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Gesunder Zweifel

Einsichten eines Pharmakritikers – Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin

By Ursel Sieber
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Gesunder Zweifel: Einsichten eines Pharmakritikers – Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin by Ursel Sieber

Jeder Patient hofft, die beste Medizin und die beste Behandlung zu bekommen. Und natürlich nimmt er in den meisten Fällen an, dass wissenschaftliche Beweise die Qualität eines Medikaments bestätigen. Im Gesundheitswesen verhindern Eigeninteressen jedoch häufig objektive Bewertungen, die das Interesse des Patienten im Blick haben. Peter Sawicki, überzeugter Pharmakritiker, kämpfte als Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hiergegen und traf auf viel Gegenwehr.

  • Alle, die im deutschen Gesundheitssystem tätig sind
  • Jeder, der sich für die Qualität seiner Medikamente interessiert
  • Jeder, der wissenschaftlichen Studien vertraut

Ursel Sieber ist Fernsehjournalistin und wird als eine der besten deutschen Medizinjournalistinnen gesehen. Sie arbeitet seit mehreren Jahrzehnten für Fernsehmagazine wie „Monitor“ und „Kontraste“ im ARD und ist dafür bekannt, Skandale aufzudecken – besonders im Gesundheitswesen.

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Gesunder Zweifel

Einsichten eines Pharmakritikers – Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin

By Ursel Sieber
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Gesunder Zweifel: Einsichten eines Pharmakritikers – Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin by Ursel Sieber
Synopsis

Jeder Patient hofft, die beste Medizin und die beste Behandlung zu bekommen. Und natürlich nimmt er in den meisten Fällen an, dass wissenschaftliche Beweise die Qualität eines Medikaments bestätigen. Im Gesundheitswesen verhindern Eigeninteressen jedoch häufig objektive Bewertungen, die das Interesse des Patienten im Blick haben. Peter Sawicki, überzeugter Pharmakritiker, kämpfte als Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hiergegen und traf auf viel Gegenwehr.

Key idea 1 of 7

Die Erfahrung von Peter Sawicki steht beispielhaft für fundamentale Probleme des deutschen Gesundheitssystems.

Vom Gesundheitssystem erwarten wir, dass es seinem Namen nachkommt – und unsere Gesundheit als erste Priorität sieht. Doch wie in jedem größeren System blockieren bürokratische Prozesse und Eigeninteressen oftmals den Weg. Die Geschichte von Peter Sawicki, der von 2004 bis 2010 das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) leitete, schildert viele dieser üblichen Probleme.

Das IQWiG wurde gegründet, um Qualität vor Eigeninteressen zu stellen und das Gesundheitssystem zu reformieren. Zunächst wollte der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer 1993 eine Positivliste für Medikamente einführen. Diese sollte dafür sorgen, dass die Krankenkasse nur Medikamente mit nachgewiesenem Zusatznutzen bezahlte – solche, die sich durch eine zusätzliche Wirkung von ihren Konkurrenten abhoben. Der Zusatznutzen sollte einen erhöhten Preis rechtfertigen.

Dieser Vorschlag scheiterte zwar erstmal, stattdessen wurde aber einige Jahre darauf das IQWiG etabliert. Aufgabe des Instituts sollte es sein, Medikamente zu bewerten und somit die Mehrkosten zu relativieren. Doch schon die Ansiedlung des Instituts im Gemeinsamen Bundesausschuss G-BA entfachte Kritik, die über das Gesundheitswesen hinausging.

Im G-BA vereinigen sich die Kassenärztliche Vereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der Krankenkassen. Aufgrund der zusätzlichen Bürokratie mischte sich schnell die Politik ein: CDU und FDP zweifelten an der Notwendigkeit des Instituts und sahen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – die Zulassungsstelle – als ausreichend an.

Dieses prüft jedoch nur die Wirkung eines Medikaments und nicht seinen Nutzen. An der Wirkung sehen wir beispielsweise, ob ein Medikament den Blutdruck senkt. Indem wir den Nutzen prüfen, erkennen wir allerdings, ob es die Lebensdauer verlängert. Und für einen krebskranken Patienten z.B. ist ein zusätzliches Lebensjahr von unvorstellbarem Wert.

Trotz der Wichtigkeit seiner Arbeit musste sich das neue Institut von Anfang an mit Kritik auseinandersetzen und um die verschiedenen Parteien zufriedenzustellen, mussten einige Kompromisse geschlossen werden.

Das Institut durfte bspw. nur Medikamente untersuchen, für die der G-BA einen Auftrag erteilte. Sie konnten daher überwiegend nur bereits vorhandene Studien auswerten und keine eigenen durchführen. Außerdem sollten sie erst aktiv werden, wenn die Medikamente schon auf dem Markt etabliert waren – dadurch wirkte das Institut immer wie ein blockierendes Organ.

Peter Sawicki setzte sich als langjähriger Leiter jedoch für eine evidenzbasierte Medizin ein, also dafür, Medikamente und Methoden wegen ihres Zusatznutzens zuzulassen.

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