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Hotspot

Leben mit dem neuen Coronavirus

By Hendrik Streeck
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Hotspot by Hendrik Streeck
Synopsis

Anfang März 2020 erlebte Deutschland im Kreis Heinsberg den ersten größeren Covid-19-Ausbruch. Der Virologe Hendrik Streeck und sein Team vom Universitätsklinikum Bonn waren damals direkt vor Ort, um mehr über das neuartige Coronavirus herauszufinden. In seinem Buch Hotspot (2021) beschreibt Streeck die spannende, mitunter auch unheimliche erste Begegnung mit dem neuartigen Virus.

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Januar 2020: Ein neues Coronavirus lässt Virologen weltweit aufhorchen

7. Januar 2020: Die chinesische Gesundheitsbehörde gibt das Auftreten eines neuartigen Coronavirus bekannt. Dass sich das Virus binnen weniger Wochen auf der ganzen Welt verbreiten wird, sieht allerdings niemand voraus. Auch nicht Virologen wie Hendrik Streeck.

Erst im Oktober hatte Streeck die Stelle als Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn angetreten. Coronaviren wie MERS-CoV und SARS-CoV-1 waren hier keine Unbekannten. Sie werden bereits seit Jahren erforscht, ebenso wie eine Handvoll harmloser Coronaviren, die uns jedes Jahr grippale Infekte bescheren.

Ein typisches Merkmal dieser Virenfamilie ist die stachelige Oberfläche, die an die Sonnenkorona erinnert – daher der Name. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, denke einfach an einen Igelball. Das Virus nutzt diese Stachel- oder Spike-Proteine, um sich Zutritt zur Wirtszelle zu verschaffen.

Abgesehen davon war SARS-CoV-2 noch völlig unbekannt, und auch Streeck und sein Team tappten vorerst ziemlich im Dunkeln. Zwar verfolgten sie das Geschehen aufmerksam, doch die Informationen aus China waren dürftig und nicht unbedingt zuverlässig. Klar schien nur, dass das Virus bei Infizierten schwere Lungenentzündungen hervorrief. Aber Asien war weit weg, und es schien möglich, das Virus lokal einzudämmen. Wie wir heute wissen, kam es anders.

Am 21. Januar traf eine Meldung ein, die den Wendepunkt markierte: Ein Mann in den USA hatte sich mit SARS-CoV-2 infiziert – das Virus hatte den Sprung über den Ozean geschafft und war bedenklich nahe gerückt. Deutschland musste sich vorbereiten. Labore tauschten sich untereinander aus; der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hatte bereits einen zuverlässigen Test entwickelt, der sich adaptieren ließ.

Nur wenige Tage später hatte das Virus Deutschland erreicht: Beim bayerischen Automobilzulieferer Webasto hatte sich ein Angestellter mit SARS-CoV-2 infiziert. In Streecks Institut war der Teufel los. Politiker, Journalistinnen, Organisationen und besorgte Bürger bombardierten ihn mit Fragen: „Wie kann man sich schützen?“ „Hilft Knoblauch gegen Corona?“ „Kann ich noch chinesisch essen gehen?“ Fragen über Fragen, auf die Streeck selbst kaum Antworten hatte. Es lagen einfach noch nicht genügend Daten vor.  

Kurzum: In den ersten Monaten der Pandemie war die weitere Entwicklung von SARS-CoV-2 auch für Virologen völlig unvorhersehbar.

Streeck sollte jedoch bald die Gelegenheit bekommen, dem neuen Coronavirus hautnah zu begegnen. 

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