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Generation Beziehungsunfähig

Warum paarungsreife Großstädter immer seltener Familien gründen

By Michael Nast
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Generation Beziehungsunfähig by Michael Nast

Warum bekommen Menschen in urbanen Szenebezirken immer später Kinder? Warum verschiebt sich das Durchschnittsalter in digitalen Partnervermittlungsbörsen wie Tinder immer weiter jenseits der 30? Generation Beziehungsunfähig (2016) ist kein psychologischer Ratgeber für paarungsreife, aber bindungsscheue Großstädter, sondern eine Bestandsaufnahme. Eine Analyse der Beziehungsfähigkeit im Jahr 2016, die der Frage nachgeht, warum sich die erwachsenen Kinder von heute noch immer nicht bereit für ihre eigene Familie fühlen.

  • Tinder-Versessene sowie Tinder-Abstinente
  • Menschen mit Bindungsschwierigkeiten
  • Ewige Singles, kinderlose Mittdreißiger und immer noch Junggebliebene

Michael Nast ist gebürtiger Berliner und bringt in seinen beliebten Kolumnen für Millionen von Lesern die Stimmung seiner Generation auf den Punkt. Er hat zwei Plattenfirmen gegründet, als Art Director für diverse Werbeagenturen gearbeitet und schreibt heute neben seiner Kolumne auch internationale Bestseller wie Ist das Liebe, oder kann das weg? und Drehbücher.

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Generation Beziehungsunfähig

By Michael Nast
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Generation Beziehungsunfähig by Michael Nast
Synopsis

Warum bekommen Menschen in urbanen Szenebezirken immer später Kinder? Warum verschiebt sich das Durchschnittsalter in digitalen Partnervermittlungsbörsen wie Tinder immer weiter jenseits der 30? Generation Beziehungsunfähig (2016) ist kein psychologischer Ratgeber für paarungsreife, aber bindungsscheue Großstädter, sondern eine Bestandsaufnahme. Eine Analyse der Beziehungsfähigkeit im Jahr 2016, die der Frage nachgeht, warum sich die erwachsenen Kinder von heute noch immer nicht bereit für ihre eigene Familie fühlen.

Key idea 1 of 6

Der Großteil unserer Gesellschaft liebt heute auf narzisstische Art und Weise.

 

So sehr sich die Geister bei rosaroten Romanzen wie Pretty Woman oder Dirty Dancing scheiden – im Grunde träumt doch jeder von der großen Liebe. Egal ob Tinder, Klubnacht oder zeitlose Zeitungsannonce: Am Ende ist es die Sehnsucht nach einer besonderen Bekanntschaft, die das flatterhaft flirtwütige Feiervolk Abend für Abend auf die Piste treibt. Aber was genau suchen wir da eigentlich?

Viele Menschen verwechseln Liebe heute mit einer Abhängigkeit von jemandem, der ihr gestörtes Selbstbild aufwertet. Es mag stimmen, dass wir andere erst dann wirklich lieben können, wenn wir uns selbst lieben und respektieren. Aber in unserer eitlen und leistungsorientierten Gesellschaft, in der uns die Perfektion von jedem Werbebanner entgegenstrahlt, kann man sich schnell unzulänglich fühlen. Daher suchen wir nach Partnern, die uns mit ihrer Zuneigung schmeicheln – und verwechseln das mit Liebe.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem echten Berliner Leben. Christian betrügt Sabine am laufenden Band, aber jedes Mal, wenn sie ihn verlassen will, packt ihn der Kampfgeist. Er fleht sie auf Knien an, bei ihm zu bleiben, und schwört ewige Liebe. Dabei liebt Christian Sabine gar nicht. Er macht keinen Hehl daraus, dass er Seitensprünge in Ordnung findet, und bemerkt dabei kaum, wie sehr Sabine unter seiner Untreue leidet. Er braucht nur das schmeichelhafte Gefühl, geliebt zu werden, und das Selbstbild eines Mannes, der für die Liebe kämpft.

Christian ist bei Weitem nicht der einzige, dem der Glaube an die eigene Einzigartigkeit beim Lieben im Weg steht. Unsere Eltern haben uns von klein auf eingetrichtert, wir seien etwas ganz Besonderes. Mit diesem aufgeblasenen Selbstbild sollen wir uns im Leben gut verkaufen und „etwas aus uns machen“. Leider hindert uns diese extreme Ichbezogenheit aber daran, uns wirklich auf jemand anderen einzulassen. Schade, denn Liebe bietet unzählige Möglichkeiten, die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen und den eigenen Horizont zu erweitern. Stattdessen wollen sich viele krankhaft in diejenigen Eigenschaften ihres Partners verlieben, die zu ihrem Selbstbild passen, um sich z.B. begehrenswert, hip oder progressiv zu fühlen.

Das Problem ist also der Gedanke der Matches und Übereinstimmungen, die Vorstellung, dass immer alles so gut wie möglich zusammenpassen soll: Erst wenn wir aufhören, zwanghaft nach Gemeinsamkeiten zu suchen, können wir den anderen wirklich kennenlernen und erfüllende Beziehungen führen.

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