erfahrung eine Rolle: Nehmen wir mal an, jemand wohnt bereits seit Jahren direkt an einer Schnellstraße und ist somit an das Geräusch vorbeirasender Autos gewöhnt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Person die permanente Geräuschkulisse kaum noch bewusst wahrnimmt.

Was wir als Lärm empfinden, ist also individuell verschieden und Lautstärke allein spielt dabei sogar oftmals eine eher untergeordnete Rolle. So kann das zwar leise, aber konstante rhythmische Tropfen eines Wasserhahns oder das gedämpfte Geräusch eines laufenden Fernsehers aus der Nachbarwohnung uns genauso in den Wahnsinn treiben wie das ohrenbetäubende Kreischen einer Kreissäge auf einer nahegelegenen Baustelle.

Doch eines haben die verschiedenen Formen von Lärm gemeinsam: Bis auf wenige Ausnahmen ist Lärm in der Regel menschengemacht. Interessanterweise ist unsere Reaktion darauf aber regional sehr unterschiedlich. So sind Menschen in südlichen Ländern, in denen es warm ist und ein großer Teil des Lebens auf der Straße stattfindet, häufig deutlich weniger lärmempfindlich als Menschen, die in kälteren und dünner besiedelten – und daher auch ruhigeren – nördlichen Regionen leben.

Übertragen auf unser einleitendes Beispiel können wir also festhalten, dass der entscheidende Unterschied zwischen Meeresrauschen und Verkehrslärm in erster Linie im Ohr des Zuhörers liegt.

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