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Kampf um Strom

Mythen, Macht und Monopole

By Claudia Kemfert
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Kampf um Strom: Mythen, Macht und Monopole by Claudia Kemfert

Kampf um Strom (2013) erklärt die wichtigsten Zusammenhänge und Hintergründe der Energiewende. Zudem räumt sie auf mit Vorurteilen, Mythen und Lügen, die über die Energiewende im Umlauf sind.

 

  • Alle, die die Zusammenhänge und Hintergründe der Energiewende verstehen möchten
  • Jeder, der glaubt, dass Atomkraftwerke nur als Reaktion auf die Katastrophe von Fukushima ausgeschaltet werden sollen
  • Interessierte an Energiepolitik und Nachhaltigkeit

Claudia Kemfert studierte Wirtschaftwissenschaften in Bielefeld, Oldenburg und Stanford und ist eine anerkannte Expertin für die Bereiche Energieforschung und Klimaschutz. Sie war Beraterin des EU-Präsidenten José Manuel Barroso in Fragen zur Klimaforschung und leitet heute die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

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Kampf um Strom

Mythen, Macht und Monopole

By Claudia Kemfert
  • Read in 15 minutes
  • Contains 9 key ideas
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Kampf um Strom: Mythen, Macht und Monopole by Claudia Kemfert
Synopsis

Kampf um Strom (2013) erklärt die wichtigsten Zusammenhänge und Hintergründe der Energiewende. Zudem räumt sie auf mit Vorurteilen, Mythen und Lügen, die über die Energiewende im Umlauf sind.

 

Key idea 1 of 9

Die Entscheidungen der Regierung vor 30 Jahren haben noch heute auf unsere Energieversorgung Einfluss.

Die Jahre 1988 und 1990 markieren zwei bedeutende Meilensteine für die Energiepolitik in Deutschland. Innerhalb dieses kurzen Zeitraumes traf die schwarz-gelbe Regierung unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zwei weitreichende Entscheidungen, die die energiepolitischen Weichen für die folgenden Jahre stellen sollten.

Werfen wir einen kurzen Blick zurück:

1988 kam ein im Auftrag der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) erstellter Bericht zu dem Schluss, dass der Strom in Deutschland, der aus Kohle-, Gas- und Atomkraft gewonnen wurde, zu viel zu niedrigen Preisen angeboten würde. Die Begründung: Der Strompreis vernachlässige die Folgekosten dieser Arten von Energiegewinnung.

Solche Folgekosten betreffen z.B. die Endlagerung radioaktiver Abfälle oder die Grubenwasserhaltung in den Steinkohlebergwerken. Die EWG empfahl Deutschland daher, den Strompreis zu erhöhen und damit Rückstellungen zu schaffen, mit denen die anfallenden Folgekosten bezahlt werden könnten. Andernfalls, so der Zusatz, müssten zukünftige Generationen die Kosten dieser Energiepolitik tragen.

Die Regierung Kohl folgte der EWG-Empfehlung jedoch nicht und die Strompreise blieben gleich. Indem sie nicht handelte, tat die Regierung den ersten wichtigen Schritt.

In einem zweiten Schritt brachte sie stattdessen im Jahr 1990 das Stromeinspeisungsgesetz auf den Weg. Dieses schrieb Stromnetzbetreibern vor, Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Solarstrom zu festgelegten Preisen in ihr Netz aufzunehmen. Die Kosten durften sie wiederum auf die Stromrechnungen der Verbraucher umlegen. So ermöglichte man den Ökostromanbietern Planungssicherheit, da sie mit sicherer Abnahme zu einem rentablem Preis rechnen konnten. Der Ausbau von erneuerbaren Energien, die zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckten, nahm durch dieses Gesetz rasant zu.

In gewisser Weise stellte man so beide Seiten zufrieden: Die konventionellen Stromerzeuger konnten weiterhin billigen Strom anbieten, ohne für die Folgekosten einen Aufschlag verlangen zu müssen, und die Ökostromanbieter erhielten eine wichtige Starthilfe, um sich zu etablieren und irgendwann auf eigenen Füßen stehen zu können.

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