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Integration

Ein Protokoll des Scheiterns

By Hamed Abdel-Samad
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Integration by Hamed Abdel-Samad
Synopsis

„Die deutsche Integrationspolitik ist gescheitert!“, sagt Hamed Abdel-Samad in seiner Abrechnung Integration (2018). Diese Blinks beleuchten alle Facetten der delikaten Debatte zum Thema Zuwanderung – von Gastarbeitern über Geflüchtete bis zu lauten radikalen Kräften und schweigenden moderaten Mehrheiten. Sie erklären, warum die Integration so vielschichtig ist und warum sie nur gelingen kann, wenn wir alle etwas verändern.

Key idea 1 of 9

Die Frage nach dem Gelingen von Integration ist nicht einfach nur mit Ja oder Nein zu beantworten.

Spätestens seit der Eskalation der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 und den rechtsradikalen Ausschreitungen in ostdeutschen Städten 2018 steht das Thema Integration wieder im absoluten Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Aber was genau verbirgt sich wirklich hinter der Debatte? Woran scheitert die Integration in Deutschland?

Schon 2010 heizte Thilo Sarrazins polemisches und polarisierendes Meinungsbuch Deutschland schafft sich ab die Debatte auf zuvor ungeahnte Temperaturen auf. Es spaltete nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Vorstellungen davon, was Integration eigentlich bedeutet. Für manche Streitparteien schien die Integration bereits mit adäquaten Sprachkenntnissen erfolgreich, andere verlangten die geradezu vollständige politische und kulturelle Assimilation.

Dasselbe galt für die Frage, ob und wie weit der „Wille zur Integration“ auf die Religionszugehörigkeit zurückzuführen sei: Große Teile der politischen Linken wehrten sich z.B. pauschal gegen jegliche Kritik am Islam und an der Integrationsbereitschaft muslimischer Einwanderer, während Rechte und Konservative ein kulturelles Weltuntergangsszenario nach dem anderen heraufbeschworen. Beide Positionen sind extrem und angesichts der Verfänglichkeit der Debatte wenig hilfreich.

Die Frage, wie weit Integration gelingt und wo Nachholbedarf besteht, ist natürlich unendlich vielschichtiger. Die Integrationsforschung hat versucht, die vielen Aspekte in ein Modell zu integrieren. Die sogenannte Integrationsmatrix unterteilt die wichtigsten Faktoren in vier verschiedene Kategorien: kulturelle, soziale, strukturelle und emotional-identifikative Faktoren.

Die kulturelle Integration umfasst z.B. Aspekte wie die Sprachkompetenz, oder die Frage, ob muslimische Mädchen Kopftuch tragen oder am schulischen Schwimmunterricht teilnehmen sollten.

Die Kategorie der sozialen Integration untersucht, wie stark Menschen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft ihrer migratorisch gesehen neuen Heimat integriert sind – also z.B., ob sie viele deutsche Freunde und Bekannte haben und sich in lokalen Vereinen oder Organisationen engagieren.

Die strukturelle Integration befasst sich mit dem Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung. Ein Beispiel wäre die Frage, ob Zuwanderer einen weiterführenden Schulabschluss erreichen, studieren oder arbeiten gehen und adäquat krankenversichert sind.

Die Kategorie der emotional-identifikativen Integration fragt schließlich, ob sich eine Person mit einem Land, seiner Kultur und seinen Werten identifiziert. Erlebt sie es als Heimat? Welche emotionalen Auswirkungen hat das? Möchte sie sich z.B. einbürgern lassen?

Wie sieht eine solche Integrationsmatrix aus, wenn man sie nun auf Deutschland im Jahre 2018 anwendet?

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