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NEIN

Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können

By Anja Förster & Peter Kreuz
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NEIN by Anja Förster & Peter Kreuz
Synopsis

Das Wort Nein ist überwiegend negativ besetzt. Dabei sollten wir es öfter benutzen, um abzuwenden, was uns nicht guttut. Ein bewusstes Nein an den richtigen Stellen hilft, das Leben selbstbestimmt nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten – und sorgt dafür, dass wir mehr Zeit für die Dinge haben, die uns wirklich wichtig sind.

Key idea 1 of 6

Wir tun uns heutzutage schwer damit, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen.

Im Vergleich zu früheren Generationen haben wir heute in nahezu allen Lebensbereichen viel mehr Auswahlmöglichkeiten. Doch es scheint, als sei diese neue Entscheidungsfreiheit in unserer komplexen Wissensgesellschaft nicht automatisch ein Segen.

Wir können zwar mit Lebensentwürfen jonglieren, Zweitkarrieren starten und sogar unser Geschlecht ändern. Doch dafür stehen wir nicht länger nur vor einem Dilemma aus Ja oder Nein, sondern vor einem wahren Multilemma, bei dem eine Entscheidung für etwas gleichzeitig eine Entscheidung gegen eine Vielzahl anderer Möglichkeiten darstellt. Da unser Abwägen von Optionen obendrein von einer unüberschaubaren Menge an Informationen beeinflusst wird, kapitulieren wir vor dem Gefühl, uns im Grunde nur noch falsch entscheiden zu können.

Wir werden außerdem nicht dazu erzogen, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Da die Geschichte der Menschheit bis vor Kurzem vor allem von Mangel geprägt war, sind wir auf so viele Optionen nicht vorbereitet. Wir werden schlichtweg nicht zur Entscheidungsfähigkeit erzogen, wenn Schulen Anpassung, Gehorsam und Kontrolle vermitteln, Eltern ihre Kinder überbehüten und Arbeitgeber bevorzugt handzahme Konformisten statt Querdenker einstellen. Und in einer Arbeitswelt voller stumpfer Vorgaben und strenger Kontrolle geben Arbeitnehmer zwangsläufig das eigenständige Denken und die Verantwortung auf.

Mit der Zeit haben wir drei typische Verhaltensstrategien entwickelt, die erschweren, dass wir uns so entscheiden, wie wir es wirklich wollen.

Die erste ist die Anpassung: Wir antworten oft mit einem Ja, obwohl uns nach dem Gegenteil zumute ist, z.B. um das gute Verhältnis zur fragenden Person zu schützen. Die zweite ist der Angriff: Wir sagen aus Frust oder Zorn Nein und setzen die Beziehung zu unserem Gegenüber aufs Spiel. Die dritte für heute typische Strategie ist schließlich das Ausweichen: Wir versuchen, uns vor einer Entscheidung zu drücken, obwohl diese dabei nur aufgeschoben wird und nicht wegfällt. Alle drei Strategien finden wir heute in vielen Beziehungen, Unternehmen und in der Politik.

Unsere Lebensqualität hat sich durch die vielen neuen Möglichkeiten zwar verbessert, aber wie wir am besten Entscheidungen treffen, müssen wir erst noch lernen.

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