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Ich weiß, wie du tickst

Wie man Menschen durchschaut

By Martin Betschart
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Ich weiß, wie du tickst by Martin Betschart
Synopsis

Manchmal reden wir trotz aller Bemühungen zum Trotz an unserem Gegenüber vorbei, dringen einfach nicht durch oder können ihre Reaktionen schlichtweg nicht deuten. Besonders Fremde können bei der ersten Begegnung ein Buch mit sieben Siegeln sein. Ich weiß, wie du tickst (2011) zeigt anhand praktischer Beispiele, wie du andere Menschen lesen lernst und am Ende sogar dich selbst besser durchschaust.

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Unsere Persönlichkeit wird durch die Balance zwischen drei Bereichen unseres Gehirns bestimmt.

Das Studium der Menschenkenntnis beginnt – wer hätte es gedacht – im Oberstübchen: Wer und wie wir sind, hängt im Wesentlichen mit dem Zusammenspiel dreier Areale unseres Gehirns zusammen. Unsere mentale Schaltzentrale verteilt die wichtigsten Aufgaben auf Großhirn, Stammhirn und Zwischenhirn. Das Drei-Hirne-Modell des Neurologen Paul McLean zeigt, wie dieses Zusammenspiel unsere Physis und Psyche prägt.

Das Stammhirn entwickelte sich bereits vor ca. 400 Millionen Jahren und steuert überlebensnotwendige Urinstinkte wie Hunger, Durst und Sexualtrieb. Sein Vergangenheitsbezug ist entscheidend für den Erhalt unserer Spezies, denn hier werden Erfahrungen gespeichert und mit wichtigen Instinkten verknüpft: So wie das Knurren wilder Tiere unsere Vorfahren in Alarmbereitschaft versetzte, wissen wir heute beim Quietschen von Autoreifen sofort, dass wir in Gefahr sind und schnell reagieren müssen.

Das Zwischenhirn der Säugetiere entstand vor rund 200 Millionen Jahren als Folge der Abspaltung der Fleischfresser von den Pflanzenfressern. Die Hauptfunktion des Zwischenhirns ist die Selbstbehauptung bei Kämpfen von Rivalen um die Führungsrolle. Es ist der Speicherort der Emotionen, und hilft, in Sekundenschnelle zwischen Freund oder Feind, Angriff oder Flucht zu entscheiden. Und so gehen beim Menschen noch heute impulsive, sich nach dem Bauchgefühl richtende oder konkurrenzorientierte Handlungen vom Zwischenhirn aus.

Das Großhirn entwickelte sich vor ca. drei Millionen Jahren und ergänzt unser Modell um die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung, Reflexion und Zukunftsorientierung. Unsere Vorfahren entwickelten den Blick für das große Ganze, als sie auf Bäume zu klettern begannen: Die Panoramaperspektive erweiterte den sprichwörtlichen Horizont, sodass sie ihre Umwelt und sich selbst bewusster wahrnehmen konnten.

Daraus entwickelte sich unser logischer Verstand, der Vorausschau und Planung möglich macht. Ergo könnte die ausgeprägte Geschäftsmentalität vieler Japaner ein Indiz für einen starken Einfluss ihres Großhirns sein: Statt Probleme z.B. durch Schuldzuweisungen zu emotionalisieren, wird in Japan meist direkt die nüchterne Logik bemüht – und kollektiv nach einer Lösung gesucht.

Wie können wir dieses System nun für das Training unserer Menschenkenntnis verwenden? Wo liegen seine Stärken und Schwächen?

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