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Jemen

Der vergessene Krieg

By Said AlDailami
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Jemen by Said AlDailami

Der Jemen ist ein faszinierendes Land mit einer reichen Kulturgeschichte. Doch seit dem Jahr 2015 herrscht im Jemen die schlimmste humanitäre Krise unserer Gegenwart. In den Blinks zu Jemen – Der vergessene Krieg (2019) erfährst du, durch welche komplexen historischen Entwicklungen es zum Krieg kam, welche Akteure in ihn verwickelt sind und wie sie ihre Interessen auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. 

  • Politik- und Geschichtsinteressierte
  • Fans der arabischen Kulturen
  • Alle, die sich von der komplexen Situation im Jemen ein besseres Bild machen wollen

Said AlDailami ist ein ehemaliger Offizier der Bundeswehr und promovierter Staatswissenschaftler. Er gründete verschiedene Hilfsorganisationen wie den Verein Hayati Karamati, der sich besonders für Kinder im Jemen einsetzt. Als Experte der arabischen Welt ist er außerdem als Berater der Politik tätig. 

 

Original: Jemen © 2019 C.H.Beck, München

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Der vergessene Krieg

By Said AlDailami
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Jemen by Said AlDailami
Synopsis

Der Jemen ist ein faszinierendes Land mit einer reichen Kulturgeschichte. Doch seit dem Jahr 2015 herrscht im Jemen die schlimmste humanitäre Krise unserer Gegenwart. In den Blinks zu Jemen – Der vergessene Krieg (2019) erfährst du, durch welche komplexen historischen Entwicklungen es zum Krieg kam, welche Akteure in ihn verwickelt sind und wie sie ihre Interessen auf dem Rücken der Bevölkerung austragen. 

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Die Konflikte im Jemen als Stellvertreterkrieg zu bezeichnen, greift zu kurz.

Immer wieder kannst du in Artikeln zum Jemenkrieg lesen, es handle sich um einen Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, es gehe dabei nämlich um den alten islamischen Streit zwischen Sunniten und Schiiten. Doch diese Erklärung ist zu einfach. Die komplexe Krise, die sich heute auf der arabischen Halbinsel abspielt, ist mehr als ein konfessioneller Streit zwischen zwei Großmächten.

Das liegt auch daran, dass es im Jemen nie Konfessionskriege gab. Im Gegenteil: Die jemenitische Geschichte ist geprägt vom friedlichen Zusammenleben der Religionen. Nach der Offenbarung des Koran durch den Propheten Mohammed im siebten Jahrhundert bekannten sich die Jemeniten schubweise zum Islam. Von dem Streit zwischen Sunniten und den Schiiten um die rechtmäßige Nachfolge des Propheten war im Jemen wenig zu spüren. Beide Konfessionen existieren neben einer Minderheit von Juden, Christen und Konfessionslosen. Obwohl sich mit dem Zaiditentum eine Strömung des Schiitentums durchsetzte, kam es bis zu den Ausschreitungen Anfang der 2000er-Jahre nicht zu religiös motivierten Konflikten.

Heute ist der Jemen mehrheitlich sunnitischen Glaubens. Die Regierung ging Bündnisse mit fundamentalistischen Akteuren wie der Islah-Partei und der saudischen Regierung ein. 

Neben weiteren säkularen Parteien steht auf der entgegengesetzten Seite die Miliz der Huthis, die den Norden des Landes besetzt. Sie bezeichnen sich als Zaiditen und färben ihre Gewalt so mit einer exklusiven, religiösen Ideologie. Obwohl es keine Beweise dafür gibt, gehen Experten davon aus, dass der Iran sie militärisch unterstützt, um das Schiitentum auszuweiten. Indizien hierfür sind das Know-how und die ungewöhnlich gute Ausrüstung der jungen Miliz.

Es stehen sich also Parteien gegenüber, die dem religiösen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten grob entsprechen. Es gibt aber weitere Ebenen, auf denen dieser Krieg sich abspielt, allen voran die wirtschaftliche. 

Der Zugang zum Roten Meer machte den Jemen schon immer zu einem beliebten Ziel von Kolonialmächten. Nach den Osmanen besetzte das britische Empire die Häfen, dann nutzte sie die Sowjetunion, und heute streiten sich Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate um die Vorherrschaft und bauen schon jetzt ganze Inseln um. Die USA, Frankreich und Deutschland verkaufen Waffen an eben jene Staaten.

Du siehst, die Lage ist komplex. Um sie besser zu verstehen, beginnen wir mit dem, was den Menschen im Jemen heute Kraft spendet.

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