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Im Weißen Haus

Die Jahre mit Barack Obama

By Ben Rhodes
  • Read in 19 minutes
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Im Weißen Haus by Ben Rhodes
Synopsis

Wie gerne würde man manchmal Im Weißen Haus (2018) Mäuschen spielen. Diese Blinks machen das ein Stück weit möglich. Sie liefern ganz persönliche Einblicke in die zwei Amtszeiten Barack Obamas – aus der Perspektive seines Kommunikationsberaters und engen Vertrauten Ben Rhodes. Sie nehmen dich mit auf eine Reise, die mit der frenetischen Aufbruchsstimmung während des Wahlkampfs und Obamas großen Zielen beginnt, dann aber rasch in die knallharte Wirklichkeit des realpolitischen Alltags in einem tief gespaltenen Land führt.

Key idea 1 of 12

Obamas unverbrauchte politische Vision gab vielen Menschen Hoffnung auf einen Wandel.

Es ging ein Ruck durch die Welt, als Barack Obama 2007 seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gab. Obama war anders: Er sprach sich gegen den Irakkrieg aus, als in Washington nahezu jeder dafür war. Er versprühte Aufbruchsstimmung und Hoffnung. In einer Zeit, in der die Versprechen der Politiker leer und herzlos wirkten, klangen seine Worte integer und authentisch.

Das zentrale Versprechen seiner Wahlkampagne war: Change. Wandel. Veränderung. Seine Ideen gingen v.a. auf außenpolitischer Ebene vollkommen gegen den Strich des Establishments.

Ein Beispiel war seine Forderung nach einem diplomatischen Umgang mit dem Iran. Die vielen Hardliner in Washington empfanden das – so wie sämtliche anderen Ansätze, die in irgendeiner Weise vom Kurs der „Härte“ abwichen – als fatales Zeichen der Schwäche. Sie waren weiter davon überzeugt, der Iran baue heimlich Atomwaffen, obwohl alle Zeichen für eine zivile Nutzung der Atomenergie sprachen. Aber Obama gab nicht nach. Er hielt an seinem Kurs fest und schüttelte die Kritik in Erinnerung an den Irakkrieg mit einem Kopfschütteln ab. Er würde sich nicht von denen belehren lassen, die den größten außenpolitischen Fehler der jüngeren Geschichte zu verantworten hatten.

Normalerweise spielt die Außenpolitik vor den US-Präsidentschaftswahlen nur eine Nebenrolle. Außer bei Veteranen und bestimmten ethnischen Wählergruppen gibt es bei diesem Thema kaum Stimmen zu holen. Aber Obama wollte mehr. Er war sich der hohen Erwartungen an den ersten afroamerikanischen Kandidaten bewusst. Er wollte vorab zeigen, dass er den Anforderungen der internationalen Diplomatie und der Rolle des Oberbefehlshabers gewachsen war.

Um das zu unterstreichen, brach er zu einer Wahlkampfreise in wichtige EU-Staaten und den Nahen Osten auf, obwohl ausgedehnte Abstecher ins Ausland im US-Wahlkampf völlig untypisch waren. Einer der Höhepunkte der Tour sollte die Rede am Brandenburger Tor in Berlin werden, wo bereits eine der wichtigsten Reden der US-Geschichte gehalten worden war: Reagans historische Forderung: „Tear down this wall!“

Das waren große Fußstapfen, und um ein Haar wäre die Rede zum Debakel geworden. Wenige Stunden vor Obamas Auftritt dachte Rhodes noch einmal über eine zentrale Stelle am Ende des Textes nach, in der von einer „community of fate“ und der deutschen Entsprechung einer Schicksalsgemeinschaft die Rede war. Rhodes beriet sich nochmals mit einem Übersetzer und stellte fest, dass genau dieser Begriff der Titel einer berühmten Rede Adolf Hitlers gewesen war.

Die Stelle wurde gerade noch rechtzeitig korrigiert. Die Rede war ein voller Erfolg. Die Bilder, die den ersten afroamerikanischen US-Präsidentschaftskandidaten vor einer gigantischen, frenetisch jubelnden Menschenmasse zeigten, gingen rund um die Welt.

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